Kroatien 2016 - Unser erster Kurztrip zu viert


Unser kleiner Timo ist nun "schon" 10 Wochen alt - und mich plagt die Reiselust. Aber wo könnten wir spontan hin fahren? Hauptsache ans Meer und etwas  Entspannen, nehme ich mir vor. Nizza kommt dieses Jahr für uns nicht in Frage aufgrund des jüngsten Terroranschlags... Wir wollten schon immer mal nach Kroatien, da so viele Freunde und Bekannte davon schwärmen. Also ist es beschlossen - vom 21.-27. August machen wir einen Roadtrip nach Kroatien - unsere erster kleiner Ausflug zu viert :) Leider sollte der aber ziemlich schnell böse ausgehen :( Aber dazu später mehr... 

1.Tag - Sonntag, 21.08.2016:

Jens konnte eine Mercedes V-Klasse auftreiben, was super praktisch war mit den beiden Knirpsen. Einfach ohne zu überlegen alles ins Auto packen, Platz ist genug da - mein Traumauto :-) Früh morgens halb 5 machten wir uns auf den Weg, Timo hat von all dem nichts mitbekommen, Nora war eine Weile wach, ist aber dann wieder eingeschlafen. Wir waren 10 Stunden unterwegs - Ziel war Rovinj in Istrien. Die Autofahrt hat mit den beiden super geklappt, die meiste Zeit haben sie geschlafen. Insgesamt haben wir 4 mal gestoppt, Timo musste gestillt werden und Nora konnte sich die Beine vertreten. Das Benzin in Deutschland ist aufgrund einer Tankkarte für uns kostenlos, aber die Vignetten in Österreich und Slowenien sowie die Maut in Kroatien und für den Karawankentunnel und die Tauernautobahn schlagen doch ziemlich zu Buche. Da ist Fliegen fast günstiger...

Ich habe 6 Nächte über Airbnb bei Svetlana in Rovinj gebucht. Das Appartement ist wirklich super und hat eine Dachterrasse mit Meerblick und Blick auf die Altstadt von Rovinj. Die ist zu Fuß in ca. 10 Minuten erreichbar. Es gibt ein Schlaf- und ein Wohnzimmer, so dass wir die Kids schlafen legen konnten, während wir noch im Wohnzimmer oder auf der Dachterrasse sitzen. Zudem gibt es ein Bad und eine voll ausgestattete Küche. Alles Vorzüge, die man als Familie zu schätzen weiß. Ich würde nie wieder ein Hotelzimmer buchen... Wir kommen gegen 14:30 Uhr an und packen nach der Schlüsselübergabe erstmal aus, machen uns und die Knirpse frisch und gehen einkaufen. Ein Supermarkt ist direkt nebenan. Dann machen wir uns auf den Weg zum Strand. Wir gehen an den Hotelstrand vom Lone-Hotel, der ist gleich in de Nähe. Er gefällt uns nicht so sehr, der Rasen ist vertrocknet und der kurze Strandabschnitt aus Kies voll besetzt mit Liegen und Urlaubern... Das sind wir aus unseren vorangegangenen Reisen nicht gewohnt. Zu voll, zu laut, zu touristisch. Sicher finden wir aber die nächsten Tage noch eine kleine einsame Bucht, wie wir Chillen können. Heute machen wir erstmal das Beste draus - Nora hat auf jeden Fall Spaß im Wasser :)

Wir spazieren an der Promenade entlang Richtung Hafen und Altstadt und suchen uns ein Restaurant zum Abendessen. Das ist hier nicht schwer zu finden. Wir finden ein schönes direkt am Hafen und bekommen einen Tisch am Ufer mit Blick auf das Meer und die Altstadt - sehr schön. 

Die Wohnung ist von hier aus nicht mehr weit, nach wenigen Minuten sind wir da. Die Kleinen ins Bett gebracht und ab auf die Dachterrasse - der Urlaub kann beginnen...

2. Tag - Montag, 22.08.2016:

Die Nacht war warm, wir haben auf die Klimaanlage verzichtet, wegen den Knirpsen. Das ist der Nachteil an einer Dachgeschosswohnung, aber der Blick auf das Meer beim Frühstück macht alles wieder wett! Heute wollen wir die Strände der Umgebung abchecken und hoffen, das wir eine nette Bucht finden. Wir fahren zum Strand Amarin, ein langer Steinstrand mit buschiger Vegetation. Leider sind alles Schattenplätze belegt und generell gefällt es uns hier auch nicht so sehr, also suchen wir weiter. Der Blick auf die Altstadt ist von hier aus aber sehr schön. Zweiter Anlauf: wir fahren weiter an den Kuvi Strand ca. 2,5 Kilometer südlich vom Stadtzentrum. Der Strand selbst ist von einem dichten Kiefernwald umgeben, welcher ausgiebigen Schatten spendet. Neben einer geschützten Bucht gibt es auch einen felsigen Teil und einen Bereich mit Kieselsteinen. Leider ist auch hier wieder viel los und wir quetschen und auf einen schattigen Platz an eine angrenzende Mauer - insgesamt nicht sehr einladend. Wir bleiben eine Weile hier, aber unser Favorit wird es nicht werden...

Dann fahren wir zurück ins Appartement um uns für das Abendessen frisch zu machen. Während ich vor dem Waschbecken stehe, höre ich plötzlich Nora weinen - sie ist hingefallen und zwar richtig heftig auf eine Schubfachkante. Ich mag gar nicht viel Worte darüber verlieren, dies war bisher der schlimmste Tag im meinem Leben und ich hoffe, dass ich so etwas nie wieder erleben muss :((( Das Kinn war quasi hochgeklappt und es hat extrem geblutet. Jens ruft den Krankenwagen und die schicken uns ins 40 Minuten entfernte Krankenhaus nach Pula, da die wohl dort besser nähen können. Noras Wunde, die ich bisher mit einem Tuch festgedrückt hatte, wurde von den Rettungskräften verbunden und wir fuhren sofort los. Unsere kleine Maus war sehr tapfer und hat die Fahrt gut durchgehalten, Timo hat bisher die ganze Zeit geschlafen. Das Krankenhaus sah furchtbar aus und auch die Ärzte nicht sehr vertrauenswürdig, aber was sollten wir machen... Wir kamen gleich dran und Jens ging mit Nora allein zum Nähen, ich blieb mit Timo draußen, der auch gestillt werden musste. Was ich dann hören musste, werde ich nie vergessen - Nora hat so schlimm geweint, ich musste lautstark mitweinen :((( Nach ca. 15-20 Minuten kam sie raus und war total fertig. Sie wurde mit 9 Stichen am Kinn genäht, es sah furchtbar aus. Ich nahm sie in den Arm und trug sie zum Auto. Auf der Rückfahrt war sie fast schon wieder gut drauf und schaute sich die Busse und Motorräder an - das liebt sie zur Zeit. Zurück im Appartement schlief sie auch schnell ein. Wir ließen sie in ihrem Bett mit bei uns im Zimmer schlafen, um sie im Blick zu haben. Bei jeder Bewegung von ihr wachte ich auf und schaute nach ihr. Unsere arme kleine Maus, es wird definitiv eine Narbe bleiben. Aber ein schönes Gesicht entstellt ja bekanntlich nichts. Und sie war so tapfer! Eigentlich wollten wir morgen zurück fahren, aber so eine lange Autofahrt tun wir ihr jetzt lieber noch nicht an. Mal sehen, wie es ihr morgen geht...

2. Tag - Dienstag, 23.08.2016:

Nach der unruhigen Nacht gehen wir den Tag langsam an und schauen, wie es Nora geht. Sie verhält sich ganz normal und ihr scheint auch nichts weh zu tun. Ich bin sehr erleichtert! Wir frühstücken in Ruhe und entscheiden uns heute für einen Besuch der Altstadt von Rovinj. Baden können wir nicht mehr gehen, denn die Wunde darf bis zum Fäden ziehen (in 10 Tagen) nicht nass werden. Zudem müssen wir aller 2 Tage zum Verbandswechsel in die Ambulanz nebenan.

Jens fährt sicherheitshalber mit Nora heute schon in die Ambulanz, um die Wunde anschauen zu lassen - das Pflaster hält an der Stelle leider kaum. Es sieht wohl alles gut aus. Es wird ein neuer Verband angelegt und wir besorgen in der Apotheke weiteres Verbandsmaterial, bevor wir uns auf den Weg in die Altstadt machen. Die Altstadt von Rovinj ist sehr schön. Wir wandern in den engen Gassen herum, essen einen leckeren Eisbecher und laufen bis zur Kirche hoch. Nora hat Spaß am Entdecken und Timo schläft friedlich in der Manduca. Leider macht mir das Pflaster die ganze Zeit über Sorgen, es geht immer wieder ab. Ich habe Angst, dass sich die Wunde entzündet :( So kann ich mich kaum auf die Eindrücke hier einlassen und bin mit meinen Gedanken nur bei dieser blöden Wunde. Das wir wohl noch einige Tage so gehen... Wir machen uns auf den Heimweg und kochen heute Abend im Appartement. Morgen wollen wir einen Ausflug mit dem Boot auf die Rote Insel machen...

3. Tag - Mittwoch, 24.08.2016:

Ich habe Nora vor dem Urlaub versprochen, Boot zu fahren und das machen wir heute auch! Wir wollen zur Roten Insel fahren. Die Boote fahren von der Anlegestelle Delfin aus zu jeder vollen Stunde. Die Fahrt dauert 15 Minuten und kostet ca. 3 Euro pro Person. Die Fahrt zur Insel ist sehr angenehm und man erhält einen schönen Blick auf Rovinj. Auf der Insel gibt es einige Strände. Meistens sind es Felsstrände, aber man findet auch kleine Buchten mit Kiesstrand. 

Für kleine Kinder ist der Strand an der Südseite am sich dort befindlichen Hotel zu empfehlen. Wir schnappen uns 2 Liegen und machen es uns bequem. Es gibt dort auch einen Spielplatz, ein Restaurant und einen Eisstand. Wir verbringen den Nachmittag hier und lassen Nora - zumindest mit den Füßen - auch ins Wasser. Sie spielt ohnehin lieber im flachen Wasser, also macht ihr das nicht viel aus :) Timo schläft meist gemütlich und genießt es, mit wenig Klamotten frei zu strampeln. Am späten Nachmittag fahren wir zurück uns lassen den in der Ambulanz nochmal einen Arzt auf die Wunde schauen, bevor wir in die Altstadt essen gehen. Es sieht noch alles gut aus und nicht entzündet. Das beruhigt mich zwar, aber die Wunde sieht nicht gut genäht aus und ich sorge mich bzgl. der Narbe. Hoffentlich verwächst sich das noch! Zurück im Appartement lassen wir den Abend auf der Dachterrasse ausklingen.

4. Tag - Donnerstag. 25.08.2016:

Der heutige Tag war der schönste der ganzen Reise! Vormittags waren wir in der Altstadt frühstücken, haben eine Bootstour für heute Abend gebucht und sind dann ins Appartement zurück für ein Mittagsschläfchen. Dann haben wir unsere Sachen gepackt und sind in den Naturpark Zlatni Rt/ Goldenes Kap, auch Punta Corrente genannt, gefahren. Hier gibt es einige Felsstrände, aber auch Buchten mit Kieselsteinen, die sich sehr gut für Kinder eignen. Für die Erwachsenen gibt es auch Beach Bars, wie zum Beispiel die Punta Kabana Bar mit Hängematten und chilliger Musik :) 

Hier gibt es genau das, was wir gesucht haben: schöne kleine Buchten mit weißen Kieselsteinen, kristallklares Wasser, schattige Plätzchen und zur Krönung tolle Beachbars. Schade, dass wir erst heute hier her gefahren sind... So hatten wir uns Kroatien vorgestellt. Morgen werden wir wieder hier her fahren. Wir finden eine kleine Bucht mit wenig Leuten und einem schönen schattigen Plätzchen für uns vier. Eine Bar ist direkt nebenan und chillige Musik spielt im Hintergrund - jetzt kommt Urlaubsfeeling auf. Für einen kurzen Moment vergesse ich sogar Noras Wunde, aber nur ganz kurz... Wir verbringen den Nachmittag hier und fahren dann kurz ins Appartement um uns frisch zu machen für die Sunset-Bootstour heute Abend. 

Nora fährt gerne Boot und so haben wir eine Sunset-Tour gebucht. Oftmals sieht man auch Delfine, hoffentlich haben wir Glück. Vorher gehen wir noch in das Restaurant essen, in dem wir am ersten Abend waren, denn das ist direkt in der Nähe der Anlegestelle. Der Schokoladenkuchen dort ist superlecker! Es heißt "Maestral" und ist wirklich zu empfehlen - die Lage und das Essen sind sehr gut! 19 Uhr geht es los. Timo schläft friedlich in Noras Buggy und Nora freut sich über die Wellen. Das wird Gesprächsstoff für die nächsten Tage sein :) Aber es kommt noch besser!

Wir haben einen tollen Blick auf Rovinj während des Sonnenuntergangs. Das Meer ist wunderbar ruhig und so können wir tatsächlich auch Delfine entdecken. Sie schwimmen an uns vorbei und wir schippern ihnen hinterher. Immer wieder tauchen Flossen auf und ab und zu springt auch einer in die Luft. Nora hat einen Riesenspaß und zeigt aufgeregt auf die Delfine. Es ist wundervoll, wie viel Spaß die kleine Maus beim Entdecken der Welt hat. Reisen mit Kindern ist so viel schöner als nur zu zweit. So sieht man die Welt nochmal mit anderen Augen...

20:30 Uhr ist die Tour vorbei und Nora fertig mit der Welt. Sie liegt im Buggy mit den Augen auf halb 8 :) Wir legen sie gleich ins Bett - morgen wollen wir den Tag auf Punta Corrente verbringen.

5. Tag - Freitag, 26.08.2016:

Gestern hatten wir eine tolle Zeit im Naturpark Punta Corrente - also fahren wir doch heute noch mal dort hin :) Wir packen unsere Sachen zusammen und fahren nach dem Frühstück los. P.S.: im Konsum direkt gegenüber unseres Appartements, in der Ulica Luje Adamovica, gibt es einen Bäcker mit super leckeren Schokocroissants! Bei dem Gedanken daran bekomme ich sofort Appetit. Leider wird es heute unser letztes Frühstück in Rovinj sein...

In Punta Corrente angekommen wandern wir die Küste von der Bucht Lone aus bis zur Bar Punta Kabana entlang und finden immer wieder tolle kleine Buchten, leider nicht für Kinder geeignet, da oft zu felsig oder zu voll - es ist ja aktuell auch Hochsaison. An der Punta Kabana Bar angekommen genießen wir erstmal ein kühles Bier bzw. Wasser für die stillende Mama und ein Eis für die kleine Maus. Da fällt uns leider auch auf, dass die Wunde unter dem Pflaster heute ziemlich rot aussieht und auch ein Stück weit auseinanderklafft! 

Das macht uns natürlich große Sorgen und wir rufen eine befreundete OP-Schwester an und schicken ihr ein Foto der Wunde. Sie meint, die Wunde sähe nicht gut aus und auch entzündet. Ich wollte keine Zeit verlieren und wir packten unsere Sachen ein und fuhren zur Ambulanz um das abzuklären. Da bekamen wir Antibiotika, da die Wunde sich tatsächlich entzündet hat. Mir ist die Lust auf Urlaub gründlich vergangen und wir beschlossen, noch heute nach Hause zu fahren. Eigentlich wären wir erst morgen gefahren, aber uns ist es wichtiger, dass ein Arzt in Deutschland sich die Wunde anschaut. Wir packen unsere Sachen ein, übergeben den Schlüssel und düsen los. Es ist mittlerweile 19:30 Uhr, die Kinder schlafen schnell ein. Leider kommen wir mitten in der Nacht in einen riesigen Stau vor dem Karawankentunnel und beschließen, Landstraße zu fahren. Dadurch waren wir insgesamt 12 Stunden unterwegs, aber die kleinen Mäuse haben die Fahrt wieder super mitgemacht. Noch bevor wir nach Hause fahren, machen wir Halt im Krankenhaus. Ein Arzt schaut sich die Wunde an und meint, die Naht ist ok, die Wunde wäre eventuell leicht entzündet und wir sollen die Antibiotika  weiter geben und am Montag den Kinderarzt schauen lassen, wann die Fäden gezogen werden müssen. Wir sind erstmal beruhigt und Nora geht es ohnehin gut, es scheint, als würde sie die Wunde überhaupt nicht spüren... Kinder eben :) Nun ab nach Hause, frühstücken, auspacken, Mittag essen und ab ins Bett! Die Kleinen freuen sich genau so über das Mittagsschläfchen wie Mama und Papa :) 

Fazit:

Kroatien wird für uns leider in schlechter Erinnerung bleiben. Unsere Kleine Maus hat sich so schlimm verletzt und das gleich am ersten Tag :( Das bleibt im Kopf, und zwar für immer, da mich ihre Narbe immer wieder an diesen fiesen Sturz erinnern wird. Ich versuche dennoch, ein neutrales Fazit zu geben...

Rovinj ist wunderschön! Die Altstadt mit seinen engen Gassen ist wirklich toll und die Restaurants hier auch sehr gut, meist mit Blick auf das Meer. Man kann fußläufig alles erreichen. Eine Bootstour in der Bucht mit der Sichtung von Delfinen ist eine schöne Tour für die Abendstunden, Sonnenuntergang inklusive. Weitere Ausflüge auf die umliegenden Inseln werden zur Genüge angeboten und so wird es nicht langweilig. Der Naturpark Punta Corrente hat uns sehr gut gefallen, die Strände dort sind wunderschön und das Wasser kristallklar. Schade, dass wir ihn erst am vorletzten Tag für uns entdeckt haben. Sicher gibt es noch viele weitere schöne Strände und Sehenswürdigkeiten in Istrien und auch die Plitvicer Seen in der Nähe (3,5 Stunden) interessieren uns. Nicht zu vergessen das tolle Wetter, keine Wolke haben wir in den 6 Tagen gesehen. Würden wir wieder kommen? Ja! Für einen Kurztripp von bis zu einer Woche ist Rovinj für uns noch einmal denkbar. Aber dann außerhalb der Ferienzeiten, die Strände waren einfach viel zu voll. Das Appartement würden wir auch wieder wählen, die Lage ist perfekt und die Dachterrasse super! Leider wird es uns aber auch immer an Noras Unfall erinnern... 

 

Ein paar Bilder der Reise findet ihr hier.

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