Kenia 2012


Lange Zeit hatten wir bereits Kenia im Kopf, aber konnten uns bisher nicht „überwinden“, eine Reise in dieses Land zu buchen, da es uns nie richtig überzeugen konnte – bis heute :-) ! So flogen wir vom 21.09.2012 bis 06.10.2012 nach Mombasa, um Strand und Safari zu kombinieren – und haben es nicht bereut – nur, dass wir uns erst jetzt für dieses wunderbare Land entschlossen haben!

Ich entschied mich, wie oftmals, vorerst nur Flug und Ferienhaus (Cottage) für 2 Wochen zu buchen und den Rest vor Ort zu planen. Mit etwas Glück fand ich eine gute und günstige Direktverbindung von Düsseldorf nach Mombasa. Der Flug ging am 21.09.2012 um 21 Uhr von Düsseldorf und dauerte ca. 9 Stunden. Ein paar Filme und ein Nickerchen später landeten wir gegen 7 Uhr morgens im Mombasa – die Zeitverschiebung aufgrund der deutschen Sommerzeit beträgt hier nur eine Stunde – mal kein Jetlag :-) Das Klima ist anders als sonst, kaum Luftfeuchtigkeit und schön warm – nicht zu heiß – also unerwartet angenehm. Wir buchten ein Cottage ca. 300m vom Strand entfernt – African Dream Cottages. Noch in Deutschland vereinbarte ich mit der deutschen Besitzerin einen Flughafentransfer und pünktlich nach dem Landen stand eine Kenianerin mit dem Taxi bereit und brachte uns zum Cottage. Der erste Eindruck von Kenia war anders als wir es uns vorstellten: Mombasa und die umliegenden Dörfer sind wirklich arm und Touristen findet man selten außerhalt der Hotelzonen. Auch die Diani Beach Road ist nicht vergleichbar mit „Tourizentren“ anderer Länder – im Vergleich weniger „europäisiert“ oder „amerikanisiert“, wenn man so sagen möchte, was uns aber ohnehin besser gefällt, denn deshalb fliegen wir ja in ferne Länder :-) Kenia ist also bisher das ärmste Land das wir bereisen – was sich auch in den Strand- und Straßenverkäufern widerspiegelt, die wirklich jeden „Neuling“ belagern. Mein Mann war bereits in Tunesien, wo die Einheimischen Verkäufer auch ziemlich aufdringlich werden können, aber die so genannten „Beach Boys“ am Strand sind mit Abstand die Hartnäckigsten! Dazu später mehr.

Das Cottage

Die Fahrt nach Ukunda dauerte ca. 50 Minuten. Diani Beach liegt ca. 30 km südlich von Mombasa. In der Ferienanlage angekommen empfang man uns mit einem erfrischenden Cocktail und wir konnten auch gleich unseren Bungalow beziehen. Das liebevoll eingerichtete Cottage ist im afrikanischen Stil gehalten und ausgestattet mit Bett, Küche, Kühlschrank, Herd, Kochutensilien Schrank, Regalen und Bad mit WC und Dusche sowie einem Deckenventilator. Die Fenster sind offen und nur mit einem Fliegengitter ausgestattet, aber das ist sehr angenehm und nicht laut oder störend. Auch eine Klimaanlage fehlt nicht, da immer ein frischer Luftzug durch die Fenster kommt. Die Geräuschkulisse der Natur empfand ich als sehr beruhigend uns angenehm. Von der möblierten Terrasse hat man einen schönen Blick zum Pool, der im Zentrum der 16 Bungalows liegt. Weiterhin bietet die Anlage eine (Pool-)Bar und ein Restaurant, Rezeption, eine mit Sand aufgeschütteten Liegebereich sowie eine schön gestaltete Gartenanlage - Sonnenliegen sowie Badetücher stehen zur freien Verfügung. Im Preis inbegriffen war das Frühstück, was man bei Wunsch auch direkt auf der eigenen Terrasse genießen konnte – das ist Urlaub! :-)

Die Cottages waren innerhalb der zwei Wochen wenig belegt, da auch keine Ferienzeit war. Lediglich eine Langzeiturlauberin war immer da sowie abwechselnd einzelne Besucher, von denen man aber nicht viel mitbekommen hat. Privatsphäre und individueller Urlaub garantiert! Direkt gegenüber befindet sich das „Forty Thives“ – die wohl bekannteste Strandbar am schönsten Strandabschnitt von Diani Beach. Nach wenigen Gehminuten findet man einen Supermarkt mit Bankautomaten, Restaurants, Einkaufscenter etc. Ein Nachteil, wahrscheinlich auch der Einzige – ist, dass man allein - auch bei Tageslicht - nicht zum Strand laufen kann, da es in letzter Zeit wohl zu Überfällen gekommen ist. So muss man von einem Hotelangestellten eskortiert werden. Am Anfang waren wir etwas irritiert, aber sicher ist sicher, daher haben wir das Angebot dankend entgegengenommen - vielen Dank an William dafür :-) Wenn man zurück möchte, stehen Massai an der Forty Thieves Bar. Sie freuen sich natürlich über ein kleines Trinkgeld. Abends bieten die meisten Restaurants einen kostenfreien Abholservice an und bringen dich auch zurück ins Hotel, denn allein sollte man nach Einbruch der Dunkelheit in Kenia nicht unterwegs sein. Zur Sicherheitssituation in Kenia können wir nicht viel sagen - wir hatten keine negativen Eindrücke, aber vom Hörensagen gab es wohl Überfälle, was aber nicht nur den Touristen, sondern auch den Einheimischen passiert. Keinen teuren Schmuck offen tragen und Wertgegenstände im Hotel lassen hilft dabei schon mal weiter. Das Cottage an sich wird 24h überwacht. Im Allgemeinen können wir die Ferienanlage bedenkenlos weiterempfehlen – sehr freundliche Mitarbeiter, tolle Zimmer und eine rundum wunderschöne Anlage mit genügend Privatsphäre – wir würden jederzeit wieder hier buchen!

Die Umgebung / der Strand
Diani Beach ist ein beliebter Ferienorte in Kenia, direkt an Südküste und ungefähr 40km südlich von Mombasa. Ca. 10 Kilometer feiner weißer Sandstrand und türkisblaues Meer geben einem das perfekte Urlaubsfeeling. Am Strand entlang haben sich Urlaubshotels angesiedelt – also mangelt es nicht an Restaurants, Bars oder Wassersportmöglichkeiten. Einkaufen kann man in den 3 Einkaufszentren in der Nähe des Cottages, die man per Fuß, mit dem Taxi oder Matatu (Sammeltaxi) erreichen kann. Ein Taxi kostet pro einfache Strecke ca. 350 KSH, bitte vorher den Preis vereinbaren und handeln. Matatus kosten 40 KSH. Supermärkte sind vergleichsweise teuer, daher lohnt sich das Essen im Cottage oder auch im Restaurant.

Essen gehen kann man zum Beispiel im African Pot (typisch afrikanisch), in der Strandbar Forty Thieves (direkt gegenüber vom Cottage am Strand), im Ali Barbours (Tipp!! Super tolles Restaurant in einer Tropfsteinhöhle mit offenem Dach – fantastisch; gehört zum Forty Thieves und ist direkt nebenan) oder auch im "The Sands" im Hotel Nomads am Strand. Preise sind etwas günstiger als in Deutschland, aber für afrikanische Verhältnisse dennoch teuer. Die Preise im Cottage sind angemessen und das Essen schmeckt dort auch sehr gut. Getränke haben wir im Supermarkt gekauft, das typische kenianische Bier „Tusker“ kostet z.B. 100 KSH.

Der Strand ist sehr schön – weißer und weicher Sand, türkisfarbenes Meer und Palmen – fast wie in der Karibik, aber mehr Seegras. Ebbe und Flut waren nicht störend – bei Ebbe war das Wasser absolut ruhig, was für mich toll was, bei Flut gab es mehr Wellen, was mein Mann begeisterte... Ebbe und Flut wechseln sich aller 6 Stunden ab. Einzig negativ waren die Beachboys, die am Strand UNBEDINGT etwas verkaufen wollen. Bei einigen reicht ein nettes aber klares "nein" einfach nicht aus - mit anderen kann man sich aber auch nett unterhalten. Nach einigen Tagen lassen sie von einem ab, aber teilweise kann das schon sehr störend sein. Aber bitte nett bleiben, für viele ist es die einzige Verdienstmöglichkeit. Souvenirs haben wir an der Hauptstraße gekauft - bitte handeln, aber nicht um jeden Preis - die Kenianer leben davon. Es gibt sehr schöne Holzschnitzereien oder auch Stofftücher, die zu empfehlen sind.

Safari(s)

Natürlich sind wir wegen den Safaris nach Kenia gekommen! Nach eingehenden Recherchen im Internet und ca. 20 noch vor dem Urlaub angeschriebener Safarianbieter aus Deutschland und vor Ort konnte ich schon vorab gute Vergleiche ziehen. Buchen wollten wir dennoch erst in Kenia, um das das Unternehmen kennenzulernen und das beste Angebot rausholen zu können. Ein Mitarbeiter vom Cottage empfahl uns Dream Kenya Safaris beim Chandarana Supermarkt / Shopping Center, wo wir auch gleich am 3. Tag unserer Reise hingingen. Lilian, die Managerin, beriet uns ausführlich und wir entschieden uns gleich für eine Safari bei diesem Anbieter – ich verlasse mich immer auf mein Bauchgefühl und das stimmte mal wieder :-) Vorab habe ich mich bereits für den Amboseli Nationalpark entschieden, wegen dem Blick zum Kilimandscharo sowie für die Maasai Mara. Zwei mal 2 Tage oder eine längere Safari, je nach Preis, kamen in Frage. Zum Schluss entschieden wir uns für 5 Tage am Stück (4 Übernachtungen), angefangen beim Tsavo West, Amboseli und 2 Übernachtungen in der Maasai Mara. Der Preis beinhaltete alles außer Getränke und Trinkgelder und war völlig in Ordnung für diese Leistung, auch im Vergleich zu meinen Recherchen vorab. Am Donnerstag sollte es losgehen! Juhuu!! :-) Also machten wir uns – nach 5 chilligen Tagen am Strand – auf zum Safari-Abenteuer!

Früh morgens um 6 Uhr holte uns unser Fahrer Abu ab und es ging durch Mombasa zum Tsavo NP. Wir waren nur zu zweit im Wagen, hatten also eine Privatsafari, die natürlich sehr individuell ist – perfekt auf unsere Bedürfnisse abgestimmt. Abu fragte uns, welche Tiere wir sehen wollten und neben den Big 5 wollten wir natürlich Giraffen, Geparden und Nilpferde sehen. Nach zwei kurzen Zwischenstopps und auch bereits ein paar Tieren, wie Giraffen und Antilopen, kamen wir gegen 13:30 Uhr in der Lodge an. Wir hatten uns für das Severin Safari Camp entschieden, was ein absoluter Traum ist!! Das Severin Safari Camp befindet sich etwa 250 Kilometer von Mombasa entfernt im Tsavo West Nationalpark, dem größten Tierreservat in Ostafrika. Der Tsavo NP teilt sich in Tsavo Ost und West auf, wobei der Tsavo West landschaftlich schöner ist, weshalb wir uns auch für diesen entschieden haben. Der Tsavo West bietet er eine wunderschöne Naturkulisse mit weiten Savannen, bewaldeten Flussebenen und den berühmten „roten" Elefanten (rot von der roten Erde dort). Der Tsavo Ost bietet liegt näher an der Küste, ist flacher und ist perfekt für eine Kurzsafari, da schneller erreichbar. Im Camp angekommen bekamen wir erstmal einen Cocktail, bevor wir zum Mittagessen ins offene Restaurant gingen, von dem aus wir einen perfekten Blick auf die Landschaft und ein Wasserloch hatten, an dem sich wilde Tiere aufhielten (Affen, Zebras, Krokodile und - den Spuren nach zu urteilen - auch Elefanten). Zudem hatten wir Blick auf den Kilimandscharo, der aber aktuell von Wolken umgeben war. Das gesamte Camp ist nicht eingezäunt und daher perfekt in die Natur integriert. Nach dem leckeren 3 Gänge-Menü und einem erfrischenden Tusker bezogen wir unser Zelt.

Die Zelte sind luxuriös eingerichtet und sehen eigentlich aus wir Hotelzimmer mit Bad und Dusche aber anstelle von Wänden hat man eben ein Zelt drumherum :-) Von der Terrasse vorm Zelt aus hat man eine wunderschöne Aussicht auf die Landschaft und die wilden Tiere, die ungehindert am Wasserloch vorbeiziehen. Massaikrieger sorgen rund um die Uhr für Schutz. Romantik pur gibt es beim nächtlichen Lagerfeuer vor dem Wasserloch – absolut unbeschreiblich!

Es gibt auch einen toll in die Landschaft integrierten Pool mit Blick auf die dort grasenden Tiere, wie etwa Warzenschweine oder „Pumbas“ :-), in dem wir uns noch kurz erfrischten, bevor wir auf unsere erste Pirschfahrt („Game Drive“) gingen.

16:00 Uhr ging es los: wir fuhren ca. 20 Minuten zu den Mzima Springs, einem Quellsee mit Krokodilen, Affen und Nilpferden. Eine besondere Attraktion ist der Unterwassertank, der in den Fluss eingelassen wurde und so eine Beobachtungsmöglichkeit für Fische und Krokodile bietet. Schon auf der Fahrt zu den Quellen sahen wir Zebras (oder auch einen originalen „Zebrastreifen“, also ein Zebra, was über die Straße geht :-D), Antilopen, Büffel, Giraffen und - von weitem - die ersten Elefanten.

 

Im Park führte uns ein Ranger durch die Quellen und wir entdeckten unsere ersten spannenden Tiere: ein riesiges Krokodil das faul im Wasser lag und Nilpferde, die sich in der Quelle vergnügten. Danach machten wir uns auf die Suche nach Löwen, die abends normalerweise besonders aktiv sind, aber blieben leider erfolglos. Zurück im Camp genossen wir wieder draußen unser Dinner und ließen den aufregenden Tag auf der Terrasse mit einem Bier und Wein ausklingen. Wenn wir zum Restaurant wollten, kam ein Massai und eskortierte uns aufgrund der Tiere. Ich war sehr gespannt auf unsere erste Nacht in der Savanne…

Nach einer erfrischenden Dusche legten wir uns ins riesige Bett, was schon vom Roomboy vorbereitet wurde. Nicht lang, nachdem das Licht aus war, schnarchte auch schon mein Mann, aber ich hörte etwas lautes stampfen und wurde neugierig! Leise schlich ich mich zum Zeltfenster und guckte raus. Was ich da sah, ließ mir den Atem stocken: mehrere riesige Giraffen standen direkt vom Zelt uns naschten an den Bäumen! Unglaublich! Mein Mann wachte auch auf und wir genossen leise den nahen Anblick dieser wunderschönen Tiere – es ist nicht erlaubt, mit der Taschenlampe zu leuchten, zu Fotografieren oder sogar etwa raus zu gehen. Auch der Strom wird zum Schutz der Tiere ab 23 Uhr abgestellt. Irgendwann schlief ich aufgeregt ein…

Am nächsten Morgen hieß es – nach einem heißen Kaffee - auf zur nächsten Pirschfahrt. 7:30 Uhr ging es los. Ca. 2 Stunden erkundete Abu mit uns den Tsavo West und wir sahen einige Tiere, so zum Beispiel wieder Giraffen (vielleicht die gleichen von letzter Nacht ;-)), Antilopen, Büffel, Elefanten, Zebras, Warzenschweine, diverse Vögel und Spuren von Löwen – wenigstens etwas ;-) In der Morgensonne hatten wir einen fantastischen Blick auf den Kilimandscharo und auf die Taita und Chyulu Hills.

Danach fuhren wir zu einem gemütlichen Frühstück zurück ins Camp, checkten aus uns machten uns in einer Autokolonne (das ist sicherer aufgrund von Überfällen…) auf den Weg in den Amboseli Nationalpark. Auf dem Weg dahin machten wir Halt am Shetani Lavastrom, der vor über 200 Jahren entstand und sich wie ein Fluss durch den Tsavo West schlängelt. Auf dem Weg zum Amboseli sahen wir viele der typischen Maasai-Dörfer und schon am „Gate“ zum Amboseli liefen Giraffen, Elefanten, Strauße, Gnus und Zebras durch den Park. Ein Elefantenbulle kam so nah, dass wir fast kollidierten ;-)

Gegen Mittag kamen wir der Ol Tukai Lodge an. Die Lodge ist einer der besten Spots, Elefanten mit dem Kilimandscharo im Hintergrund zu sehen. Ob vom Zimmer, Restaurant oder Pool aus – überall Elefanten :-) Nach dem Bezug unserer Zimmer (diesmal kein Zelt) aßen wir zu Mittag, chillten im Pool und lernten einen nette Neuseeländerin kennen, die bereits seit Monaten in der Welt unterwegs ist und von Kenia absolut begeistert war – „the real Africa“, um in Ihren Worten zu sprechen. Leider ist diese Lodge – im Gegensatz zu der im Tsavo NP – eingezäunt, so dass nur Affen uns besuchen kamen, aber der Blick dafür umso imposanter in Richtung Elefanten, Zebras und Büffel, die sich vorm Kilimandscharo tummeln (mein Favorit bleibt aber das Severin Safari Camp :-) ).

Um 16 Uhr machten wir uns auf die abendliche Pirschfahrt durch den Amboseli. In diesem Park wimmelt es nur so von Elefanten! Ob einzelne Männchen, Mama mit Baby oder ganze Herden - alles konnten wir sehr nah beobachten – meist liefen die majestätischen Tiere direkt vor dem Geländewagen über die Straße – hier gilt: Vorfahrt beachten :-)

Viele kleine Sandstürme sowie der wunderschöne Blick zum Kilimandscharo sind typisch für den Amboseli, weshalb er auch der meistbesuchte Nationalpark Kenias ist. Wir hatten Glück und der Berg war kaum wolkenverhangen – am nächsten Morgen sogar völlig klar zu sehen. Im Gegensatz zum hügeligen und bewachsenem Tsavo NP ist der Amboseli eher flach und karg, bis auf den majestätischen Kilimandscharo im Hintergrund. Der Park besteht teilweise aus Sumpfland, so dass man auch auf Nilpferde trifft :-)

So langsam wird es Zeit für ein paar Raubtiere – so machten wir uns auf die Suche nach Löwe, Gepard und Co. Die üblichen Verdächtigen – wie Giraffe, Strauß, Gnu, Antilope, Zebra, Affe, Elefant & Büffel - waren überall zu finden, der König des Dschungels versteckte sich aber dafür sehr gut ;-) Auch Nilpferde suhlten sich im Schlamm - waren daher aber eher schlecht zu sehen. Aber dann kam der Anruf: eine andere Gruppe hatte einen Geparden entdeckt – sofort machten wir uns auf dem Weg dorthin. Unterwegs begegneten wir noch ein paar Hyänen. Am besagten Ort angekommen standen bereits einige Jeeps und gucken gespannt Richtung Kilimandscharo. Ich holte meine Brille raus und nahm auch noch das Fernglas zu Hilfe, aber entdecken konnte auch unser Fahrer Abu nichts. Aber Moment: Irgendwas bewegt sich im Busch – und tatsächlich: ein stolzer und wunderschöner Gepard drehte seine Runden, aber leider zu weit entfernt, um ein gutes Bild zu erhaschen. Ca. 20 Minuten beobachteten wir das Tier, bis wir uns Richtung Sonnenuntergang in die Lodge aufmachten. Hoffentlich sind die Geparden in der Maasai Mara nicht so scheu :-/

In Kenia geht die Sonne sehr schnell unter – 18:30 ist es nahezu stockfinster, dafür ist der Sonnenuntergang umso spektakulärer! Wir machten kurz Halt, um den Moment zu genießen… In der Lodge angekommen gab es Abendessen und dann hieß es mal wieder ab ins Bett – der Wecker klingelt um 6!

Am nächsten Morgen kurz vor 6 packten wir gleich unsere Sachen für die Maasai Mara, frühstückten gemütlich und machten uns dann auch die nächste Pirschfahrt, die dann am kleinen Flugplatz mitten im Amboseli enden sollte. Der Sonnenaufgang neben dem Kilimandscharo war spektakulär und in den frühen Morgenstunden sammelten sich bereits Elefanten, Zebras, Büffel und sogar ein riesiges Nilpferd vor der Traumkulisse zum Fotoshooting :-) Wir kamen kaum zum Frühstücken und niemals sonst als bei dieser Safari war ich so schnell wach, in den Klamotten und draußen an der Luft, um den Morgen und diese außergewöhnliche Stimmung zu genießen – das ist Afrika!

Bei der Pirschfahrt gab es keine neuen Tiere, aber dafür einen wolken- und nebelfreien Kilimandscharo und traumhafte Farben! Wir genossen die Stille und beobachteten die Tiere. Ein Elefant blieb mir besonders in Erinnerung: ein junger Bulle fühlte sich durch einen Vogel so sehr gestört, dass er trötend über die Straße rannte und den Vogel versuchte zu verjagen :-) Und wir waren mit dem Jeep nur 3 Meter entfernt. Klasse!

Um 10 Uhr ging unser „Flieger“ in die Maasai Mara. Der Flughafen war eine Schotterpiste und die Cessna sah auch nicht sehr vertrauenswürdig aus – aber egal :-) Nach einem abenteuerlichen Start hatten wir nochmal einen tollen Blick über den Amboseli und den Kilimandscharo – und nun auf ins nächste Abenteuer! Landschaftlich macht die Maasai Mara nicht ganz so viel her wie der Tsavo, da der Park eher flach ist, dennoch ist sie einmalig und eines der schönsten, bekanntesten und meistbesuchten Naturschutzgebiete Kenias. Der Park ist Teil der Serengeti und schließt sich nördlich direkt an ihn an. Mit einer Fläche von ungefähr 1510 Quadratkilometern und einer Höhe von bis zu 1650 Meter über dem Meeresspiegel besteht der Park hauptsächlich aus Grassavanne. Daneben gibt es Busch- und Baumsavanne entlang des Maraflusses. Nachts kann es hier schon mal ziemlich frisch werden. Der Name besteht zum einen aus der in diesem Gebiet lebenden Massai sowie dem Namensteil „Mara“, was „gepunktet“ bedeutet, da die Landschaft von oben betrachtet durch die vielen einzeln stehenden Bäume wie gepunktet erscheint, was vom Flugzeug aus sehr schön zu sehen war. Der Tierbestand, vor allem die Raubtierdichte - ist groß und die Hoffnung auf den Rest der „Big 5“ (Elefant, Nashorn, Büffel, Löwe und Leopard) besteht nach wie vor :-)

Nach der Landung wartete der Jeep des Camps bereits auf uns. Zum Camp waren es nur wenige Minuten, aber dennoch sahen wir bereits Elefanten, Büffel, Impalas und Gazellen. Wir übernachteten 2 Tage im Governors Camp, dem bekanntesten Camp in der Maasai Mara. Es ist nicht eingezäunt und liegt direkt am Mara River, daher ist es das ganze Jahr von vielen Tieren „umzingelt“ – jay! :-) Das Camp wurde außerdem mehrfach als das beste Camp der Welt ausgezeichnet – dann kann ja nichts schief gehen!

Im Camp angekommen bekamen wir - mal wieder :-) - einen Cocktail, bevor wir die Zelte bezogen. Insgesamt ist das Camp sehr offen gehalten – auch das Restaurant ist offen und man hat einen tollen Blick auf den Fluss. Von unserem Zelt aus konnten wir auch direkt auf den Fluss schauen. Das Zelt war klasse - modern und gemütlich eingerichtet mit Terrasse und großem Bad. Schnell umziehen, bevor es zum Mittagessen ging…

Wir hatten einen perfekten Tisch in der ersten Reihe mit Blick auf die Savanne und den Fluss. Das Essen bestand aus einem 3 Gänge Menü, aber mein Mann hatte keine Zeit zum Essen, da er Nilpferde im Fluss entdeckte, die dort ordentlich Radau machten. Auch ein riesiges Krokodil sonnte sich am Ufer – super! Ich hatte zudem meinen Spaß mit den vielen Mungos, die auch etwas vom Mittagessen abgreifen wollten :-) Nach diesem leckeren Lunch und einem kühlen Tusker blieben wir noch eine Weile bei den Nilpferden, bis wir uns noch eine Runde auf Ohr hauten, bevor es 15:30 Uhr auf die erste Pirschfahrt in die Mara ging. Leider war an schlafen nicht zu denken, da wir, neben dem Besuch von einem Warzenschwein, von den lauten Hippos vor unserem Zelt auf Trapp gehalten wurden – das war aber auch zu interessant :-)

Dann ging es auf zur ersten Pirsch – ich war gespannt wie ein Flitzebogen auf die Mara, da ich nur Gutes gehört hatte. Das erste Mal waren wir zu viert im Auto – ein anderes junges deutsches Pärchen war auch dabei, mit denen wir uns gut verstanden. Ohne Umschweife machten wir uns auf die Suche nach Löwen und Geparden. Zwischendurch sahen wir Elefantenherden und Zebras sowie Giraffen. Unser Guide Koech wusste, wo er suchen musste, denn relativ schnell fanden wir eine Löwenfamilie mit Mama, Papa und 6 Kindern :-) Diese dösten in einem Busch und entschlossen sich später, weiter zu wandern – wir fuhren bis auf 2 Meter an die Gruppe ran – genial!!! Sie fühlten sich durch uns nicht gestört – beachteten uns eigentlich gar nicht… Ich hätte ewig dort sitzen können, aber ein anderer Fahrer funkte uns an, er habe Geparden – Cheetas – entdeckt!

Also machten wir uns auf den Weg und entdeckten auch schon die Mutter mit zwei Kleinen im Gras – fantastisch und absolut niedlich! Aber damit nicht genug: auf dem Rückweg ins Camp sahen wir einen Löwen, der sich an einem frisch gefangenen Gnu zu schaffen machte – das fanden auch BBC super, die neben uns eine Reportage drehten :-)

Zurück im Camp konnten wir beim Abendessen unsere Eindrücke verarbeiten. Ein Nilpferd entschied sich, den Fluss zu verlassen und neben dem Restaurant zu grasen – unfassbar! Die Massai mussten es ab und an zurückdrängen, da es zu nah an die Tische kam… Ein romantisches Lagerfeuer machte den Abend perfekt – this is Africa! Zu unserem Zelt musste uns ein Massai begleiten, da in den letzten Nächten bis zu 15 Elefanten ins Camp kamen. Auch Hippos, Büffel, Geparden und Leoparden kommen hier regelmäßig zu Besuch… :-)

Mittlerweile war es auch schon recht frisch – aber unser Roomboy hat bereits das Bett vorbereitet und Wärmflaschen darunter gelegt – ein Traum! Morgen heißt es, vor 6 aufstehen zur Frühpirsch, also legten wir uns schlafen und lauschten den Tieren, die um unser Zelt schlichen… Am nächsten Morgen weckte uns unser Roomboy mit einem heißen Kaffee und Keksen, da es noch vor dem Frühstück auf Pirsch ging. Wir wollten den Sonnenaufgang sehen, deshalb fuhren wir sehr früh los und wurden auch mit einem unglaublichen Sonnenaufgang dafür belohnt!

Das Licht am Morgen ist ein Traum für Fotos! Büffel, Zebras, Warzenschweine, Elefanten und unzählige Gnus kamen zum Fotoshooting und auch mehrere Heißluftballons erhoben sich in den Himmel :-) Wir fuhren zum Mara Fluss in der Hoffnung, zu sehen, wie die Tierherden den Fluss überqueren: In der Maasai Mara ziehen von Juli bis November riesige Herden aus der Serengeti durch die Maasai Mara. Ca. 2 Millionen Wildtieren, insbesondere Gnus, Thomson Gazellen und Zebras durchwandern im Laufe eines Jahres die komplette Serengeti von Norden nach Süden ins angrenzende Maasai Mara und zurück. Die so genannte „Große Tierwanderung“ oder „The Big Migration“ ist eines der sieben neuen Weltwunder und ein unglaubliches Naturschauspiel. Auch Löwen, Geparden, Leoparden, Hyänen und Krokodile folgen den Herden auf Schritt und Tritt. Leider waren wir an diesem Tag erfolglos, konnten aber Nilpferde und Krokodile im Fluss beobachten.

Danach fuhren wir weiter und stießen auf ein Löwenpärchen. Alles machte den Anschein, als wollte der Löwe einen Büffel jagen, hatte dann wohl aber doch keine Lust mehr… Also fuhren wir weiter und bekamen auch schnell einen Anruf von einem anderen Jeep – ein Nashorn wurde gesichtet! Nummer 4 der Big 5!

Also machten wir uns auf den Weg und entdeckten schnell das Tier. Ein Spitzmaulnashorn - riesig und wunderschön! Schade, dass es nur noch so wenige gibt – und wir hatten das Glück, eines aus der Nähe in zu beobachten!

Danach konnten wir noch zwei Gepardenbrüder beobachten, wie sie einer Herde Gnus und Zebras folgten, aber anscheinend waren diese auch schon satt und legten sich in die Sonne.

Für uns war es nun auch Zeit zum Frühstücken – unser Fahrer Koech hatte ein Picknick mitgenommen und wir verspeisten dieses unter einer Akazie am frühen Vormittag inmitten der Tiere – perfekt! Danach suchten wir noch nach Giraffen, Elefanten, Büffeln und Nilpferden, genossen die Ruhe und diese wundervollen Tiere in freier Wildbahn und schossen traumhafte Fotos aus nächster Nähe, bevor es dann zu heiß wurde und wir zum Lunch ins Camp fuhren. Nun fehlt nur noch ein Leopard, den wir bisher leider nicht entdeckten…

Im Camp aßen wir zu Mittag und genossen den Nachmittag, bevor wir auf unsere abendliche Pirsch gingen… Sehen wir vielleicht jetzt den Leoparden? Wir fuhren zuerst zum Fluss – vielleicht wollen ja nun die Herden den Fluss überqueren… Und tatsächlich standen unzählige Gnus und Zebras am Ufer – unschlüssig, ob Sie über den Fluss und die darin lauernden riesigen Krokodile wollen, oder nicht. Aber Sie müssen, um auf die andere Seite zu kommen und weiter wandern zu können. Ein Tier muss den ersten Schritt machen, dann kommen alle anderen hinterher. Ein Zebra macht es ziemlich spannend – immer wieder traut es sich ins seichte Wasser, kann sich aber nicht überwinden, denn die Krokodile warten bereits in zahlreicher Ausführung. Aber wir sind geduldig und auch andere Jeeps warten auf den großen Augenblick. Und dann passiert es: ein Zebra rennt los und alle anderen Tiere hinterher – über den Fluss – und die steile Wand am anderen Ufer hoch – unfassbar! Diese Minuten sind wie ein Krimi, denn die Krokodile kommen schnell auf die nervösen Tiere zu. Was wird es sein: ein Zebra, oder ein Gnu? Bitte ein Gnu, hoffe ich, kein süßes Zebra. Und es passiert schnell: blitzartig ist das erste Gnu verschwunden und es sollte nicht das letzte sein, was die andere Seite nicht erreicht. Auf der steilen Klippe drängeln sich die Tiere nach oben und fallen wieder ins Wasser – kämpfen um Leben und Tod – was für ein unglaubliches Schauspiel!! Videos findet ihr hier – wobei diese nicht den realen Augenblick wiedergeben können…

Irgendwann haben es die meisten Tiere geschafft, einige jedoch sind den Krokodilen zum Opfer gefallen oder haben Verletzungen von Stürzen oder wurden zertrampelt. Auf jeden Fall war das beeindruckender als jeder Dokumentarfilm oder Krimi, den ich je gesehen habe!

Nach diesen unvergesslichen Eindrücken fuhren wir weiter und dachten, besser wird es nicht, aber dann sahen wir den letzten großen „Krieger“: den Leoparden! Hoch oben in einem Baum lag er! Dann kam er langsam – nach gefühlten 20 Gähnern :-) – vom Baum runter und lief ca. einen Meter an unserem Jeep vorbei – Wahnsinn! Was für ein schönes und stolzes Tier - und diese Augen! Wir ließen ihn dann in Ruhe weiterziehen und fuhren zurück zum Camp – das war ja mal eine Pirsch!

Zum Abschluss wurden wir noch mit einen absolut romantischen Sonnenuntergang in der Maasai Mara belohnt - perfekt!

Den Abend ließen wir wieder beim gemütlichen Abendessen, Lagerfeuer und erneutem Besuch von Nilpferden ausklingen – was für ein aufregender und ereignisreicher Tag – wir haben alles gesehen, die Big Five an einem Tag, die Flussüberquerung der Wildebeests und noch viel mehr – der bisher beste Tag in diesem Urlaub und sicher unvergesslich! Nun hat mich Afrika absolut in seinen Bann gezogen…

 

Am nächsten Morgen hieß es auf zur vorletzten Pirsch. Diesmal sahen wir wieder jede Menge Nilpferde, die sich in einem kleinen Teich vergnügten. Danach trafen wir auf ein Rudel Löwen mit mehreren Babys, die wir – wieder mit BBC – lange Zeit beobachteten und traumhafte Bilder schossen. Danach fuhren wir zurück ins Camp zum Frühstücken – ein letztes Frühstück unter Nilpferden und Mungos :-(

Dann ging es weiter zur letzten Pirschfahrt – die uns mit einem klitzekleinen Elefantenbaby und dessen Familie beglückte :-) Weiterhin hatten wir mit Gnus, Affen, Antilopen, Gazellen, Warzenschweinen, Krokodilen und Nilpferden das Vergnügen – die Maasai Mara hat wirklich einen riesigen Tierbestand! Wir genossen die letzten Minuten, bevor es zurück zum Camp und Mittagessen ging.

Richtung Flughafen wurde ich sehr traurig. Die Eindrücke und Erlebnisse der letzten 5 Tage werden wir sicher niemals vergessen! Ich bin wirklich ein absoluter Strandfan, aber die Maasai Mara hat mich wirklich umgehauen! Diese Ruhe hier, die Weite der Savanne, die Nähe zu den Tieren und die traumhaften Sonnenunter- und aufgänge haben eine magische Wirkung, die kaum zu beschreiben ist – dieses Land hat mich gefesselt! Ich bin eigentlich nicht so sentimental, aber da ist eine Sehnsucht und Magie, die bisher kaum mit einem anderen Land zu vergleichen ist… Da kamen mir beim Abflug Richtung Stranddomizil schon mal die Tränen – herrje! Gegen 17:00 Uhr landeten wir – nach einem erneut abenteuerlichen Flug in einer noch kleineren Maschine als beim Hinflug - wieder in Ukunda. Zurück im Cottage noch ein beherzter Sprung in den Pool, bevor wir bei Bier und Wein auf der Terrasse die ersten Bilder bestaunten. Perfekte Erinnerungen an diese Traum-Safari.

Was noch in Kenia / am Diani Beach?

Zurück von der 5tägigen Safari hatten wir gleich Lust auf eine weitere, aber zeitlich war das leider nicht mehr drin. Aber 4 volle Tage am Strand konnten wir uns nun auch nicht vorstellen, so buchten wir, nach einem entspannten Strandtag, einen Ausflug nach Wasini Island. Ich hatte mich vorher erkundigt und gehört, dass oftmals Delfine auf den Touren zu sehen sind – das überzeugte mich, diesen Ausflug zu buchen. Da wir gute Erfahrungen mit Dream Kenya Safaris gemacht hatten, buchten wir erneut bei Lilian, die uns ein gutes Angebot machte. Am Mittwochmorgen gegen 6:00 Uhr holte uns Henry, unser Fahrer und Guide ab. Es waren noch weitere 5 Gäste an Bord – Engländer. Mit denen hatten wir auf unseren bisherigen Reisen weniger gute Erfahrungen gemacht, außer, man möchte richtig ordentlich Party machen ;-) Aber wie sich später herausstellte, war es eine „schicksalhafte“ und sehr lohnenswerte Begegnung…

Nach ca. einer Stunde Fahrzeit kamen wir am Hafen vom Fischerdorf Shimoni an. Dort besichtigten wir die "Slave Caves" – Höhlen, in der früher Sklaven gefangen gehalten wurden – die Ketten hingen noch an den Wänden…

Danach ging es mit der Dhow zum Wassernationalpark Kisite. Ca. 1 Stunde schipperten wir gemütlich durch den Ozean. Nach einiger Zeit wurde das Wasser heller und wir näherten uns dem Riff mit schönem kleinen schneeweißen Sandstrand. Auf einmal tauchten mehrere Flossen in der Nähe des Bootes auf: Delfine! Ich wusste aus Erfahrungsberichten, dass es vorkommt, dass Delfine das Boot begleiten und wir hatten Glück: ca. 8 -10 Delfine schwammen in der Nähe des Riffes umher!

Schnell sprangen wir ins Wasser und schnorchelten ca. 45 Minuten mit diesen wundervollen Tieren. Diese zeigten auch keine Furcht und blieben in unserer Nähe – zum Anfassen nah, aber natürlich berührten wir sie nicht – wir wollen ja am Strand beim Sonnen auch nicht von „Touris“ gestreichelt werden ;-) Das war ein erneutes unglaubliches Erlebnis nach der bereits unvergesslichen Safari – mir beschlug die Taucherbrille, weil ich unter Wasser anfangen musste zu heulen...

Danach fuhren wir ein paar Meter weiter zum Riff, um in den bunten Korallen zu schnorcheln, aber ich wäre lieber noch mit den Delfinen geschwommen… Das Korallenriff ist erstaunlicherweise sehr schön und bunt mit vielen Fischen und Schildkröten – ähnlich zu den Malediven, was wir nicht so erwartet haben – dafür war die Überraschung dann umso größer!

Ca. 45 Minuten schnorchelten wir umher und chillten auf der Sandbank, bevor wir weiter zur Wasini Insel zum Mittagessen fuhren.

Dort gab es frischen Krebs als Vorspeise und Fisch zum Hauptgang – sehr lecker! Danach führte man uns noch durch das traditionelle muslimische Dorf, bevor es wieder zum Hafen ging. Den Einwohnern vom Dorf sind die Touristen bekannt und dementsprechend verhalten sich die Kinder – sie betteln, meist um Kugelschreiber, Sachen zum Anziehen oder Essen. Auch diverse „Souvenirshops“ gibt es mittlerweile. Viele Touristen geben etwas ab oder kaufen Souvenirs ein, daher geht es den Einwohnern auf Wasini Island nicht ganz so schlecht, wie vielen Bewohnern des Festlandes. Dazu später mehr.

Zurück am Hafen wurden wir ins Cottage gebracht und hatten noch eine sehr interessante Unterhaltung mit den Engländern: Sharon und ihr Mann Trevor waren bereits vor zwei Jahren in Kenia und buchten diverse Safaris und Touren bei Dream Kenya Safaris. Dort riefen Sie auch das Charity-Programm „Sharons Basket“ ins Leben: im Geschäft des Safarianbieters stehen Körbe bereit, in die jeder Sachen, die er spenden möchte, rein tun kann. Benötigt werden zum Beispiel Kleidung (auch gebraucht), Stifte und Blöcke für Schulen sowie Lebensmittel. Der Inhalt der Körbe wird dann an bedürftige Familien und Schulen sowie Waisenhäuser durch die Mitarbeiter von Dream Kenya Safari verteilt. Wir hatten von Anfang an vor, etwas zu spenden, wollten aber wissen, wo es im Endeffekt landet. Dies teilten wir Sharon mit und sie bot uns an, am nächsten Tag mit in eines der Dörfer nach Ukunda zu kommen, um den Familien direkt Lebensmittel zu bringen – perfekt! So trafen wir uns am nächsten Morgen zum Einkaufen – Henry von Dream Kenya Safari-Team holte uns dafür mit dem Van ab und wir kauften gemeinsam mit Sharon sowie zwei weiteren Pärchen einen Kofferraum voller Lebensmittel direkt im Dorf in einem kleinen „Laden“ ein und verteilten diese an die Familien.

Die Kinder freuen sich unglaublich über Lollis, Kekse und Kugelschreiber, die wir von Deutschland mit brachten. Es war ein unbeschreibliches Gefühl, diese strahlenden Gesichter zu sehen. Die Familien sind wirklich sehr bedürftig – es gibt weder Strom noch fließend Wasser – Zustände, die man sich hier in Deutschland nicht einmal annähernd vorstellen kann. Dankbar nahmen alle unsere Spenden an.

In einer Schule sangen die Kinder Lieder für uns, was sehr rührend war. Nach diesem Tag kommen einem die eigenen kleinen Probleme wirklich winzig vor – das prägt sich ein. Wenn man die Möglichkeit hat, in die Dörfer zu fahren – bitte unbedingt machen! Es gibt nichts zu befürchten - die Kenianer sind sehr freundlich und unglaublich dankbar. Bitte keine "geführten" Touren zu den Dörfern „kaufen“! Das ist nicht das echte Kenia und die „Gebühr“ ist definitiv besser in Lebensmittel für die Einwohner investiert. Nur keine Berührungsängste – die sind absolut unnötig! Wir sind sehr dankbar für diese Eindrücke und Erlebnisse und dass wir die Möglichkeit hatten, vor Ort zu helfen.

Sharon und ihre Familie und Freunde luden uns für den nächsten Abend noch zu einem „Get together“ ein. Nach einem letzten Tag am Strand und den letzten Souvenirkäufen (Die handgeschnitzten Holzfiguren sind wirklich super: an der Hauptstraße gibt es nette Händler, bei denen man gewünschte Art, Größe und Farbe der Figur bestimmen und am nächsten Tag abholen kann – Handeln ist hier Pflicht, aber nicht zu extrem, die meisten haben nur diese Einkommensquelle. Ich habe ca. 30% runtergehandelt, das ist in Ordnung. Am Abend ließen wir den Urlaub mit den Engländern sowie einigen Kenianern, die wir kennengelernt hatten, in einer gemütlichen Runde mit Wein und Bier ausklingen.

Am nächsten Morgen hieß es 4:30 Uhr aufstehen, um den Flieger halb 9 zurück nach Düsseldorf zu erwischen… 9 Stunden Flug und jede Menge unvergessliche und zu verarbeitende Eindrücke hatten wir vor uns… Deutschland empfing uns gewohnt freundlich: mit erfrischendem Nieselregen! Welcome back home!


Reiseübersicht / Tipps zusammengefasst:

 

Tag 1 – 5:

Mombasa - Diani Beach:

  • Forty Thieves (Strandbar mit Live-Musik)
  • Ali Barbours Cave Restaurant (Restaurant mit offenem Dach in einer Tropfsteinhöhle – sehr romantisch, vorher reservieren)
  • Kim 4 Love (Strandbar in der meist Einheimische verkehren, Sonntags Liveband am Strand, supi :-) )
  • Nomads Beachbar (Bar/Restaurant/Eisdiele am Strand vom Hotel „The Sands“)

Tag 6 – 10: Safari:

Diani Beach – Tsavo West – Amboseli – Maasai Mara – Diani Beach

 

Tag 11 – 15:

Diani Beach – Wasini Island – Ukunda Village – Mombasa


Fazit:

Die Menschen in Kenia sind unglaublich freundlich und freuen sich alle über ein nettes "Jambo"! In noch keinem Land habe ich solch eine Herzlichkeit kennen gelernt! Kenia ist zudem das bisher ärmste Land, was wir bereisten, aber das ist einem vorher klar. Eine Safari in Kenia ist ein MUSS! Dabei hat uns die Maasai Mara am besten gefallen – die Atmosphäre und „Magie“ dort sind unbeschreiblich! Dream Kenya Safaris sind dabei wirklich zu empfehlen. Auch die Dhow-Safari war ein perfekter Tag, was natürlich u.a. an unserem großen Glück, mit den wilden Delfinen schwimmen zu dürfen, lag. Eine Garantie dafür besteht nicht. Wir würden jederzeit wieder herkommen, aber mit einer anderen Aufteilung von Strand und Safari, da uns die Safaris am meisten gefallen haben, wobei der Strand auch wirklich schön ist. Am besten vorstellbar sind 2 Tage Strand, 8/9 Tage Safari und vor dem Abflug noch mal 2 -3 Tage Strand – und das wird auch der Plan für unseren nächsten Afrika-Urlaub, denn wir kommen auf jeden Fall wieder – I lost my heart in Africa!