Costa Rica 2014 - Unsere erste Familienreise


Schon lange hatten wir Costa Rica und dessen faszinierende Landschaft und artenreiche Tierwelt ins Auge gefasst - ein günstiges Flugangebot gab uns schließlich den letzten Ruck und so flogen wir vom 22.10. - 05-11.2014 nach Mittelamerika. Eine Besonderheit gab es bei dieser Reise: unsere kleine Tochter Nora (beim Abflug 5 Monate alt) begleitete uns! Ihre erste große Reise (bzw. ihre zweite außerhalb von Mamas Bauch, denn in Südafrika war sie auch schon mit dabei ;-) ) - ab jetzt sind wir zu dritt on tour :-D

Aufgrund unseres kleinen Babys plante ich die Reise diesmal komplett aus Deutschland heraus und buchte Flug, Mietwagen und die einzelnen Hotels schon hier, um eventuellen Stress zu vermeiden. Leider ging dadurch etwas Spannung und Spontanität verloren, aber wir wollten mit unserer kleinen Nora so wenig wie möglich riskieren. Wir wollten in den 15 Tagen so viel möglich sehen, aber auch entspannte Stunden mit Nora verbringen. So plante ich eine Rundreise, welche Vulkane, Wasserfälle, Regenwald, Tiere und Strände abdeckt, aber auch genügend Zeit für Erholung bietet. Rückblickend hat alles (bis auf anfängliche Probleme mit Delta Airlines) auch wunderbar geklappt, aber lest selbst...

Übersicht unserer Route:

Costa Rica 2014 StepMap Costa Rica 2014

Tag 1 - Mittwoch, 22.10.2014

Den Flug buchten wir über Air France, flogen aber mit Delta Airlines. 457 € zahlten wir pro Person, das Baby war auf dem Schoß umsonst. Ich rief direkt nach der Buchung an, um ein Babybett zu reservieren, was auch bestätigt wurde. Bis zur Reise lies ich mir dies auch noch mehrmals bestätigen. Plätze durften wir nicht reservieren, mit der Begründung, dass dies mit Baby nicht geht, mehr konnte man uns nicht sagen. Aber das Babybett war sicher und das war uns am wichtigsten. So kann Nora liegen und schlafen und muss nicht stundenlang auf dem Schoß sitzen. Der Flug ging morgens um 10 von Stuttgart über Atlanta nach San José. Wir hatten bereits einige Tage vorher gepackt, da dies mit Baby nicht so schnell geht, als allein. Wir hatten SEHR viel dabei - nicht für uns - aber für Nora ;-) Neben einem Backpackerrucksack und großem Reisekoffer hatten wir eine Autoschale, einen Buggy, einen weiteren kleinen Rucksack, eine Fototasche, einen großen Beutel mit Decken, Tragetuch, Windeln etc. für den Flug und eine Handtasche dabei - puh! Einen Teil davon brachten wir bereits am Vortag zum Flughafen und schlossen es ein, da ein Vorabend Check in nicht möglich war. Morgens halb 7 fuhren wir mit dem Bus zum Flughafen, der nur 15 Minuten von uns entfernt ist. Wir waren müde, denn schlafen konnte ich vor Aufregung über Noras ersten Flug schlecht - wie würde sie alles überstehen? Am Flughafen angekommen erzählte uns der etwas unfähige Delta-Mitarbeiter beim Check in, dass wir keine Babybett bekommen, auf keinem der Flüge!!! Wir waren geschockt, denn das war die Bedingung, dass wir unsere Tochter einem so langen Flug aussetzen. Er erklärte es damit, dass wir zwar ein Babybett haben können, aber nicht die Reihe, in die es eingehängt werden kann, da diese schon von jemand anderem reserviert wurde. Das erschloss sich uns nicht, das wir ja selbst auch nicht reservieren konnten. Also Babybett ja, aber Sitz nein - eine absolute Unverschämtheit und Kundenverarsche! Wir verlangen jemanden zu sprechen, der uns da ev. besser weiter helfen kann. Es kam eine Dame, die uns das gleiche dämliche und sinnlose Thema wieder und wieder ergebnislos erklärte. Ich wollte eigentlich nicht mehr fliegen, aber man gab uns für diesen Flug ganze 5 Plätze, wo wir genügend Platz für Nora hätten. Das klang erst mal super, aber das konnte man uns für die restlichen 3 Flüge leider im Voraus nicht zusichern. Wir nahmen das Angebot dennoch an und mussten hoffen, dass auf allen anderen Flügen genügend freie Plätze sind, um Nora bequem unter zu bekommen. Kein gutes Gefühl, ein 5 Monate altes Baby eventuell 10 Stunden auf dem Schoß zu haben :-/ Aber Gott sei Dank hat es bei allen Flügen funktioniert und wir hatten jeweils 3 Plätze nebeneinander, wo wir Nora in die Mitte legen konnten - das war im Endeffekt sogar besser als ein Babybett :-) Aber das Bangen am Flughafen braucht keiner!

Fazit: NIE WIEDER DELTA und noch genauer bei der Flugbuchung nachfragen oder besser gleich einen eigenen Sitzplatz für unsere Kleine buchen, auch wenn es genau so viel kostet, wie unsere Plätze. Noch ein Wort zu Delta: es war unser ersten (uns letzter Flug) mit dieser Airline, denn neben der Babybett-Verarsche kamen noch höchst unfreundliche Stewardessen hinzu, die allesamt mindestens über 50 waren und sich wie ein Elefant im Porzellanladen verhielten: endlich schläft unsere Maus und die brüllen die halbe Maschine zusammen: "COFFEE? TEA? COFFE? TEA?" brüllt es von allen Seiten, obwohl die Fluggäste schon zur Hälfte schliefen und vor allem Nora endlich ins Land der Träume gefunden hat. Auch auf die Bitte hin, speziell uns etwas leiser zu fragen, wurde nicht nachgegangen. Aber Nora hat die Flüge dennoch gut überstanden. Der erste Flug Stuttgart-Atlanta, 10 Stunden, war ein Tagflug und für uns etwas anstrengend, da Nora natürlich beschäftigt werden wollte. Auf den 4-Stunden-Flügen nach und von San José hat Nora die ganze Zeit geschlafen und der Rückflug war ein Nachtflug, den sie komplett verpennt hat - super!! Und Probleme mit dem Druckausgleich gab es überhaupt nicht. Perfekt - unsere Nora ist nun "langstreckenflugerprobt" und kann uns als kleiner Weltenbummler in Zukunft auf all unseren Abenteuern begleiten - juchuuu :-D
So, weiter gehts: das Boarding verlief problemlos, wir hatten mit Baby Vorrang. Den Autositz und Buggy gaben wir am Gate ab, so dass wir die Sachen in Atlanta gleich beim Ausstieg zurück bekommen konnten. Im Flugzeug hieß an dann, wie gesagt, Nora beschäftigen, aber sie war der Liebling der anderen Fluggäste und so verging die Zeit relativ schnell. In Atlanta hatten wir 3 Stunden Aufenthalt, die aber, Dank des amerikanischen Systems, auch komplett mit den Kontrollen ausgereizt wurden. Den 4-Stunden Flug nach San José hat Nora verpennt - schließlich ist es ja auch schon 23 Uhr in Deutschland. Ortszeit 19:20 Uhr kamen wir in San José an. Die Passkontrolle verlief schnell, Gepäck war auch gleich da und das Shuttle zum Mietwagenverleiher Adobe wartete bereits. Wir nahmen unseren Hyundai Tucson in Empfang, packten unsere Koffer ein, setzten Nora in den Maxi Cosi und fuhren in unser erstes kleines B&B, um endlich ein Bett zu sehen - nach 24 Stunden wird es aber auch Zeit! Wir buchten über Car del Mar bei Adobe in Deutschland den Mietwagen. Wir haben auch andere Angebote vor Ort eingeholt, aber die waren alle deutlich teurer und schlechter. Am besten immer schon in Deutschland buchen, das ist in der Regel günstiger und sicherer, was die Versicherungen anbelangt. 450 € haben wir für einen 4x4 für 14 Tage gezahlt - völlig ok. Und er verlief alles problemlos. Adobe ist in Costa Rica zu empfehlen. Wer eine Rundreise macht, braucht definitiv einen 4x4 - die Straßen sind wirklich sehr übel, dazu aber später mehr. Wir fuhren ins 10 Minuten entfernte Alajuela, wo wir ins Vida Tropical B&B eincheckten, ein kleines und günstiges Motel, was für die eine Nacht völlig ausreichend war. Es war ruhig und am Morgen gab es ein kleines Frühstück. Ein Babybett stand bereit, aber Nora schlief bei mir - ich wollte die kleine Maus nach der langen Anreise nicht in ein fremdes Bett legen. Endlich duschen, Nora wickeln, stillen und ab ins Bett! Das wurde auch Zeit! P.S:: Juchuu, wir sind in Costa Rica :-D


Tag 2 - Donnerstag, 23.10.2014

Die erste Nacht in Costa Rica war ok. Nora wachte ein oder zwei mal zum trinken auf und wir schliefen bis ca. 9 Uhr. Wir waren die einzigen Gäste, wie es schien und hatten ein abgelegenes Zimmer im Garten, so dass wir eine sehr ruhige Nacht hatten. Es war angenehm warm und das Frühstück wurde im Garten serviert. Es wurde frisch zubereitet, war aber nicht der Renner, dennoch ausreichend. Die Sonne schien und wir freuten uns - nach der langen Anreise - auf die nächsten 2 Wochen zu dritt. Die nette Köchin turtelte mit Nora auf Spanisch, was ihr etwas suspekt war, aber laut der Gestik und Mimik musste es etwas tolles sein, also wurde gelacht :-) Die Ticos - wie die Costa Ricaner genannt werden - sind generell unglaublich kinderfreundlich. So oft wie Nora hier geknuddelt und geherzt wurde, wurde sie mit ihren 5 Monaten in Deutschland insgesamt nicht "bemuddelt". "Ticos" heißen die Costa Ricaner, da sie die klassischen Verkleinerungsformen, wie chiquito, nochmals verkleinern, also chiquitico. Das machen Sie quasi bei allen Verkleinerungsformen, daher der Spitzname Tico oder Tica. Wir fühlten uns hier schon mal sehr gut aufgehoben mit unserem Baby :-) Nach dem Frühstück packten wir unsere Sachen und fuhren weiter nach La Fortuna zum Hotel Nayara Hotel Spa and Garden. Raus aus dem quirligen Alajuela, rein in die Natur Costa Ricas. Die Fahrt dauerte ca. 2,5 Stunden. Die Straßen in Costa Rica sind nicht die Besten. Wir fuhren über die Route 1, dem Panamerican Hwy. Eigentlich nur 116 km bis zum Ziel, aber mit einer Geschwindigkeitsbegrenzung von teilweise 60 km/h auf der Autobahn und kratertiefen Schlaglöchern nicht ganz einfach. Aber nach Thailand, Südafrika, USA und Mexiko ein Kinderspiel ;-) In La Fortuna stoppten wir vor dem Check in bei einem Mexikaner, um zu Mittag zu essen - mit Blick auf den Vulkan Arenal. Krass - unser erster Vulkan! Hier war es deutlich wärmer als im relativ hoch gelegenen Alajuela. Wärmer heißt ca. 30 Grad - juchuuu!

Nach dem Essen fuhren wir nur noch wenige Minuten bis in unser Hotel. Man empfing uns sehr herzlich, parkte unser Auto und schaffte die Unmengen an Gepäck ins Zimmer. In der Zwischenzeit durften wir es uns mit einem frischen Fruchtcocktail beim Check in gemütlich machen. Es wurde uns alles erklärt und Nora war mal wieder der Star :-) Ein Elektro-Golfcar oder was auch immer das für ein Gefährt war, brachte uns zum Zimmer. Der nette Fahrer drehte noch eine Runde durch die Anlage und zeigte uns alles. Bereits am Parkplatz zeigte er uns gleich unser erstes Faultier! Es hängt wohl schon seit Monaten im Baum, total niedlich. Die Anlage ist nicht zu groß und wunderschön angelegt mit mehreren Whirlpools, einem Pool für Familien und einen weiteren für Erwachsene sowie mehreren Restaurants und Bars. Alles ist perfekt in die Umwelt eingepasst und der Vulkan ist allgegenwärtig. Schmetterlinge, Vögel, Palmen und unzählige bunte und duftende Blumen - man fühlt sich wie in einem tropischen Paradies. Perfekt!

Endlich kamen wir am Bungalow an. Wir hatten eine  Casita Deluxe mit Blick auf den Vulkan gebucht. Wir bekamen die Casita 118, direkt gegenüber der Whirlpools - super. Das Zimmer war traumhaft, Jacuzzi und Hängematte auf dem Balkon, ein unglaublich toller Vulkanblick und ein großes Zimmer mit wunderschönem Bad und Außendusche. Schade, dass wir nur 2 Nächte hier sind... Das Wetter ist perfekt - blauer Himmel und die Sonne strahlt! Schnell die Klamotten weggepackt, Nora versorgt, Bikini und Badehose an und ab in die Sonne - heute wird nur noch gechillt. 

Es war mittlerweile 15 Uhr und wir entschieden uns, erst mal in den Pool zu springen. Das Wasser war angenehm frisch, es gab eine Swim-up-Bar und der Vulkan war auch wieder bestens zu sehen. Es waren ein paar Honeymooner aus den USA hier, aber insgesamt war wenig los - super! Der Pool gehört uns :-) So verbrachten wir unseren Nachmittag im Pool, chillten in der Loungelandschaft und erkundeten die Hotelanlage. In den versteckten Whirlpools flogen die Kolibris in den Blüten umher und machten dabei Geräusche wie Hummeln. Sie waren extrem schnell unterwegs und nicht auf die Linse zu bekommen - aber es sollte nicht unsere letzte Möglichkeit sein, Kolibris zu fotografieren... Als Nora und ich auf der Liege lagen und Nora ab und zu meckerte, kam ein Papagei angeflogen und setzte sich auf das Dach unserer Liege. Wir fanden das recht amüsant und Jens machte ein paar Fotos. Es war der "Hausara" Carlotta. Als Nora wieder meckerte, kam er runter und biss mich in den Arm, der Arsch! Ein Angestellter kam und brachte ihn weg. Er meinte, bei Babys reagiert er immer so. Und ich dachte, Aras sind nette Tiere... Naja, es war ohnehin seine Schlafenszeit und er verzog sich in seinen Baum. In Costa Rica wird es sehr früh und sehr schnell dunkel. 18 Uhr war es stockduster, aber immer noch um die 28 Grad. Wir ließen uns unser Essen auf das Zimmer kommen und genossen den Abend auf der Terrasse im Whirlpool. Nora schlief friedlich und ließ sich von nichts stören - sie war wohl sehr müde vom plantschen :-)


Tag 3 - Freitag, 24.10.2014

Am nächsten Morgen begrüßte uns der Vulkan gleich wieder in seiner vollen Pracht. Die Sonne schien und keine Wolke war zu sehen. Nora und ich schaukelten in der Hängematte, ich genoss meinen Kaffee und Jens machte ein paar Telefonate mit den Verwandten. Im Hotel waren diese nämlich kostenlos, das mussten wir ausnutzen. Dann hieß es ab zum Frühstück, heute wollen wir noch die Gegend erkunden. Das Frühstück war super lecker und der Kaffee ein Traum, aber wie sollte es auch sonst sein, im Ursprungsland der Kaffeebohne. Die Angestellten waren mal wieder schwer mit Nora beschäftigt und vom netten Chauffeur von gestern gab es heute sogar Spielzeug geschenkt. Ehrlich, ich habe wirklich noch nie so kinderliebe Menschen getroffen :-D Dann packten wir unsere Sachen und machten uns auf den Weg zum Vulkan Arenal Nationalpark. Vom Hotel was war dieser nur ca. 30 Fahrminuten entfernt. Der Eintritt kostet $10 pro Person. Man parkt dann etwa 500 Meter nach dem Eingang und am Parkplatz beginnen gut angelegte Wanderwege, die Richtung Vulkan führen. Dabei wandert man durch dichte Vegetation und erreicht nach ca. 30-45 Minuten, je nach Geschwindigkeit, das Lavafeld. Nach 200 Metern wurden Schilder aufgestellt, die eine weitere Annäherung verbieten, da der Arenal noch aktiv ist. Aber für tolle Bilder reicht es allemal. Schaut man sich um, kann man auch den Arenal-See, den größten Binnensee des Landes, entdecken. Man kann aus dem Vulkan etwas Rauch aufsteigen sehen, aber seit Oktober 2010 fließt keine Lava mehr. Er ist der aktivste und jüngste Vulkan Costa Ricas und einer der aktivsten der Welt. Der Nationalpark Vulkan Arenal ist täglich geöffnet von 8:00h bis 16:00 Uhr. Man sollte ca. 3 Stunden einplanen. Die Wanderung ist einfach und war auch mit Nora im Tragetuch überhaupt kein Problem. Sie fand es weniger spannend und hat fast alles verpennt. Nur sehr warm war es, aber selbst schuld, wenn man um die Mittagszeit hin fährt. Dafür waren wir, mit einer kleinen Gruppe Chinesen, fast die einzigen Besucher. 

Es war noch früh und so entschlossen wir uns, noch zum Fortuna Wasserfall zu fahren, der ca. 40 Minuten entfernt ist. Der Wasserfall befindet sich ca. 5 km südlich von La Fortuna. Der 70 Meter hohe Wasserfall ist über einen steilen, aber gut befestigten Weg mit Treppen durch tropischen Wald zu erreichen. Der Abstieg dauert ca. 15-20 Minuten, der Aufstieg etwas länger, vor allem mit einem 7 Kilo Wonneproppen vorn dran ;-) Eintritt sind $10 pro Person, parken ist bewacht und kostenlos. Es ist etwas glitschig, also am besten feste Schuhe anziehen. Nach wenigen Metern gibt es eine Aussichtsplattform mit einem super Blick auf den Wasserfall. Unten ist ein Höllenlärm - die Wassermassen stürzen in ein klares Becken, mein Mann springt gleich rein. Nora, unbeeindruckt vom Lärm, findet das ziemlich interessant. Wir sind auch mittlerweile die einzigen Besucher und genießen die "Ruhe" ;-) Wieder oben angekommen, absolut außer Atem und durchgeschwitzt, sehnen wir uns erneut nach dem erfrischenden Wasserfall. Es ist mittlerweile fast 17 Uhr und dämmert bereits, also fahren wir zurück ins Hotel, denn wir wollen noch mal in den Pool. Wir bestellen an der Swim-up-Bar etwas zum Trinken und genießen die Zeit im Pool. Nora ist hundemüde und schläft gemütlich auf der Liege - es ist ja schon anstrengend, den ganzen Tag herum getragen zu werden ;-) 


Tag 4 - Samstag, 25.10.2014

Heute müssen wir dieses tolle Hotel leider schon verlassen - unser nächstes Ziel steht bevor: der Monteverde Cloud Forest. Wir packten in Ruhe unsere Klamotten ein und frühstückten gemütlich, denn Check out war bis 12 möglich. Das nutzten wir aus ;-) Nochmal in den Pool gesprungen, ein letzter Kaffee in der Hängematte mit Blick auf den Arenal und Carlotta stattete uns in der Außendusche noch einen "Abschiedsbesuch" ab. Es war so toll hier!

Die Fahrt zur Casa Batsu, unserem nächsten Hotel bzw. Guesthouse, führte uns diesmal über die Route 142, anfangs vorbei am Arenalsee, durch Regenwälder, karges Land, aber auch Landschaften wie in der Schweiz, mit Kühen und sogar einer Almhütte. Wir machten einen Abstecher zum Llanos del Cortés Wasserfall. Über Route 1 waren dies von Fortuna ca. 90 km, was bei den Straßenverhältnissen ca. 2,5 Stunden dauerte (selbst auf dem Panamerican Hyw. konnte man aufgrund von Baustellen und Schlaglöchern teils nur 30 km/h fahren!). Ein paar Meilen hinter der Stadt von Bagaces steht dann ein Pappschild an Straße (Route 1): „Cataratas“, zu deutsch Wasserfall, steht darauf. Dort einfach abbiegen, noch ein Stück fahren und beim Parken eine freiwillige Spende an die ortsansässige Grundschule leisten, 2-3 Euro sind in Ordnung. Dann sind es noch ca. 2 km mir dem Auto bis zum Wasserfall. Man empfahl uns dringend, zu laufen, da der Weg durch vorangegangenen Regen überschwemmt sei, aber wir vertrauten unserem 4x4 ;-) Andere nahmen den Tipp der Einheimischen auch nicht ernst und so kamen uns stecken gebliebene Touristen entgegen. Wir schafften es gerade so durch den Schlamm. Und es hat sich gelohnt! Ein kurzer Abstieg von 2 Minuten führte uns zu einem wunderschönen und einsamen Wasserfall mit Badegelegenheit. Wir mussten leider getrennt zum Wasserfall gehen, da wir all unsere Sachen im Auto hatten und man uns gewarnt hatte, diese unbeaufsichtigt zu lassen. Aber es war ohnehin bereits zu spät -wir hatten noch eine Strecke nach Monteverde zu fahren und im Dunkeln wollten wir nicht ankommen - was uns aber leider verwehrt blieb... Schade, dass wir nicht länger bleiben konnten - dieser Wasserfall ist ein echter Geheimtipp! Beim nächsten Mal: Picknickkorb und Decke sowie Badesachen mit und ein paar Stunden entspannen - ohne das komplette Hab und Gut im Auto zu haben ;-)

Weiter ging es nach Monteverde. Eigentlich nur noch 2 Stunden und 90 km entfernt, aber mit diesen Straßenverhältnissen haben wir nicht gerechnet! Nach gefühlten 100 Baustellen auf der Route 1 nahmen wir dann die 145 über Las Juntas. Erst ging es super stell bergauf, aber zu noch relativ normalen Straßenverhältnissen - für Costa Rica. Die Sonne ging schon unter und wir hatten noch ca. 30 km vor uns. Normalerweise in wenigen Minuten machbar... Dann entdeckten wir einen wundervollen Aussichtspunkt, an dem wir halten mussten! Die Anwohner zeigten uns den Weg zu einer kleinen Aussichtsplattform, von der aus man die Sonne über dem Pazifik untergehen sah, die hügelige Regenwaldlandschaft im Vordergrund - traumhaft!!! Es war schon fast dunkel. Weiter ging die Fahrt, die langsam aber sicher immer holpriger und kurviger wurde. Wir waren mitten im Hochland - im Nebelwald. Die Straßen waren keine mehr, riesige Steine und Schlaglöcher mussten wir überwinden und die Durchschnittsgeschwindigkeit auf den letzten 30 km lag bei maxmal 20 km/h... Das Auto wackelte extrem und Nora konnte sich kaum im Maxi Cosi halten - ich musste ihren Kopf stützen. Und das ganze auf unbeleuchteter Straßen mitten im Dschungel - ich musste sehr lachen, da wir immer in solchen Situationen landen. Diesmal wollten wir so etwas vermeiden - wegen Nora, aber ein bisschen Abenteuer schadet keinem. Jens fand es als Fahrer nicht so witzig ;-) Wir fuhren durch kleine Siedlungen und wunderten uns, dass hier Menschen leben und ob wir noch richtig sind. Irgendwann erreichten wir den Ort Monteverde. Im Dunkeln ein unbeleuchtetes Hotelschild zu finden, war nicht ganz einfach, aber irgendwann gegen 19 Uhr waren wir da! Carlos, der Besitzer, begrüßte uns herzlich und hat schon gar nicht mehr mit uns gerechnet. Es war relativ frisch hier oben, ca. 17 Grad, würde ich schätzen. Kein Wunder, Monteverde liegt in 1500 Metern Höhe. Wir bekamen erst mal ein Begrüßungsgetränk, er zeigte uns alles und stellte uns seine Frau und seinen Sohn vor (er lebt selbst auch dort) und fragte, was wir morgen vor haben. Wir wollten in den Monteverde Nationalpark und so gab er uns auch noch Tipps dazu. Carlos war gebürtiger Costa Ricaner und sehr gastfreundlich und offen - wir fühlten uns gleich sehr wohl! Danach bezogen unser Zimmer, den Mariposa Room, holten uns in der Stadt noch eine Pizza und ließen den Abend in Ruhe ausklingen.


Tag 5 - Sonntag, 26.10.2014

Heute wollen wir in das Monteverde Cloud Forest Reserve. Es ist nur 7 km entfernt von unserer Unterkunft. Aber erst mal serviert uns Carlos ein fantastisches Frühstück. Drei Gänge und dazu einen Obstteller, ein frisch gepresster Fruchtcocktail und leckerer, selbst geernteter Kaffee. Es ist schon deutlich angenehmer als gestern Abend, ca. 21 Grad und wir genießen das Frühstück auf der Veranda mit Blick auf den schön angelegten Garten. Wir sind aktuell die einzigen Gäste. Wir fragen Carlos, ob er ab und zu Tukane hier hat, Jeden Tag, meint er, und erklärt uns den Ruf. Er klingt wie ein Frosch und wir sollen darauf achten. Wir machten uns erst mal auf den Weg in den Park. Von Carlo bekamen wir noch einen Tipp, wo man Kolibris aus nächster Nähe betrachten kann - ein Muss für uns Hobbyfotografen :-) 

Der Park hat täglich von 7-16 Uhr geöffnet und der Eintritt kosten $18 pro Person. Im westlichen Teil des Parks sind mehrere gut ausgebaute Wanderweg - die Karte dazu gibt es an der Kasse. Wir liefen den Sendero Bosque Nuboso Trail bis zum "La Ventana", dem Fenster. Bei gutem Wetter kann man hier den Park überblicken - wir hatten Nieselregen, naheliegend im Regenwald ;-) Der Weg ist einfach zu laufen und gut ausgebaut. Man fühlt sich hier wie im Märchenwald - riesige Pflanzen und Bäume umhüllt von Nebelschwaden, kleine Bäche und Vogelgezwitscher begleiten uns und wir begegnen gerade mal 4 Menschen. Nora schläft fast die ganze Zeit in Ihrer Trage.

 

Karte vom Monteverde Cloud Forest:

Quelle: http://www.monteverdeinfo.com/monteverde.htm
Quelle: http://www.monteverdeinfo.com/monteverde.htm

Zurück liefen wir den Sendero Camino Trail über die Hängebrücke wieder zum Eingang. Die Hängebrücke ist ca. 100 Meter hoch und wirkt nahezu majestätisch inmitten der Urwaldriesen. Zeit für ein paar Fotospielereien ;-) Wer mehr von diesen Brücken sehen möchte, kann den Selvatura Park oder Sky Adventures Monteverde besuchen, aber die Eintrittspreise von $30 sehen wir als nicht gerechtfertigt und belassen es bei dieser hier. Für diese Runde haben wir ca. 2,5 Stunden gebraucht. Wer hofft, im Nebelwald Tieren zu begegnen, muss schon sehr viel Glück haben. Wir haben keine Tiere entdeckt, aber dafür kommt man auch nicht nach Monteverde. Hier genießt man die wunderschöne Pflanzenwelt; Tiere gibt es genug in anderen Parks. Eventuell hat man hier mit Guide mehr Glück oder besucht den benachbarten Cloud Forest Santa Elena. Der ist weniger besucht, aber hier waren heute auch nur wenige Besucher und die Tiere haben sich trotzdem versteckt. Manuel Antonio, Cahuita oder natürlich auch der Corcovado bieten sich für Tierbeobachtungen deutlich besser an.

Am Ausgang gab es ein kleines Café wo wir uns eine Stück Kuchen genehmigten - dies war auch der Tipp von Carlos, denn hier gibt es Kolibritränken und die kleinen Vögel stürmen die Bars in Massen :-D Wir bleiben ca. 1,5 Stunden hier, um ein paar vernünftige Fotos zu bekommen - diese Tiere sind so wahnsinnig schnell! Sie führen ihren Schwirrflug mit einer Frequenz von 40 bis 50 Flügelschlägen pro Sekunde aus. Ein paar gute Bilder bekommen wir schließlich doch noch und fahren zurück ins Guesthouse. Nachdem wir uns etwas entspannt haben machen wir uns noch mal auf den Weg in die Stadt, um etwas zum Essen zu besorgen. Am Abend lud uns Carlos auf einen leckeren Rotwein ein bzw. meinen Mann - ich stille noch. Es sollte nur ein Glas werden, aber die Flasche wurde alle ;-) Carlos erzählte uns wahnsinnig interessante Dinge über Costa Rica, die Ticos uns wie er hier aufwuchs. Wir saßen noch sehr lange - ein wunderbarer Abend! Nora schlief derzeit friedlich im Zimmer - ein Hoch auf das Babyfon ;-)


Tag 6 - Montag, 27.10.2014 

Heute verlassen wir Monteverde und machen uns auf den Weg Richtung Punta Quepos an die Pazifikküste. Endlich ans Meer - juchuuuu! Check in im gebuchten Hotel Parador ist um 15 Uhr - da wollen wir auch spätestens da sein, denn wir haben nur eine Nacht dort und wollen heute noch den Infinity-Pool genießen :-D Nach einem erneut super leckerem Frühstück verabschieden wir uns von Carlos und seiner Familie. Am Parkplatz ruft uns Carlos zurück und meint, er hätte einen Tucan gehört. Wir folgen ihm durch den Garten und suchen den Vogel. Wir können ihn hören, aber nicht entdecken. Zurück am Auto folgt uns der Tukan und fliegt in einen Baum, wo wir ihn leider nur schlecht entdecken können - schade, aber wir werden definitiv noch einen zu Gesicht bekommen, meint auch Carlos. Nun fahren wir - mal wieder später als geplant - los. Über die Route 34 sind es ca. 190 km bis zum Ziel. Die Fahrt dauert uns etwa 4 Stunden, den wir müssen den schwierigen Weg, den wir gekommen sind, auch wieder zurück... Die restliche Strecke war gut ausgebaut und sogar geteert ;-) Gegen 15:30 kommen wir im Parador an und bekommen gleich ein Upgrade auf ein super Zimmer mit Meerblick - herrlich (darauf hatte ich in der Nebensaison spekuliert und das günstigste Zimmer gebucht - nun ein Schnäppchen). Alle waren auch hier wieder sehr nett und vernarrt in Nora. Man brachte uns aufs Zimmer, zeigte uns alles und dann hieß es rein in den Bikini/in die Badehose/Schwimmwindel und ab in den Infinity-Pool, auf den ich mich schon in Deutschland so gefreut hatte! 

Die Sonne schien und die Swim-Up-Bar hatte geöffnet. Es waren wenig Gäste anwesend und wir hatten fast den ganzen Pool für uns. Der Blick auf den Pazifik war traumhaft und im Hintergrund tobten die Affen im Regenwald. So verbrachten wir den Nachmittag ganz entspannt :-) Zurück im Zimmer genossen wir nochmal den Ausblick auf das Meer, bevor es dunkel wurde. Dann gingen wir ins Hotel-Restaurant essen. Es war sehr lecker, aber leider auch recht teuer. Insgesamt ist das Hotel schon etwas in die Jahre gekommen und man bezahlt mehr für die Lage, als für das Ambiente. Der Pool ist traumhaft, aber die Zimmer etwas abgewohnt. Das Parador ist ein typischer "Hotelbunker", den wir normalerweise meiden, aber ich musste unbedingt mal in einem Infinitypool plantschen ;-) Das Personal ist sehr freundlich und das Essen lecker, aber nicht ganz billig. Das Frühstück war im Preis inbegriffen und gut. Den Mehrpreis für ein Meerblickzimmer hätten wir nicht zahlen wollen, aber mit 70€ für einen gebuchten Garden-Room, dem Upgrade und Frühstück sind wir hervorragend weg gekommen! Und Glück mit dem Wetter hatten wir auch. Obwohl wir in der Regenzeit unterwegs waren, hatten wir bisher nur einmal nachts Regen - was will man mehr! So, nun ab ins Bett, morgen wollen wir den Manuel Antonio Nationalpark besuchen (die Betten sind übrigens sehr bequem).


Tag 7 - Dienstag, 28.10.2014 

Wir haben super geschlafen und sind ausgeruht. Check out ist bis 11 Uhr, also nix wie ab zum Frühstück, denn wir wollen noch mal in den Pool! Heute steht außerdem der Manuel Antonio Nationalpark auf dem Plan und die Weiterfahrt nach Ojochal. Der Park ist nur wenige Autominuten entfernt. Unsere Sachen lassen wir im Hotel und holen sie später ab. Geöffnet hat der Manuel Antonio Park von Dienstag bis Sonntag 7.00 – 16.00 Uhr, Montags hat er geschlossen. Vor dem Parkeingang heißt es Vorsicht vor Parkplatzbetrügern, die die Gäste zu früh auf andere Parkplätze lotsen und abkassieren! Man kann direkt bis vor den Eingang fahren und dort parken - einfach weiterfahren und sich nicht beirren lassen. Das Auto sollte - wie immer - komplett leer geräumt sein. Die Parkgebühr beträgt derzeit umgerechnet ca. 4 Euro; der Eintritt in den Park kostet aktuell $10 pro Person. Guides stehen zur Verfügung und sind ungewohnt unaufdringlich, wir besuchen den Park aber ohne einen Führer. Es gibt hier sehr gut ausgebaute Wanderwege, die zu schönen Buchten führen. Wir sind hauptsächlich wegen der Strände hier und erhoffen uns das ein oder andere Tier. Es sind noch ein paar andere Touristen unterwegs, aber überlaufen ist der Park derzeit nicht. Wir schlagen den Weg zum Playa Manuel Antonio ein, dem wohl schönsten Strand im Gebiet. Er ist durch seine geschützte Lage zum Baden super geeignet und hat keinen Wellengang - perfekt für Noras erstes Bad im Meer :-) Nach ca. 30 Minuten einfache Wanderung kommen wir am Strand an. Einige Affen konnten wir in den Bäumen entdecken und auch in der Nähe des Strandes schwingen sie sich von Ast zu Ast. Der Playa Manuel Antonio ist sehr schön - heller Sand, ruhiges Meer und ein üppiger Regenwald im Hintergrund. Hier machen wir es uns gemütlich. 

 

Karte vom Manuel Antonio Nationalpark:

Quelle: http://www.villascr.com/manuel-antonio-national-park
Quelle: http://www.villascr.com/manuel-antonio-national-park

Noras erstes Bad im Pazifik wird erst mal skeptisch angegangen - nur nicht zuviel Enthusiasmus zeigen. Das Wasser ist angenehm warm. Schließlich ist dann doch die anfängliche Skepsis verschwunden und das erste Bad im Meer wird genossen :-) P.S.: Beim Baden sollten man auf seine Sachen aufpassen. Einige Waschären haben es sich zum Hobby gemacht, die Taschen durchzuwühlen und Essen zu mopsen... Unsere "Strandnachbarn" konnten sich die Tiere kaum vom Leib halten ;-)  

Es ist schon nach 14 Uhr. Wie entschließen uns, noch eine kleine Wanderung zu machen und packen unsere Sachen. Duschen sind auch in der Nähe, so das man sich nochmal frisch machen kann, bevor es weiter geht. Am Strand entdecken wir noch ein Faultier hoch oben in den Bäumen, aber für ein vernünftiges Foto ist das zu weit weg. Ein Profifotograf lässt uns durch seine Linse schauen, so bekommen wir einen guten Blick auf das Tier. Es chillt - wie alle Faultiere ;-)

Zwischen dem Playa Espadilla und Playa Manuel Antonio führt der Weg zur Punta Catedral, von wo aus ein schöner Ausblick auf den Pazifik und die Strände besteht. Die Runde drehen wir noch, dann machen wir uns auf den Rückweg. Wir treffen noch auf ein Aguti, was uns schon aus Mexiko bekannt ist, sich aber nicht fotografieren lassen will. Zurück am Auto ziehen wir Resonanz: schöne Strände, netter Park, aber kein absolutes Muss, unserer Meinung nach. Und in der Hauptsaison ist der Park sicher absolut überlaufen. Tiersichtungen sind ohne Guide Glückssache. Wir waren ca. 3,5 Stunden im Park - in einem halben Tag ist dieser also gut machbar. Aber allein für den Strand lohnt sich ein Abstecher definitiv.

Auf dem Weg zurück ins Hotel entdecken wir ein  Flugzeug, zum Restaurant umgebaut, mit Blick auf das Meer - "El Avion". Perfekt - hier essen wir. Es fängt an zu dämmern und die Stimmung könnte nicht "urlaubiger" sein. So schön - ein Traum! Es wird bald dunkel. Wir holen unsere Sachen im Hotel und machen uns auf den Weg in die nächste Unterkunft Richtung Ojochal - die Phidjie Lodge. Über die Carretera Pacífica Fernández Oreamuno sind es ca. 85 km. Wir brauchen ca. 1,5 Stunden und suchen im Dunkeln mal wieder das unbeleuchtete Hotelschild. Auch die Einheimischen können uns nicht helfen :-/ Irgendwann entdecken wir es - dem Handy-Navi sei Dank - doch noch. Es regnet und der Besitzer Olivier bringt uns schnell in unseren Bungalow. Er ist Franzose ist super nett und ein absolut quirliger und offener Mensch, das kenn ich so von den Franzosen gar nicht ;-) Aber der vorangegangene  E-Mail-Verkehr lies es mich schon erahnen. Er zeigte uns das wichtigste und den Rest wollte er uns morgen erklären, wenn es hell ist. Viel konnten wir im Dunkeln von der Anlage ohnehin nicht sehen. Es war auf unserer Reise die einzige Lodge, wo das Frühstück nicht im Preis inbegriffen war, also buchte ich es für $10 pro Person hinzu. Der Bungalow hat eine eigene vollständig ausgestattete Küche, in der man sich das Frühstück auch selbst machen konnte, aber wir sind ja im Urlaub, oder ;-) Der Bungalow war wunderschön eingerichtet und hatte ein separates Schlafzimmer. Super, denn so konnten wir Nora ins Bett legen und mussten sie nicht stören, wobei sie aber ohnehin wie ein Stein schläft. Es gab keine Fenster und so konnten wir wunderbar die Dschungelgeräusche hören, aber auch den Hahn morgens :-P Aber es schlief sich sehr angenehm mit einem leichten Windhauch ums Gesicht - gute Nacht :-)


Tag 8 - Mittwoch, 29.10.2014 

Das Frühstück wird heute morgen am Pool serviert. Die Sonne scheint und nun können wir auch die Anlage im Tageslicht betrachten. Ein wunderbarer Garten mit unzähligen tropischen Pflanzen, Tieren und einem tollen Pool und das Beste: wir haben die komplette Anlage für uns allein, denn wir sind die einzigen Gäste aktuell. Es gibt nur 2 Bungalows und etwas abseits das Wohnhaus von Olivier und Isabelle, den Besitzern der Lodge. Die beiden sind Franzosen und wohnen schon seit vielen Jahren hier. Olivier ist ein sehr  herzlicher und lustiger Gastgeber, hat immer Zeit für einen Plausch und gibt gern Tipps für Ausflüge in die Umgebung. Das Frühstück besteht aus frischen Früchten, Eiern, Speck, Baguette und Marmelade sowie Kaffee und frisch gepressten Säften - jetzt kann der Tag beginnen! Zu unserer großen Freude sehen wir einen Tukan im Baum auf dem nebenan und können ihn diesmal in aller Ruhe fotografieren - ein wunderschöner Vogel :) Jeden Tag kommt er vorbei, sagt Olivier.

Quelle: http://www.esquinaslodge.com/de/toursexcursions/ wanderungen.html
Quelle: http://www.esquinaslodge.com/de/toursexcursions/ wanderungen.html

Heute machen wir einen Ausflug in den ca. 80 km entfernten Piedras Blancas Nationalpark. Der Park liegt im Süden Costa Ricas in der Nähe von Golfito. Mit einer Fläche von rund 140 km² gehört der Nationalpark zum biologischen Korridor Osa und ist eines der vielfältigsten Ökosysteme der Erde. Durch Freikauf von Land wurden die beiden Nationalparks Corcovado und Piedras Blancas verbunden. Hier befindet sich auch der Regenwald der Österreicher, das Projekt einer gemeinnützigen Organisation, die Land aufkauft und in den Nationalpark eingliedert. Wir hätten sehr gern eine mehrtägige Wanderung durch den Corcovado gemacht, was aber mit Baby nicht möglich ist, daher besuchen wir seine "kleine Schwester" Piedras Blancas ;-) Tiere, die man hier entdecken kann sind u.a. Boas, Vipers, Alligatoren, Krokodile, Aras, Kolibris, Nasenbären, Stinktiere, Jaguar, Ozelot & Puma sowie Kapuziner- und Totenkopfäffchen. Natürlich haben wir keinen Jaguar, Puma oder Ozelot gesehen, aber damit hatten wir auch nicht gerechnet ;-) Bester Ausgangspunkt für Wanderungen ist die Esquinas Rainforest Lodge, denn es gibt hier kein Besucherzentrum o. ä. Man erreicht die Lodge über die kleine Stadt La Gamba und von hier aus kann man dann die Wanderwege der Lodge benutzen; eine Karte bekommt man an der Rezeption. Ich habe vorher dort angefragt und Lunch reserviert,  das haben sie für uns als Nicht-Gäste mit gekocht - super nett! Wir haben für ein 3-Gänge-Menü 18 USD gezahlt und 5 USD für die Benutzung der Anlage (Pool, Toilette, WLan etc.).

Wir kamen gegen 11 Uhr im Park an. Nach einer kurzen Begrüßung und Einweisung entschieden wir uns, noch vor dem Mittagessen 13:00 Uhr den Waterfall Trail zu machen. Die Trails sind nicht vergleichbar mit den Wanderwegen im Monteverde, Manuel Antonio oder Arena Volcano Park. Die Wege sind eng, verlaufen mitten durch den Busch und durch Flüsse, Schlamm und über Bäume und Sträucher. Eine echte Herausforderung mit Nora in der Trage, aber wir wagen es. Gummistiefel sind auf jeden Fall zu empfehlen, wir haben auch welche dabei. Nach ca. 30 Minuten kamen wir, nach vielen Hindernissen, an einen unüberwindbaren umgestürzten Baum, so dass wir leider rumdrehen mussten. Aber die Wanderwege sind sehr schön und naturbelassen - man bekommt einen Eindruck, wie es im Corcovado sein wird, wenn wir diesen Park beim nächsten Costa Rica-Besuch erobern ;-) Leider haben wir keine Tiere gesehen... 

Pünktlich zum Mittagessen sind wir zurück. Nach dem Essen unterhalten wir uns mit einigen Gästen der Lodge, hauptsächlich Österreicher, und auch hier ist Nora wieder der Mittelpunkt :-) In der Nähe gibt es einen Tümpel, in dem wir kleine Alligatoren entdecken. Ein Nasenbär entwischt leider unserer Kamera in letzter Sekunde und wir entscheiden uns, noch den Bird Trail zu machen, um eventuell noch das ein oder andere Zier zu entdecken. Leider erfolglos. Ein schöner Trail, wenn auch nicht so schwierig wie der Waterfall Trail. Danach verlassen wir die Lodge und den Piedras Blancas und verbringen den restlichen Nachmittag und Abend entspannt am/im Pool.


Tag 9 - Donnerstag, 30.10.2014 

Heute besuchen wir den Nauyaca Wasserfall, der ca. 40 km entfernt ist. An der Hauptstraße von Dominical in Richtung San Isidro zweigt nach ca. 10 km kurz vor dem Ort Platanillo ein Weg rechts ab. Von da aus sind es noch 4 km zu Fuß zum Wasserfall. Je nach Wetterlage kann man mit den Auto (4x4) noch ein Stück weiter fahren, was wir auch getan haben. So hatten wir noch ca. 3,5 km vor uns. Der Weg ist breit und es gibt wenig Schatten, also viel Wasser dabei haben. Außerdem sind Gummistiefel oder wasserfeste Schuhe ein Muss, denn man muss auch hier kleinere Flüsse überqueren und durch teilweise knietiefen Matsch waten. Gerade nach einem Regenguss kann das eine echte Herausforderung sein. Nach der Hälfte erreicht man ein kleines Touristenzentrum o.ä., in dem man $5 zahlen muss, denn der Wasserfall befindet sich in privatem Besitz. Die Tour war anstrengend, aber hat sich gelohnt! Wir erreichen nach ca. 2 Stunden den wunderschönen Wasserfall und sind auch hier wieder allein, sie letzten Besucher sind gerade dabei, wieder zurück zu wandern. Man kann die Tour auch mit Pferden machen, was sicher auch sehr schön ist, aber mit Nora war das nicht möglich. Anbieter dieser Pferdetouren findet man direkt an der Straße zum Wasserfall, besser man bucht aber vorab, denn die Toren starten bereits sehr früh am Morgen. 

Am Wasserfall angekommen genießen wir erst mal den grandiosen Blick. Der zweistufige Wasserfall ist jeweils 20 und 45 Meter hoch und donnert in ein wunderschönes Becken, in dem man auch baden kann. Aber es ist sehr kalt und auch extrem rutschig, ich habe mir das nicht zugetraut und Jens ist auch nicht allzu weit rein gegangen. Mit Baby wird man wohl vorsichtiger ;-) Nora fand den Krach wieder sehr spannend. Wir erholten uns von der Wanderung und genossen die "Ruhe". Irgendwann mussten wir dieses kleine Paradies verlassen und machten uns auf den Rückweg. Da habe ich mir gewünscht, ich wäre doch rein gesprungen ;-)

Zurück in der Lodge musste der Pool wieder dran glauben :-) Wir berichteten Olivier von unserem Abenteuer und dieser hatte dann noch eine Überraschung für uns: Sethi, eine neue Babykatze. Es gibt bereits eine Katze namens Caramba, die nun eine Spielgefährtin hat. So süß :-) Wir verbrachten den restlichen Nachmittag wieder in der Lodge und den Abend mit einer riesigen Pizza am/im Pool - herrlich :-D


Tag 10 - Freitag, 31.10.2014

Heute ist Check out und Weiterfahrt nach Alajuela, unser Zwischenstopp, denn wir wollen eigentlich nach Punta Uva an die Karibikküste, aber das ist mit Baby für einen Tagestripp zu weit. Beim Frühstück gab uns Olivier noch den Tipp, in Ciudad Cortes, etwas weiter in Richtung Süden, nach Aras Ausschau zu halten, wir hatten nämlich, außer Carlotta im Nayara Hotel, noch keine aus der Nähe erspähen können. Wir nehmen den Umweg gern in Kauf, was sich auch sehr lohnen sollte. Nach einer herzlichen Verabschiedung fahren wir gegen 10:30 Uhr los. In dem Dorf fragen wir nach den Aras - keiner spricht Englisch. Wir versuchen es in gebrochenem Spanisch und man schickt uns zur Dorfmitte, wo ein kleiner Platz mit Hassnussbäumen ist, in dem man sie schon hören kann. Viele rote Aras streiten sich da um die Hasennüsse. Wir halten an und können die schönen Tiere in aller Ruhe beobachten und traumhafte Bilder schießen. Ein Ara streitet sich mit einem Eichhörnchen um eine Nuss, andere stressen sich untereinander (nicht, dass es nicht genug Bäume mit Nüssen gäbe ;-) ). Ein Tukan kommt auch noch vorbei und so ist das Glück perfekt!

Einige Ticos halten an und freuen sich mit uns und Nora ist - wie überraschnd - wieder der Chef :-) Ein Mädchen, Cherry, die mit Ihrer Mutter vorbei kam, wollte Nora unbedingt halten. Ich kann es nur immer wieder betonen: so unglaublich kinderlieb, diese Ticos. In Deutschland würde man jemanden, der ein fremdes Baby halten will, wahrscheinlich in die Psychiatrie einweisen ;-) Wir verbrachten sicher eine Stunde hier und schossen an die 300 Bilder. 

Dann machten wir uns auf die Weiterfahrt zur Tacacori EcoLodge. Über die Route 34 waren es ca. 240 km. Die Fahrt dauerte ziemlich lange. Wir machten oft Zwischenstopps an den wunderschönen Stränden des Pazifiks, hielten zum Essen an und fuhren endlose Kilometer an Palmenplantagen vorbei. Als wir an der Küste vorbei waren, fing es an heftig zu regnen. Es gab einen Erdrutsch uns so kamen wir euch noch in einen Stau. Wir kamen erst im Dunkeln gegen 17:30 Uhr in der Lodge an und wussten gar nicht, wie wir unser Gepäck ins Zimmer bekommen sollten, denn es regnete immer noch sehr stark. Der Besitzer half uns mit einem riesigen Schirm. Er war auch Franzose und wohnte mit seiner Frau auf dem Gelände. Viel konnten wir von der Anlage noch nicht sehen, aber der Bungalow war sehr schön und modern eingerichtet. Leider war der Besitzer etwas wortkarg und seltsam, insgesamt eher unsympathisch. Vielleicht sind wir von der bisherigen Gastfreundschaft auch einfach zu sehr verwöhnt worden; aber wir bleiben ja auch nur für eine Nacht. 

Wir bezogen schnell unser Zimmer und machten uns fertig zum Essen, denn nebenan gibt es ein Hotelrestaurant, was sehr gut sein soll - das Xandari. Der Regen hat nachgelassen und so machten wir uns auf dem Weg ins Restaurant. Das Hotel ist eher im höherpreisigen Bereich, spiegelt Gott sei Dank nicht die Restaurantpreise wieder. Die Menüpreise war wider Erwarten recht ok. Wir bekamen einen wunderschönen Platz mit Blick auf das Zentraltal und genossen die tolle Aussicht bei sehr leckerem Essen. Für zweit Gerichte plus Dessert sowie Getränken zahlten wir zusammen ca. 40€, was völlig ok ist. Wir können das Restaurant nur weiter empfehlen, Ausblick, Service, Essen - alles perfekt! Nur Nora kann nicht mitreden, die hat das Dinner mal wieder verschlafen ;-) Danach fuhren wir zurück zur Lodge und fielen ins Bett - morgen geht es früh weiter an die Karibikküste!


Tag 11 - Samstag, 01.11.2014

Heute morgen sahen wir den schönen Garten der Anlage mit seinen unzähligen Pflanzen. Auch eine Ananas - ich wusste gar nicht, dass die auf dem Boden wachsen... Es war etwas kühler, als an der Küste, was daran lag, dass wir in hier etwas höher waren. Das Frühstück war sehr gut, aber lang konnten wir uns nicht aufhalten, da wir heute noch einen weiten Weg vor uns haben. Wir packten unsere Sachen zusammen und machten uns auf den Weg Richtung südliche Karibikküste nach Punta Uva in die Korrigan Lodge. Über die Route 32 sind es 250 km - für Costa-ricanische Straßenverhältnisse ein Tagestrip ;-)

Die Strecke von Alajuela nach Punta Uva ist wunderschön! Sie führt durch die neblige Dschungellandschaft des Braulio Carrillo Nationalparks, durch die Hafenstadt Limón, vorbei an Kaffee- und Bananenplantagen und entlang der karibischen Meeresküste - ein traumhafter Roadtrip! Nora nutzte die Gelegenheit für ihren Schönheitsschlaf :) Gegen 16:00 Uhr kamen wir in der Lodge an. Wir lernten Erwan und Ingrid kennen, die Besitzer der Lodge, die mit Ihren beiden Kindern auch auf der Anlage wohnen. Wieder wohnten wir bei Franzosen :-) Bassam, der Haushund, war stets anwesend und bewachte alles. Erwan erklärte uns das Wichtigste und dann bezogen wir unseren Bungalow.

Ich hatte den Bungalow Koad gebucht. Insgesamt gibt es vier Bungalows - es waren derzeit auch alle besetzt. Ein kalifornisches Paar, ein paar zurückhaltende Deutsche und ein weiteres nettes Pärchen aus den USA. Der Bungalow war traumhaft! Mitten im Regenwald etwas abseits mit einer schönen Veranda plus Hängematte. Der Bungalow hat keine Fenster, nur Fliegengitter, so hatten wir das volle Dschungelfeeling :) Die Einrichtung war ebenfalls sehr schön und "dschungeltypisch". Wir richteten uns für die nächsten 3 Tage ein und freuten uns auf eine entspannte Zeit in der Karibik. 

Auf dem Gelände entdeckten wir noch ein Faultier hoch oben im Baum - die Amis fanden das total "AMAZING" ;-) Die Anlage gesamt ist wunderschön in den Regenwald integriert. Der Strand ist ca. 10 Minuten entfernt und essen + einkaufen kann man in Puerto Vjiejo nebenan sehr gut, was nur wenige Fahrminuten entfernt ist. Bzgl. Abendessen ließen wir uns von Erwin beraten und er empfahl uns den EL REFUGIO GRILL. Das Restaurant ist nur 600 Meter von der Lodge entfernt und wirklich lohnenswert. Es ist schön in den Dschungel integriert und offen gestaltet. Die Karte ist sehr übersichtlich, nur ca. 7 Gerichte gibt es pro Abend, dafür aber megafrisch und lecker! In der Hauptsaison sollte man auf jeden Fall vorher reservieren. Dort waren wir nicht das letzte Mal!

Zurück in der Lodge bitten wir Erwan, uns einen Rotaugenlaubfrosch zu zeigen. Das hat er auch erfolgreich geschafft :-) Endlich - ohne eine Sichtung dieses putzigen Tierchens wäre ich nicht zurück geflogen ;-) Sie kommen nur nachts raus, tagsüber schlafen sie unter großen Blättern. Sie sind nur wenige cm groß, daher für den Laien schwer zu finden. Aber wir waren erfolgreich uns haben tolle Fotos schießen können! Dann machen wir es uns noch in der Hängematte gemütlich und lauschen den Dschungelgeräuschen - man kann sorg das Meer hören - wunderbar! Als wir schlafen wollen, macht uns ein sehr lauter Frosch einen Strich durch die Rechnung, aber gegen Mitternacht ist dann endlich "Ruhe" - bis auf die Brüllaffen, die in sich den frühen Morgenstunden durch die Baumkronen schwingen :-)


Tag 12 - Sonntag, 02.11.2014

Die Nacht war durch die Dschungel-Geräusch-Kulisse sehr angenehm. Das Frühstück wurde im offen gestalteten Empfangsbereich serviert (ich wüsste nicht, dass wir in Costa Rica einmal in einem geschlossenen Raum gegessen hätten ;-) Es war eines der Besten der gesamten Reise: frisches Obst, Müsli mit Jogurt, Eier und Speck, Toast mit leckerer selbstgemachter Marmelade und Costa-ricanischer Kaffee. Nach einem ausgiebigen Frühstück machten wir uns auf den Weg in den Cahuita Nationalpark, ca. 35 Autominuten entfernt. Es gibt zwei Eingänge in den Park: einen Eingang an der Kelly Creek Nationalparkstation (Cahuita), ab 6 Uhr geöffnet, sowie einen Eingang an der Puerto Vargas Nationalparkstation, ab 8 Uhr geöffnet. Die beiden Eingänge sind durch einen 7 km langen Wanderweg verbunden. Wir betraten den Park am Eingang Puerto Vargas und zahlten $5 Eintritt pro Person. Der einfache Wanderweg verläuft parallel zum Strand, man kann sich also zwischendrin immer mal wieder abkühlen ;-) Auf der einen Seite hat man den dichten Regenwald mit seinen Tieren, auf der anderen Seite den wunderschönen weißen Palmenstrand und das hellblaue Meer - traumhaft! 

Quelle: http://www.hallo-costarica.com/cahuita-nationalpark.html
Quelle: http://www.hallo-costarica.com/cahuita-nationalpark.html

Der Strand war wunderschön und die Palmen ragten bis ins Meer hinein. Wir konnten einige Tiere entdecken: Affen, Greifvögel, Spinnen, Nasenbären und verschiedene Vogelarten. Wir liefen langsam bis zur Punta Cahuita. Dort teilte uns ein Guide mit, dass wir bis 15 Uhr wieder diesen Punkt passieren müssen, wenn wir zum Auto zurück wollen. Es war bereits 14 Uhr, als wir dort ankamen, und wir wollten noch ins Meer, also liefen wir nur bis zur ersten Flussmündung. Es sind 2 Flussmündungen zu durchqueren, wenn man bis zum Kelly Creek laufen möchte, die je nach Regenzeit mehr als knietief sein können. Da wir aber ohnehin umdrehen wollten, mussten wir uns damit nicht auseinandersetzen ;-) Durch den Park zur Hauptstraße zu gelangen ist verboten und auch nicht möglich, da der Dschungel zu dicht ist. Insgesamt begegneten wir nicht allzu vielen Besuchern, trotz des traumhaften Wetters. Das machte das Ganze noch relaxter, denn es gibt nichts schlimmeres, als sich in eine Schlange zu stellen, um einen Affen im Baum fotografieren zu können... Da haben wir uns wohl die perfekte Reisezeit ausgesucht :-) 

Auf dem Rückweg suchten wir uns einen schönen Strandabschnitt zum Chillen aus. Wir hatten eine Decke dabei und machten es uns gemütlich. Auf der Decke wird im Schatten erst mal ordentlich gestrampelt - nach einer so langen Zeit in der Trage ist das auch bitter nötig! Dann wird es Zeit für Noras erstes Bad im Atlantik/karibischen Meer und es gefällt ihr natürlich wieder :-) Essen und Getränke haben wir dabei und so machen wir es uns für eine Weile gemütlich und genießen den Blick auf das Meer - ich liebe den Ozean!!! 

Bis zum Ausgang ist es noch ein Stück. 16 Uhr schließt der Park, also machen wir uns so langsam auf den Rückweg. Wir halten in Puerto Viejo für einen Snack an und beobachten das Treiben. Die Ticos hier sind so anders als die an der Pazifikküste oder in San José. Man fühlt sich wie in einem anderen Land und merkt den karibischen Einfluss. Selbst Carlos, der Besitzer der Casa Batsu und selbst Costa Ricaner, ist das in seinem Urlaub hier aufgefallen. Hier hört man an jeder Ecke Reggae-Musik, welche damals die Bananenplantagen-Arbeiter aus Jamaica mitbrachten. Die Menschen sind eine Mischung aus indianischen Ureinwohnern und schwarzen Zuwanderern und die Mühlen mahlen hier noch langsamer. Viele urige Strandbars mit Reggaemusik, kleine Hängemattenshops und bunte Holzhütten prägen das Bild, welche hauptsächlich von alternativen Surfertypen und braungebrannten Mädels mit Rastas besucht werden. Ab und zu kann man einen Hauch von Haschisch in der Luft verspüren - classic ;-) Beim Einsteigen ins Auto gibt uns ein junger Mann ein unmissverständliches Zeichen, ob wir gern etwas von seinen Kräutern kaufen möchten, aber wir lehnen dankend ab und fahren wieder in die Lodge. Richtung Punta Uva geht es dann wieder etwas ruhiger zu. Wer also Party möchte, fährt nach Puerto Viejo oder Cahuita.

Zurück in der Lodge machen wir es uns noch mal gemütlich und plauschen mit den Amis, bevor wir zu Abend essen gehen. Heute wollen wir ins Restaurant Jungle Love am Playa Chiquita in Puerto Viejo. Leider ist das beliebte Thunfischsteak aus :-( So wähle ich einen anderen Fisch, ebenso sehr lecker und fangfrisch! Der Schokokuchen zum Nachtisch war ein Traum! Das Restaurant ist schön in den Dschungel integriert, wie der Name schon sagt und definitiv zu empfehlen! Zurück in der Lodge machen wir uns noch mal auf eigene Faust auf die Suche nach dem Rotaugenlaubfrosch, leider erfolglos... vielleicht zeigt er sich morgen nochmal. So, Nora muss ins Bett und die Hängematte wartet :) 


Tag 13 - Montag, 03.11.2014

Tatsächlich - es ist ein Regentag! Der erste auf unserer Reise (in der Regenzeit wohlgemerkt). Da es ohnehin unser letzter Urlaubstag ist - morgen ist Fahrtag - nutzen wir die Gelegenheit und frühstücken ausgiebig, faulenzen in der Hängematte und schauen uns die Strände an, die bei diesem Wetter auch wunderschön anzusehen sind. Die Karibikküste hat schwarze und auch weiße Strände, starke Wellen oder flaches Planschbeckenwasser und überall ist der dichte Regenwald im Hintergrund - Costa Rica eben :) 

Schöne Strände findet man in Punta Uva, Manzanillo, Cahuita und Puerto Viejo. Mit ein wenig Glück kann man ein Faultier in den Bäumen entdecken. Gegenüber der Korrigan Lodge, am Strand von Punta Uva, lassen sich die süßen Baumbewohner täglich beobachten. Wir haben an diesem Tag allein fünf entdecken können :) 

Weiterhin besuchen wir heute noch das Puerto Viejo Foundation Jaguar Rescue Center. Das Jaguar Rescue Center ist eine gemeinnützige Organisation, die wilde, verletzte und kranke Tiere aufnimmt, rehabilitiert und in Schutzgebieten wieder aussetzt. Geführte Touren finden Montags bis Samstags um 9:30 und 11:30 statt. Eintritt kosten $18 pro Person. Es ist 11:30 und es regnet noch, aber die meisten Bereiche im Center sind überdacht. Wir kommen pünktlich zur geführten Tour und lassen uns die aktuell aufzupäppelnden Tiere zeigen und erfahren interessante Dinge über sie. Wir halten nichts von zooartigen Anlagen und meiden diese in jedem Urlaub, aber diese hier kommt definitiv den Tieren zu Gute, wobei man merkt, dass sie auf den Eintritt als Unterstützung angewiesen sind, was ja auch ok ist. Es gibt viele junge Menschen, die hier freiwillig unterstützen, sog. Volunteers. Nach ca. einer Stunde haben wir alles gesehen, darunter ein Babyfaultier, Tukane und Aras, Schlangen, einen kleine Ozelot, Frösche, Affen, einen Falken und Krokodile. 

Danach cruisen wir noch ein wenig durch die Gegend, kaufen uns eine Hängematte für zu Hause - das beste Souvenir, wie ich finde :) - chillen in der Lodge und schnacken mit den Amis, bevor wir zum Abschluss noch mal ins Refugio Grill zu Abend essen. Zurück in der Lodge haben wir noch mal Glück mit dem Rotaugenlaubfrosch und können ein ein paar schöne Bilder schießen. Nachdem Nora eingeschlafen ist, baumeln wir noch ein letztes Mal in der Hängematte und lauschen dem Dschungel und Ozean - ich habe jetzt schon wieder Fernweh...


Tag 14 - Dienstag, 04.11.2014

Heute ist ein übersichtlicher Tag: Check out und die Rückfahrt nach Alajuela. Die letzte Nacht, bevor morgen früh unser Rückflug geht. Die Sachen sind gepackt und wir genießen unser letztes gemütliches Frühstück. Es waren 3 tolle Tage an der Karibikküste! Wunderschöne Strände, quirlige Städtchen, eine fantastische Lodge und eine artenreiche Tierwelt - endlich haben wir hier auch unseren Frosch entdeckt :) Gegen 11:30 Uhr fahren wir los. Es ist die gleiche Strecke wie wir her gekommen sind - die Route 32 durch den wunderschönen Braulio Carrillo Nationalpark. Mit ein paar Stopps zum Essen und Sightseeing kommen wir am Abend in Alajuela an. Dort geben wir unseren Mietwagen ab - alles verlief problemlos - und man bestellt uns ein Taxi zum Hotel. Wir schlafen im Hotel Vista Linda Montana. Renate, die deutsche Besitzerin, wartet schon auf uns, denn es ist schon fast 20 Uhr. Es wird eine kurze Nacht, denn 8:15 Uhr geht unser Flieger und wir müssen 3 Stunden vorher da sein. Und packen müssen wir auch noch sowie duschen. Und dann wäre da noch ein Baby zum bespaßen ;-) Renate ist so lieb und schafft uns morgen früh zum Flughafen - 5:00 Uhr! Horror - danach brauchen wir wieder Urlaub ;-) Also nix wie ab ins Bett, nachdem alles startklar gemacht wurde.


Tag 15 - Mittwoch, 05.11.2014

Es ist soweit, die lange Rückreise steht an. Pünktlich um 4:15 Uhr klingelt der Wecker. Nora schläft noch. Wir machen uns fertig und Renate bringt uns Kaffee und Sandwiches - so nett! Kurz vor 5 wecken wir das Töchterchen, die als Langschläferin gar nicht weiß, was los ist :) Frische Windel und was bequemes für das Flugzeug an und los gehts. Die Fahrt zum Flughafen dauert ca. 20 Minuten - es sind viele Autos unterwegs und es ist mittlerweile auch schon hell. Hier ticken die Uhren anders als in Deutschland. Am Terminal angekommen startet die Diskussion um das Babybett. Man sichert uns zu, dass wir auf beiden Flügen einen leeren Platz zwischen uns für Nora bekommen, da es natürlich mal wieder kein Babybett gibt. Im Flugzeug sieht das anders aus. Ein junger Costa Ricaner setzt sich neben uns. Aber er ist so nett und nimmt einen anderen Platz, so dass wir Nora auf den Sitz legen können. Die schläft aber lieber auf Mamas Arm ;-) Nach 4 Flugstunden, die Nora fast komplett verpennt hat, kommen wir um 13:15 Uhr in Atlanta an. Wir haben knapp 5 Stunden Aufenthalt, wobei wir davon bereits 2 in der amerikanischen Passkontrolle verbringen... Zwar haben wir mit Baby Vorrang, trotzdem dauerte es so lange. Wahnsinn! Als wir dann endlich durch sind, schlendern wir durch das Terminal und entdecken ein Diner, in dem wir bereits im Mai 2013 waren - das TGI Friday's. Das ist kulinarisch zwar kein Highlight, aber der Nostalgie wegen essen wir trotzdem hier. Uns wir sitzen auch noch auf den gleichen Plätzen wie 2013 - nur zu dritt :-D Natürlich gibt es Cheeseburger mit Pommes! Die Bedienung ist verliebt in Nora und wir in ihren Südstaatendialekt :-) 

Boarding ist 17:00 Uhr - 18 Uhr geht der Flieger. Same shit as always: unsere 3er-Reihe ist wieder mit einem jungen Amerikaner besetzt. Der ist auch geschockt, dass er nun 9 Stunden neben einem Baby sitzen soll ;) Aber die Stewardessen regeln das und er darf woanders hin und alle sind glücklich. Aber dieses Russisch-Roulette machen wir nicht noch mal mit, das nächste Mal buchen wir einen extra Sitzplatz für Nora. 

Es ist ein Nachtflug. Nach dem Abendessen werden die Lichter ausgemacht. Ich stille Nora und sie schläft, nach anfänglichen Problemen, ein. Die Stewardessen waren, wie bereits auf dem Hinflug, nicht sehr leise... Das letzte Mal Delta, ich kann es nur noch mal betonen! Nora schläft bis zum Frühstück durch und wir schauen uns ein paar Filme an und entspannen, so gut das eben in der Holzklasse geht. Die Landung übersteht Nora, wie auch die restlichen Starts und Landungen, sehr gut - ich glaube, sie hat davon gar nichts gemerkt. Der Druckausgleich war ja unsere größte Sorge, aber das war überhaupt kein Thema. 

Es ist 9 Uhr Ortszeit in Stuttgart und arschkalt - ca. 5 Grad! Wir holen unsere Koffer, schnappen uns ein Taxi und düsen ab nach Hause. Es geht sofort ins Bett, auch Nora macht mit :) Wir schlafen bis Nachmittag um 3 - das war eine anstrengende Rückreise! Aber sie hat sich gelohnt! Eine Traumreise geht zu Ende und mit unserer Tochter Nora war sie nochmal um ein vielfaches schöner! ¡Pura Vida!


Übersicht Reiseroute und Sehenswürdigkeiten:

  • Tag 1: Flug Stuttgart - Atlanta - San José, Übernahme Mietwagen und Fahrt nach Alajuela, Übernachtung im Vida Tropical B&B (Reisedauer von zu Hause bis zum Check In: 24 Stunden)
  • Tag 2: Weiter nach La Fortuna zum Hotel Nayara Hotel Spa and Garden
  • Tag 3: Vulkan Arenal Nationalpark und Fortuna Wasserfall
  • Tag 4: Weiter nach Monteverde zum Hotel Casa Batsu mit Zwischenstopp am Wasserfall Llanos   del Cortes
  • Tag 5: Nebelwalde Monteverde
  • Tag 6: Weiter nach Manuel Antonio zum Hotel Parador
  • Tag 7: Manuel Antonio Nationalpark und Weiterfahrt nach Ojochal zur Phidjie Lodge
  • Tag 8: Piedras Blancas Nationalpark
  • Tag 9: Wanderung zum Nauyaca Wasserfall
  • Tag 10: Zurück nach Alajuela, Zwischenstopps an Stränden, Übernachtung in der Tacacori Lodge
  • Tag 11: Weiter nach Punta Uva zur Korrigan Lodge
  • Tag 12: Cahuita Nationalpark
  • Tag 13: Jaguar Rescue Center
  • Tag 14: Rückfahrt Alajuela, Rückgabe Mietwagen, Übernachtung Linda Vista Montana B&B
  • Tag 15: Rückflug San José - Atlanta - Stuttgart

 

Infos zum Reisen in Costa Rica:

 

Impfungen: keine Impfungen vorgeschrieben 

 

Malaria: Zone A -  geringes und saisonal bedingtes Malaria-Risiko 

 

Beste Reisezeit:

  • Trockenzeit: November/Dezember bis Ende April
  • Regenzeit: Mai bis November, täglich Regenfälle um den Mittag herum ein für ein paar Stunden; Vegetation sehr üppig, weniger Touristen; an der Atlantikküste normalerweise mehr Regen. September und Oktober sind die regenreichsten Monate (durch Klimawandel aber verändert). Günstige Preise im Mai, Juni, September und Oktober

 

Nach Regionen:

  • Guanacaste, nördlicher Pazifik: trockenste Region Costa Ricas, auch in den Monaten bereisbar, die sonst am Pazifik eher regenreich sind
  • Puntarenas, mittlerer & südlicher Pazifik: Mai, Juni und September, Oktober feucht; der tiefe Süden und die Osa Halbinsel sind in den o.g. Monaten nicht unbedingt lohnenswert: Überschwemmungen 
  • Karibik: September und Oktober sehr gut zu bereisen; Dezember und Januar eher schlecht
  • Nördliches Costa Rica: ganzjährig, in allen Monaten hin und wieder Regenschauer
  • Hochland: An mehr als 300 Tagen im Jahr Regen; dennoch sehr interessant, da ohne Regen der Nebelwald so nicht existieren würde
  • Zentraltal: ganzjährig, in allen Monaten hin und wieder Regenschauer

Erfahrung aus unserer Reise: Es gibt bei einer Rundreise durch Costa Rica nicht die perfekte Reisezeit. Trotz Regenzeit hatten wir nur an einem Tag fast Regen (Atlantikküste) und ab und zu Nachts oder Nachmittags Niederschläge, was uns aber nicht gestört hat. In der Trockenzeit stelle ich mir den Regenwald nicht sehr attraktiv vor. Auch in der Osa-Region war das Wetter zu der Zeit, als wir da waren, ok und das war der regenreichste Monat Oktober. Wir hatten zudem günstige Preise, kostenlose Upgrades und weniger Touristen, was sehr angenehm war. Wir können den Oktober als Reisezeit empfehlen. 

 

Flüge: 2 internat. Airports: Juan Santamaria in Alajuela bei San José und Daniel Oduber in Liberia

Wir haben über Air France gebucht (ausgeführt von Delta) und haben den Tipp beim Urlaubsguru gesehen, 915 Euro Gesamtpreis. 

 

Einreise: Der Reisepass muss noch mindestens 180 Tage lang gültig sein. Wer einen längeren Aufenthalt als 90 Tage plant, benötigt eine Aufenthaltsgenehmigung bzw. ein Visum. Achtung: Viele Flüge führen über die USA. Es gelten die dortigen Einreisebestimmungen (ESTA Antrag! 11 Euro pro Person). Auch Babys benötigen einen eigenen Reisepass! Flughafensteuern $28,00 + Sicherheitsgebühr $6,00 pro Person sind bei Ausreise aus Costa Rica zu zahlen. 

 

Zeitverschiebung: Zeitzone: GMT -6 Stunden. Der Zeitunterschied zur Mitteleuropäischen Zeit beträgt –7 Stunden; zur europäischen Sommerzeit sind es –8 Stunden.

 

Bargeld: Costa Rica ist im Vergleich zu anderen lateinamerikanischen Ländern ein verhältnismäßig teures Land. Währung ist der Costa Rica Colón (CRC). Bargeld kann man überall abheben und tauschen (Banken, Hotels). Am besten kommt man mit einer Kreditkarte und hebt vor Ort ab. Wir haben CRC und auch US$ abgehoben. Man fährt etwas besser mit der Landeswährung. In vielen Lodges & B&B´s wird bar bezahlt, daher empfiehlt es sich, immer Bargeld dabei zu haben. 

Gegenwärtiger Umrechnungskurs (Stand Januar 2015): 1 Euro = 606,0457 Costa-Rica-Colón

 

Sicherheit: Costa Rica ist ein sicheres Reiseland; wir haben uns auch zu keiner Zeit unsicher gefühlt. Laut Auswärtigem Amt könnte hauptsächlich Diebstahl bei Touristen zum Problem werden. Wenn man dabei einige Dinge beachtet, dann kommt es gar nicht so weit: Auto abschließen und keine Wertsachen darin liegen lassen, am besten das Handschuhfach zusätzlich öffnen, keine teuren Uhren oder Schmuck bei sich tragen und nie allzu viel Bargeld oder Wertsachen dabei haben. Und wenn möglich nicht im Dunkeln fahren, gerade in einigen Gebieten von San José. Falls es doch zu einem Überfall kommt, auf keinen Fall zur Wehr setzen. Aber bei uns gab es keine Zwischenfälle und wir haben auch von keinem anderen derartiges gehört. 

 

Mietwagen: Costa Rica ist ein typisches Rundreiseland. Ein Mietwagen ist dabei sehr praktisch, obwohl es auch gute Busverbindungen gibt. Am besten nimmt man ein Allrad, also ein 4x4, denn damit kann man notfalls auch durch Flüsse fahren und meistert die oftmals schlechten Straßenverhältnisse. Wir hatten einen Hyundai Tucson 4x4 und sind damit hervorragend zurecht gekommen. Mieten ist vorab in Deutschland definitiv günstiger. Da sind auch meist alle Versicherungen dabei - man muss den Wagen nur noch abholen. Wir haben über Car del Mar gemietet und der Anbieter vor Ort war dann Adobe. Wir waren sehr zufrieden, der Preis lag bei 450 € all in für 14 Tage (mein Mann bekommt aber noch 10% Rabatt über seine Firma).

 

Unterkünfte: Unterkünfte findet man von einfach bis luxuriös. Wir hatten eine Mischung aus B&B´s, Lodges und auch etwas Luxus - perfekt. Sehr schön sind die Dschungellodges, wobei die meisten davon keine Babys akzeptieren :-( Ich habe über TripAdvisor unsere Unterkünfte gesucht und nach Beliebtheit geordnet und so wurden wir auch nicht enttäuscht. 

 

Essen: Es gibt sehr viele schöne und gemütliche Restaurants oder auch so genannte Sodas, was eine Art Imbiss/kleines Restaurant, aber ohne Alkohollizenz, darstellt. Landestypisch sind Gerichte aus Reis, (schwarze) Bohnen, Mais/Tortillas, Huhn, Kochbananen, Käse, natürlich Fisch und Meeresfrüchte und leckere Nachspeisen aus Kokos. Das Bier ist für deutsche Verhältnisse gut und die Cocktails (Pina Colada, Cuba Libre...) super lecker und frisch. Frische Früchte kann man an jeder Ecke kaufen und nicht zu vergessen ist der Costa-ricanische Kaffee! In den günstigen Sodas kostet ein Gericht um die $5, in Restaurants und Hotels is(s)t man mit ca. $15 pro Gericht dabei. Bitte beachten: oftmals ist die Verkaufssteuer von 13% und der Bedienzuschlag von 10% nicht in den Preis einkalkuliert. Wenn man zufrieden ist, ist ein Trinkgeld trotz des Bedienzuschlags zusätzlich angemessen.

 

Souvenirs: Schöne Mitbringsel sind z.B. aus Tropenhölzern gefertigte Holzobjekte, wie Schalen, Kämme etc., Carretas, der bunte traditionelle Ochsenkarren als Symbol für Costa Rica, Öko-Produkte, wie Seifen, Briefpapier aus Bananenblättern und Kaffee aus heimischer Produktion sowie natürlich eine Hängematte, die wir mitgebracht haben. Bitte keine Mitbringsel aus Regenwaldhölzern oder Lederwaren von Reptilien, Korallen, Orchideen, Riesenmuschel, Schildpatt und daraus hergestellte Produkte usw.

 

Die Ticos & Ticas: Die Costa Ricaner sind sehr aufgeschlossen, sympathisch, hilfsbereit und freundlich, man fühlt sich sofort willkommen! Die Kinderfreundlichkeit ist unbeschreiblich - überall wurde sehr herzlich und liebevoll mit unserer Tochter umgegangen. Natürlich geht hier, wie in vielen lateinamerikanischen Ländern, alles etwas langsamer ;-) Zur Begrüßung, zum Abschied und auch generell sagt man: ¡Pura Vida! - Das pure Leben! 


Übersicht Eintrittspreise

Sehenswürdigkeit                         Preis in USD pro Person

Arenal Volcano Park

$10 
Fortuna Wasserfall
$10
Monteverde Cloud Forest Reserve
$18
Manuel Antonio Nationalpark
$10
Nauyaca Wasserfall
$5
Cahuita Nationalpark $5
Jaguar Rescue Center $18
Stand: 10/2014

Übersicht Übernachtungsmöglichkeiten

Ort Hotel Preis pro ÜN FS   Wlan  Sonstiges Unsere Bewertung
Alajuela
Vida Tropical B&B 38 € ja ja einfaches Hotel, als Zwischenstopp ok

La Fortuna      
Nayara Hotel Spa & Garden 195 € ja ja traumhafte Anlage, schöne Zimmer, schöner Pool, Ausblick auf Vulkan, Service
Monteverde 
Casa Batsu 66 € ja ja nette Gastgeber, super Essen, schöne(s) Zimmer/Bad
Quepos
Hotel Parador 73 € ja ja

Aussicht, Pool, Abendessen, Service

- etwas abgewohnt, Touri"bunker"


Ojochal Phidjie Lodge 73 € nein ja nette Gastgeber, schöne Anlage, toller Pool, etwas abseits gelegen
Alajuela
Tacacori Lodge 70 € ja ja schönes Hotel und Anlage, Gastgeber unsympathisch 
Punta Uva
Korrigan Lodge 73 € ja ja traumhafte Lage mitten im Dschungel, schöne Bungalows, nette Gastgeber, strandnah
Alajuela         
Linda Vista Montana B&B 57 € ja nein nette dt. Gastgeberin, Flug- hafentransfer auch sehr früh, Zimmer schon etwas abgewohnt
Stand 10/2014

Legende:

Der Preis bezieht sich jeweils auf eine Übernachtung. Es handelt sich um Zimmerpreise, nicht pro Person.
FS = Frühstück inbegriffen

Ein paar Worte zum Reisen mit Baby

 

Wenn man im Internet zum Thema Reisen mit Baby googelt, findet man eigentlich nur zwei Arten von Menschen: diejenigen, die schon (fern)reiseerprobt sind und auch mit Baby die Welt erkunden sowie überzeugt davon sind, das dies absolut kein Problem für Eltern und Baby darstellt und diejenigen, die bisher nur die Ostsee,  (falls diese nur max. 1 Stunde entfernt ist), Bauernhöfe und Center Parks besucht haben und Eltern, die ihr Baby nur in die Nähe eines Flugzeugs bringen, als Rabeneltern betiteln, ohne selbst jegliche Erfahrung damit gemacht zu haben. Ich habe mich ausschließlich mit Erfahrungen und Meinungen er ersten Gruppe auseinandergesetzt. 

Natürlich waren wir auch skeptisch, ein kleines Baby, was schon eine Fahrt im Kinderwagen als mordmäßig spannend empfindet, auf so eine große Reise zu schicken. Weniger die Reise vor Ort war machte uns hierbei Bedenken, mehr der Flug war es, der uns Sorgen bereitete. 14 Stunden Flugzeit - da kann man nicht mal eben rechts ran fahren und aussteigen, wenn es nicht funktioniert. Lange Wartezeiten, eventuell Ohrenschmerzen beim Druckausgleich, Platz- und Schlafmangel, Lärm, eventuelle Stillprobleme (ich habe zu dem Zeitpunkt noch voll gestillt) und auch andere Gäste, die sich eventuell gestört fühlen sind nur ein paar Gedanken, die uns durch den Kopf gegangen sind. Aber am wichtigsten: wird es unserem kleine Schatz gut gehen oder muten wir ihr zuviel zu? Wir sind durchaus fernreiseerprobt und entspannte Eltern und auch unsere Tochter ist ein total relaxtes und liebes Baby, aber ganz ohne Bedenken gingen auch wir nicht an diese Reise. Deshalb war mir auch das Babybett im Flugzeug so sehr wichtig, das Nora auf jeden Fall vernünftig schlafen konnte, was ja dann komplett anders als geplant kam, aber eher zum Vorteil. Aber all diese Bedenken haben sich zum Glück nicht bewahrheitet. Wir hatten mit Baby stets Vorrang an Warteschlangen und beim Boarding, Start und Landung hat Nora gar nicht mitbekommen, geschlafen hat sie super, zumindest bei den Nachtflügen und die anderen Fluggäste haben sich überhaupt nicht gestört gefühlt, ganz im Gegenteil: sie haben sich lieb mit ihr beschäftigt. Der Tagflug hinzu war anstrengend, da Nora fast die ganze Zeit wach war und beschäftigt werden wollte. Ab und zu hatte sie auch Einschlafprobleme im Flugzeug. Das lag vielleicht an der ungewohnten Umgebung, an dem Fluglärm oder auch den Stewardessen, die ja - wie bereits beschrieben - nicht sehr dezent waren. Aber irgendwann ist sie weggeratzt, da war die Müdigkeit stärker. Aber das Wichtigste: ihr ging es gut und sie hatte keine Schmerzen, es war ihr eben nur langweilig und wir hatten Schlafmangel ;-)

In Costa Rica selbst gab es gar keine Probleme. Wir hatten unseren eigenen Maxi Cosi mit und Nora schlief auf den Autofahrten fast die ganze Zeit. In den Hotels erfreute sie sich an den Pools und auf den Unternehmungen fühlte sie sich in ihrer Babytrage pudelwohl. Nicht zu vergessen die viele Aufmerksamkeit der Costa Ricaner, die sie genossen hat. Das Klima scheint ihr gefallen zu haben und sie hat es genossen, immer bei Mama und Papa im Bett schlafen zu dürfen. Zwar haben wir fast immer ein Babybett bekommen, aber ich konnte es nicht übers Herz bringen, sie da rein zu legen ;-) 

Wir haben es nicht bereut, mit Nora diese weite Reise gemacht zu haben, im Gegenteil! Jetzt wissen wir, auf was zu achten ist und was man alles braucht bzw. eben nicht braucht. Nora hat es gut vertragen und die Zeit mit ihren Eltern genossen, denn wir waren den ganzen Tag für sie da. Und wir haben es langsamer angehen lassen! Das ist der Vorteil am Reisen mit Baby: man nimmt sich nicht zu viel vor und ist entspannter. Man kann aber auch nicht mehr alles machen. So ist der Corcovado Nationalpark zu gefährlich mit Babys, Whalewatching auf einem Boot mit Baby nicht erlaubt, Tauchen oder Reiten nicht möglich oder auch Rafting selbstverständlich zu gefährlich, es sei den, man macht diese Ausflüge getrennt vom Partner. Das wollten wir nicht, haben aber auch nichts vermisst. Vorsicht gilt auch bei einigen Hotels: es gibt jede Menge "Adults only"-Hotels, die auch keine Ausnahmen machen. Das sind meist Hotels/Lodges mit internationalen Besitzern, denn die Ticos lieben Kinder. Ein familiäres Hotel ist aber ohnehin deutlich angenehmer :)

 

Tipps zum Reisen mit Baby:

 

Eins vorab: in den ersten Monaten ist es am unkompliziertesten, da sind die Kleinen noch leicht zu befriedigen. Je älter sie werden, desto anstrengender wird es (für die Eltern ;-) ). Und allgemein gilt: je entspannter die Eltern, desto entspannter das Baby.

  • Vor der Reise:
    • Reisepass: Auch Babys benötigen einen eigenen Pass mit biometrischem Passbild.
    • Eventuell nötige Impfungen für das Reiseland rechtzeitig in Erfahrung bringen 
    • Packliste erstellen und rechtzeitig beginnen zu Packen, damit ev. fehlendes Equipment noch besorgt werden kann
  • Was muss mit:
    • Mobil sein: Maxi Cosi und Kinderwagen kann man meist direkt beim Einsteigen ins Flugzeug abgeben und bekommt es direkt beim Aussteigen wieder. So hat man die Sachen gleich zur Hand und kann das Baby hinlegen. Wir würden keinen Buggy mehr mitnehmen, die Babytrage (wir hatten ein Tragetuch und eine Manduca dabei) war völlig ausreichend. Wir haben den Buggy nur am Flughafen benutzt und ab und zu in Restaurants, aber Nora wollte lieber auf dem Schoss sitzen. In Costa Rica selber sind Buggys ohnehin unnötig und sperrig (Strand, Dschungel...). Eventuell wird ein Buggy wieder interessant, wenn Nora älter ist. Die Babytrage zumindest hat hervorragende Dienste geleistet, aber ich bin ohnehin schon seit Geburt an gerne Tragemami :)
    • Windeln: gibt es fast in jedem Urlaubsland zu kaufen. Dennoch sollte man sich vorher sicherheitshalber erkundigen. Wir haben 2 Packungen Pampers mitgenommen, die für 15 Tage gereicht haben. Feuchttücher und ggf. Windeltüten nicht vergessen.
    • Reiseapotheke: Fieberzäpfchen, Fieberthermometer, Zahnschmerzmittel und ev. vom Arzt verordnete Medikamente (Vitamin D, Fluoretten o.ä.)
    • Klamotten: je nach Reiseland. Wir haben viel zu viel mit genommen. In warmen Ländern, gerade in den Tropen wo es auch nachts warm ist, reichen meist Windel und Shirt oder Body aus. Für den Flug ist der Zwiebellook perfekt. Und natürlich auch etwas wärmeres, falls die Nächte doch mal kühler sind sowie leichte lange Hosen und Oberteile aufgrund der Sonneneinstrahlung. Hier gilt: Weniger ist mehr und einen Wäscheservice gibt es in den Unterkünften fast immer.
    • Reisebett: war bei uns unnötig, da bis auf eine Unterkunft alle eins zur Verfügung gestellt haben. Ansonsten muss jeder selbst abwägen, ob er sein Baby mit im eigenen Bett schlafen lässt, sollte es mal kein Babybett geben. Aber ein sperriges Reisebett würden wir nicht wieder mit nehmen. Wichtig: vorher bei den Hotels anfragen.
    • Sonnen- und Mückenschutz: ist für Babys enorm wichtig. Wir hatten Ballistol Stichfrei Kids, das ist auch für Babys geeignet sowie eine Sonnenschutzmilch mit einem Lichtschutzfaktor von 50.
    • Babyfon: auf jeden Fall mitnehmen. So kann man auch mal am Pool entspannen, falls der Empfang so weit reicht.
    • Spielzeug: das Lieblingsspielzeug muss mit und am Besten auch etwas neues und interessantes für den Flug als Zeitvertreib besorgen. 
  • Auf dem Flug:
    • Am besten fliegen, wenn man noch voll stillt, so erspart man sich das Mitschleppen der ganzen Flaschen, des Breis usw. Und dann am besten wieder auf Reisen gehen, wenn das Kind schon normal mitisst. Ich würde mit den ganzen Utensilien, welche man zum Babybrei machen benötigt, nicht auf Reisen gehen wollen, wenn es sich anders planen lässt. 
    • Ich würde nur noch einen eigenen Sitzplatz für das Baby buchen, das ist am bequemsten für alle und man hat zudem Platz zum Spielen . Wobei wir mit dem Babybett keine Erfahrung gemacht haben.
    • Bei uns hat es problemlos geklappt, aber sollte der Druckausgleich nicht funktionieren, das Baby stillen/Flasche geben oder einen Nunni. Nasenspray soll auch helfen, auch zwischendurch gegen die trockene Luft im Flieger.
  • Im Urlaubsort:
    • Bei Mietwagenrundreisen: genug Pausen einplanen, nicht zu lange Strecken vornehmen.
    • Am besten den normalen Tagesrhythmus versuchen, etwas einzubehalten. Wir haben Nora nie geweckt, wenn es nicht wirklich nötig war. Kinder zeigen, wenn ihnen etwas nicht passt und dann sollte man dem nachkommen. Lieber fällt eine Sightseeingtour flach, als dass es dem Baby schlecht geht. Dann genießt man eben die Zeit am Pool :)
  • Wieder daheim:
    • Jetlag: ich habe oft gelesen, das der Jetlag den Kindern weniger ausmacht, als den Eltern. Das kann ich so nicht unterschreiben. Im Reiseland selber hatten wir keinerlei Probleme, aber wieder zu Hause hatte Nora ca. 2 Wochen nachts zu kämpfen, sprich sie  war gegen 1/2 Uhr ca. 30 Minuten wach und wollte spielen. Aber 8 Stunden Zeitverschiebung sind auch nicht einfach wegzustecken...

Fazit Costa Rica

Schon seit einer Weile hat uns dieses Land gereizt und endlich haben wir den Schritt gewagt - und diesmal mit Baby :-) Wir haben es nicht bereut! Costa Rica ist deutlich schöner und noch abwechslungsreicher, als wir uns das vorgestellt hatten. Das Land, mit einer Größe von Niedersachen, ist so unglaublich schön und vielfältig - ob brodelnde (und ruhende) Vulkane, tosende Wasserfälle, tropische Regenwälder, paradiesische Strände, eine einzigartige Tierwelt, riesige Kaffee- und Bananenplantagen oder quirlige Städte - es ist für jeden etwas dabei. Ein weiter wichtiger Faktor sind die Einheimischen, die einem absolut sympathisch und offen gegenübertreten. Die Menschen sind unglaublich aufgeschlossen, hilfsbereit und absolut kinderfreundlich, was natürlich diesmal bei der Auswahl des Reiselandes eine neue und wichtige Rolle gespielt hat. Eine Rundreise ist hier Pflicht, denn sonst verpasst man viel zu viel von diesem schönen Fleckchen Erde. Eigentlich sind, gerade bei dieser langen Anreise, 3 Wochen perfekt, aber in 2 Wochen sieht man auch enorm viel. Man muss sich auf verhältnismäßig hohe Preise einstellen, als man es sonst aus anderen lateinamerikanischen oder karibischen Ländern gewohnt ist. Aber auch hier kann man mit etwas Recherche gut sparen. Wir haben 2 super schöne Wochen hier verbracht und kommen sicher noch einmal wieder, sobald Nora alt genug ist, um sich später auch an ihre kleinen Abenteuer zu erinnern. Denn das macht das Reisen aus: schöne und bleibende Erinnerungen, mit/an denen man wächst, denn das ist Pura Vida - Das pure Leben! 


Mehr Fotos dieser Reise findet ihr in der Bildergalerie. Fragen beantworten wir gern über das Kontaktformular.