Namibia 2015 - Nora´s erste Safari


Nachdem Costa Rica nun schon fast ein Jahr her ist, plagt sie mich schon sehr lange: die Fernweh! Aber wohin sollte es diesmal gehen? Wir grenzten grob 3 Ziele ein: Seychellen, Bali oder Namibia. Lange mussten wir nicht überlegen: es wurde mal wieder Zeit für Afrika :-) 

Wichtig war uns, dass es kinderfreundlich zu meistern ist. Das war bei allen 3 Zielen der Fall, wobei die Flüge nach Bali doch schon sehr lang sind... Die Seychellen sind super für Kinder, aber nicht vielleicht doch zu langweilig nach ein paar Tagen? Und Namibia ist als Afrika-Einstieg für Kinder perfekt - gute Flugverbindungen, Selbstfahrersafaris und genug Abwechslung (Stadt, Strand, Dünen, Landschaft und Tiere). Die Wahl war also einfach - so flogen wir vom 7. bis 23. September für 14 volle Tage auf unseren Lieblingskontinent :-)

Namibia ist kein günstiges Reiseland und viele Unterkünfte sind lange im Voraus ausgebucht. Daher plante ich die gesamte Reise von Deutschland aus, um Überraschungen zu vermeiden - das macht mit einem 15 Monate altem Baby nämlich keinen Spaß ;-)

Die Flüge buchte ich direkt bei South African Airways. Von München ging es - nach 15 Stunden Reisezeit - über Johannesburg nach Windhoek. Gesamt (von "Haustür" zu "Haustür") waren wir ca. 22 Stunden unterwegs. Den Mietwagen buchte ich über Cardelmar (Mietpartner vor Ort: Hertz) und die Unterkünfte über booking.com, airbnb oder direkt auf der Anbieterseite, nachdem ich mir vorher auf TripAdvisor die Bewertungen angeschaut hatte. Viele Unterkünfte waren tatsächlich bereits ausgebucht. Aber ich fing mit der Planung auch relativ spät an ( nicht mal 2 Monate vor Reisebeginn). Die Route plante ich für 14 Tage so, dass wir nicht allzu oft nur eine Nacht an einem Ort verbringen, sondern immer zwei, um nicht nur mit Ein- und Auspacken beschäftigt zu sein. Den Hauptfokus legte ich dabei auf den Etosha Nationalpark, da wir uns am meisten auf die Safaris freuen :)

Unsere Route:

Unsere Reiseroute führt uns von der Hauptstadt Windhoek in die Dünen nach Sossusvlei. Einen kurzen Stopp legten wir in der Namib Wüste ein. Von Sossusvlei aus fuhren wir nach Walvis Bay um uns dann auf den Weg in den Etosha Nationalpark zu machen. Auf dem Strecke dahin verbrachten wir noch 2 Nächte in Usakos im Damaraland. Vom Etosha NP aus ging es über den Mount Etjo - mit zwei weiteren Übernachtungen vor Ort - zurück nach Windhoek. 

 

Übernachtungen vor Ort:

Windhoek: 1 Nacht nach Ankunft

Namib Wüste: 1 Nacht

Sossusvlei: 2 Nächte

Walvis Bay: 2 Nächte

Usakos: 2 Nächte

Etosha: 5 Nächte in 3 untersch. Camps

Mount Etjo: 2 Nächte


Anreise: Montag, 07.09. - Dienstag, 08.09.2015:

Der Flug ging 21:05 Uhr von MUC über Johannesburg nach Windhoek. Wir kamen am nächsten Vormittag um 11:35 Uhr an. Im Flugzeug setzte man uns in eine komplette 4er-Sitzreihe in der ersten Reihe und Nora hatte 2 Plätze in der Mitte, wo Sie sich hinlegen konnte. Das war schon mal super, denn normalerweise hatten wir nur 2 Plätze gebucht mit Nora auf dem Schoß. Zudem buchten wir einen Nachtflug, damit unsere kleine Tochter schlafen kann, aber das wollte Sie nicht so wirklich - es war wohl alles zu aufregend... Wir hatten Glück und die anderen Fluggäste waren sehr verständnisvoll und keiner hat sich über Nora beschwert. Auch das Bordpersonal von SAA war nett und hilfsbereit. Ganz anders als bei unserem Flug nach Costa Rica 2014 mit Delta, wo das gebuchte uns fest zugesicherte Babybett auf keinem Flug vorhanden war! 

Es war eine kurze und anstrengende Nacht für uns alle und wir merken uns für das nächste Mal: kein Nachtflug auf dem Hinflug - die kleine Maus braucht erst eine Weile, um sich an alles zu gewöhnen. Der Rückflug (auch ein Nachtflug), hat nämlich dann perfekt geklappt - da hat Sie durchgeschlafen...

Nach einem 2-stündigem Aufenthalt in Johannesburg - das Gepäck wurde automatisch umgeleitet - flogen wir weitere 2 Stunden nach Windhoek. Da schlief die Maus wie ein Stein - und Mama auch ;-)

Am Flughafen angekommen besorgten wir uns eine Telefonkarte und holten unseren Mietwagen ab. Wir hatten einen Mittelklassewagen gebucht, bekamen aber ein kostenloses Upgrade auf einen riesigen Geländewagen, worüber wir zum Schluss bei den Straßenverhältnissen auch sehr froh waren... Der Kindersitz, den wir vorab zusätzlich angefragt hatten, war nicht so toll und wir bekamen einen anderen, aber das war nahezu der gleiche. Irgendwie kam der uns nicht sehr vertrauenswürdig vor, aber es sind wohl die gängigen in Namibia, da müssen die pingeligen Deutschen wohl mit leben... Zum Schluss hat alles gepasst und Nora hat sich nicht beschwert. Schlafen ging leider schlecht in dem Sitz, er war nicht nach hinten verstellbar, so dass der Kopf ständig nach vorn knickte :-/ Und Sie schlief viel. Aber eine kleine Decke unters Kinn und es ging auch so ;-)

Bevor wir zu unserem ersten Camp fuhren, kauften wir Essen und Getränke im Superspar an der Maerua Mal ein (Jan Jonker Rd. Ecke Mugabe Ave.). Die Strecke vom Flughafen nach Windhoek sind einige km, da der Flughafen außerhalb liegt. Die Straßen rum um Windhoek sind asphaltiert und gut ausgebaut. Windhoek selbst ist eine moderne Stadt in der man alles bekommt, was man benötigt. Eine Sightseeing-Tour sparten wir uns - wir wollen im Camp entspannen, da es morgen bereits weiter geht. Laut einiger Reisebericht, die ich vorab gelesen habe, ist Windhoek auch kein Muss, es sei denn, man hat ein paar Tage über. Hatten wir nicht :-) So fuhren wir weiter zum gebuchten Windhoek Game Camp, was in Brakwater, nördlich von Windhoek, liegt. Wir kamen gegen 15 Uhr dort an. Es handelt sich um ein großes Grundstück (s.g. Plot), auf dem eine Farm liegt. Carla, die Tochter des Farmbesitzers, hat sich dort ein wunderschönes, ruhiges Camp mit Pool aufgebaut, was aus mehreren Zelten besteht, die komfortabel eigerichtet sind. Am Tor angekommen klingelten wir bei Carla durch. Sie war noch nicht da und wir sollten unser Zelt schon mal beziehen. Wir waren die einzigen Gäste, bis auf 2 kleine Hunde, die uns noch Gesellschaft leisteten. Das Zelt war super, schade, dass wir nur eine Nacht bleiben... Bald kam auch Carla und zeigte uns alles - schnell und unkompliziert. Es ist ein Selbstverpflegungscamp, alles was man benötigt ist vorhanden und die Veranda hat einen traumhaften Ausblick auf die wunderschöne Landschaft. Wer z. B.  Essen gehen möchte, kann die Okapuka Ranch in der Nähe besuchen (im Voraus buchen), aber wir blieben hier und genossen den Nachmittag. 

Im Internet las ich, dass es auf dem Gelände verschiedene Tierarten geben soll, u.a. auch Giraffen. Eine davon (Kappie) ist sogar berühmt dafür, in die Zelte zu gucken und am Pool herumzulungern :-) Ich schnallte Nora in die Manduca, wir nahmen uns ein Bier und wir machten uns  auf die Suche nach den hier lebenden Tieren. Erfolglos... Nur die Fußspuren verrieten, dass wir nicht allein waren. 

Zurück am Zelt trafen wir auf den Farmbesitzer. Leider erfuhren wir, dass Kappie von 3 Monaten verstorben ist. Der Giraffenbulle ist in ein Loch gestürzt und hat das leider nicht überlebt :-( 

Er bot uns an, eine kleine "Safari" in seinem Geländewagen auf seinem riesigen Grundstück zu machen - da waren wir sofort dabei. Nora auf dem Schoß und Jens auf dem Hänger des Pick Up ging es hoch und runter über das Plot. Wir sahen verschiedenen Antilopenarten, Warzenschweine und auch Giraffen, darunter ein Baby. Nur Nora war auf meinem Schoß eingeschlafen - muss wohl am schaukeln gelegen haben ;-) Eine super "Ausbeute" für den ersten Tag, wie wir finden :) Zurück am Zelt machten wir uns etwas zu essen, brachten Nora ins Bett und genossen den Abend bei Bier und Wein auf der Veranda - einen traumhaften Sonnenuntergang inklusive - hallo Afrika! 

Mittwoch, 09.09.2015:

Die Nacht war wunderbar - die Geräuschkulisse Afrikas in den Ohren, eine warme Heizdecke (die Nacht wurde ziemlich kalt) und unsere süße Tochter, die zufrieden neben uns in Ihrem Bettchen schlummerte!

Nach dem Frühstück und Check Out fuhren wir heute in die 250 km entfernte Rostock Ritz Desert Lodge. Das Windhoek Game Camp hat uns sehr gut gefallen und wir wären gern noch eine Nacht länger geblieben... Um Windhoek zu erkunden und danach in der Natur zu übernachten ist das Camp sehr gut zu empfehlen.

Wir nahmen die C26 über den Gamsbergpass. 250 km klingen zunächst nicht viel, aber schnell merkten wir, dass die Straßen außerhalb von Windhoek alles andere als asphaltiert waren... Ich habe genügend Puffer eingeplant, da ich dies schon vorab in vielen Foren im Netz recherchiert hatte. Gut, dass wir den Geländewagen hatten. Die Landschaft hätte nicht typischer sein können - weite Steppen, staubige Straßen und weit und breit keine Ortschaften in Sicht - so hatten wir uns das vorgestellt. Mit guter Laune und der passenden Roadtrip-Musik machten wir uns auf den Weg in Richtung Namib-Wüste. 

Die Straßenverhältnisse waren in Ordnung. Trotz Schotterpiste fuhr es sich ganz entspannt und so konnten wir die Landschaft und auch die schöne Strecke über den Gamsbergpass genießen. Nur war es sehr staubig; es ist besser, kein Auto vor sich zu haben, was aber ohnehin sehr selten der Fall war. Wir waren fast allein auf den Straßen unterwegs. Nach ca. 3,5 Stunden kamen wir in der Lodge an. Ein Tipp: Tankstellen immer "mitnehmen", so viele gibt es auf der Strecke nicht... Es war mittlerweile 15 Uhr. Wir wurden sehr nett empfangen und durften gleich unseren Bungalow beziehen. Die Bungalows sind aus Stein uns sehr toll in die Landschaft integriert mit Blick auf die Namib - ein Traum! Wir wollten keine Zeit verschwenden und den restlichen Tag am Pool genießen, also ließen wir unser Gepäck holen - was leider extrem eingestaubt war! Der riesige "Kofferraum" unseres Geländewagens war wohl dem Staub nicht ganz gewachsen und so waren all unsere Gepäckstücke mit einer großen Schicht Namib-Wüste bedeckt. Schnell abgeputzt hatten wir für die nächste Etappe wieder etwas dazu gelernt ;-)  

Bikini und Badehose an, Getränke an der Bar geholt und ab in den Pool! Wir genossen den Blick auf die Wüste und die herrliche Ruhe hier. Es waren nur wenige Gäste am Pool. Unsere kleine Wasserratte hatte Spaß beim plantschen und wir genossen die Abkühlung - das Wasser war verhältnismäßig kalt... Die Lodge bietet auch Wanderungen und Ausflüge an, aber wir wollten nach der langen Autofahrt lieber entspannen - morgen soll es ja bereits weiter gehen. Mit einem kleinen Kind geht man die Sache doch etwas relaxter an, was durchaus seine Vorteile hat - sonst wären wir jetzt wahrscheinlich verschwitzt und verstaubt auf dem Weg, die Wüste zu erkunden, was wir aber ohnehin bald noch zur ausgiebig tun werden... Aktuell sind wir sehr zufrieden mit unserem Cocktail auf der Sonnenliege :D

Die Lodge insgesamt ist sehr schön und für eine Nacht fast zu schade. Es gibt auf dem Gelände Zebras und Erdmännchen und man kann geführte und ungeführte Wanderungen und Ausfahrten in die Namib unternehmen. Die Bungalows sind verhältnismäßig klein, aber ausreichend. Jeder Bungalow hat einen kleinen Balkon mit Blick auf die Wüste und den Sonnenuntergang. Ein Highlight ist natürlich der Pool mit Blick auf die umliegende Landschaft. 

Nach dem Nachmittag am Pool reservierten wir einen Tisch im Restaurant. Vor dem Abendessen genossen wir noch den wunderschönen Sonnenuntergang über der Wüste. Die Sonne geht hier um diese Jahreszeit gegen 19 Uhr unter und dann wird es, je nach Region, relativ schnell kühler. So auch hier, deshalb aßen wir lieber drinnen, was auch sehr gemütlich und romantisch war. Zu empfehlen ist auf jeden Fall das Springbock-Filet - super zart und lecker!

Nach dem Abendessen brachten wir unsere Nora ins Bett, schlossen das Babyphone an und ließen den Abend an der Bar ausklingen. Die Verbindung des Babyphones reichte zum Glück aus :) 

Donnerstag, 10.09.2015:

Nach einem ausgiebigen Frühstück machten wir uns heute auf dem Weg ins Desert Quiver Camp, welches 140 km in Richtung Süden liegt. Einen Stopp in Solitaire zum Auftanken und Getränke besorgen sollte man hier einlegen, denn hier gibt es die einzige Tankstelle und den einzigen Lebensmittelladen zwischen Walvis Bay und Windhoek sowie zwischen Walvis Bay und Sossusvlei. Dort findet man auch einige alte Karossen, wo wir uns fototechnisch noch ein wenig austobten :)

Die Fahrt durch den Namib-Naukluft-Park begann sehr vielversprechend. Die Dünen erstrahlten bereits in der fototechnisch schlechten Mittagssonne in den wunderbarsten Farben - ein Traum für jeden (Hobby-) Fotografen! Nach ca. 2 Stunden erreichten wir - mit einigen Fotostopps - unser Camp. Das Desert Quiver Camp ist ein neues Self Catering Camp und liegt ca. 5 km vom Eingang zum Sossusvlei und Sesriem Canyon sowie von der Sossusvlei Lodge entfernt an der C19. Es besteht aus einzelnen Bungalows mit einem Grill und und einer Küchenzeile mit Kühlschrank draußen auf der Veranda. Man kann sich mit Essen beliefern lassen, selbst einkaufen (was in der Gegend schier unmöglich ist) oder in die Sossusvlei Logge essen gehen. Vorher sollte man dort reservieren. Das Frühstück kostet N$100 (ca. 7,50 Euro pro Person), das Mittagessen N$115 (ca. 9,00 Euro) und das Dinner N$230 (ca. 18 Euro pro Person). Wenn man mag, kann man sich für Unterwegs ein Lunchpack für N$80 packen lassen. Sehr praktisch, so muss man nicht zum Mittagessen zurück in das Camp und kann im Sossusvlei ein Picknick genießen, was wir auch taten.  

Wir kamen relativ früh um die Mittagszeit an und genossen, nach dem Einchecken und Bezug des Bungalows, erst mal eine Abkühlung im Pool des Camps. Das Camp ist vom Preis-Leistung-Verhältnis für die hohen namibianische Preise in Ordnung. Alles ist neu und modern und man merkt, dass das Personal noch etwas unerfahren ist, was ja aber kein Problem darstellten sollte. Der Pool hat auch eine Bar, so war für Getränke schon mal gesorgt :) Handtücher und Liegen gibt es ausreichend, Wifi ist auch vorhanden und der Ausblick auf die umliegende Landschaft ist allemal super. Wir können das Desert Quer Camp definitiv weiterempfehlen. 

Heute Nachmittag starten wir unsere erste Tour in die Sossusvlei, denn da ist auch das beste Licht für Fotos (bzw. auch früh morgens). Die Permits gibt es am Eingang für N$80 pro Person. In der Hochsaison empfiehlt es sich, die Permits am Tag vorher zu besorgen, da man sonst ggf. anstehen muss. Wenn man früh morgens das beste Licht einfangen will, kann man so bereits an der Schlange vorbei düsen. Nationalparkeintrittsgebühren in Namibia bezahlt man in der Regel am Ankunftstag vor Ort. Es wird eine Gebühr pro Person (N$80) und Fahrzeug (N$10) erhoben und gilt immer für 24 Stunden. Kleinkinder dürfen kostenlos hinein. Leider öffnet und schließt der Park mit Sonnenauf- und untergang. Die genauen Zeiten erhält man am Eingang. Man kann auch in einigen wenigen Camps direkt im Park übernachten und darf diesen somit früher besuchen, aber leider sind diese Unterkünfte meist lange im Voraus ausgebucht, wie es auch bei uns der Fall war. So fallen die besten Fotos für uns schon mal raus, aber dennoch ist das Licht auch vor und nach Sonnenaufgang wunderbar, um tolle Bilder zu schießen. Nach dem Eingang fährt man erst einmal bequem über eine asphaltierte Straße 60 km bis zum 2x4 Parkplatz. Sehenswerte Stopps auf dem Weg ins dorthin ist der Sesriem Canyon direkt am Eingang. Man fährt direkt nach dem Tor links an der Tankstelle vorbei und folgt dem Wegweiser zur Sossus Dune Lodge. Weiterhin ist die Elim Düne einen kurzen Halt wert. Diese findet man ca. 1-2 km nach der Permit-Kontrolle auf der rechten Seite. Dort biegt ein Weg ab. Diesen bis zum Ende fahren, das ist dann schon der Fuß der Düne. Weiter geht es Richtung Sossusvlei. Auf dem Weg dorthin passiert man die berühmte Düne 45. Sie liegt 45 km vom Parkeingang entfährt, daher auch der Name. Man sollte aber bereits vorher einen Blick auf die Dünen vor dem 45. km werfen, denn diese sind nicht weniger spektakulär und vor allem ist der Dünengrat nicht so zertreten und somit noch scharf. Fototechnisch ein Traum, auch wenn man sie nicht besteigen kann.

Nach 60 km erreichen wir den 2x4 Parkplatz. Da wir einen 4x4 haben, entschieden wir uns, die restlichen 5 km Sandstrecke selbst zu fahren. Man kann aber auch einen Shuttle für N$110 pro Person in Anspruch nehmen. Leider machten wir alles falsch, was man bei einer Fahrt in den Dünen falsch machen kann und somit blieben wir dämlicherweise stecken... Wir ließen die Luft nicht raus und fuhren schön vorsichtig, was genau verkehrt war. Eine nette namibianische Dame half uns schließlich aus der Patsche und erklärte uns die korrekte Fahrweise Offroad in den Dünen (Luft raus und bloß nicht stehen bleiben). Wie blieben - zumindest erst einmal in Namibia - nie wieder stecken ;-) Nora hatte in der Zwischenzeit Ihren Spaß beim Buddeln im Sand - wenn schon alle Erwachsenen das wie wild machen, warum dann sie nicht auch?! ^^

P.S.: Das passiert, wenn man einen Planungspunkt der Reise dem Mann überlässt (Jens ist immer für den Mietwagen und die Verkehrsregeln bzw. alles "fahrtechnische" auf unseren Reisen zuständig...). Jetzt nicht mehr ;-)

Lange genug getrödelt - weiter geht es die letzten 5 km Richtung Sossuslvlei. Wir parken unser Auto, packen alles für die Besteigung der "Big Mama" ein und ich nahm Nora in die Manduca. Wir sind - wie bereits an allen vorangegangenen Stopps, die einzigen Besucher - ein Traum. 

Das Sossusvlei ist eines DER landschaftlichen Highlights in Namibia und sollte zum Pflichtprogramm einer jeden Namibia-Reise gehören! Die Dünen waren auch einer der Hauptgründe, warum wir Namibia besuchen wollten - natürlich neben der Tierwelt!

Ein Vlei ist eine, von Sanddünen umschlossene, salzverkrustete Lehmsenke. Namibias Dünen gehören mit bis zu 300 Metern zu den höchsten der Welt. Im Sossusvlei und Deadvlei sind die Big Mama und der Big Daddy die beiden spektakulärsten Dünen - und da wollen wir hoch! Mittlerweile ist es 16 Uhr und auch nicht mehr so heiß. Dennoch ist die Besteigung relativ anstrengend, erst recht, mit einem 10 kg "schweren" Knirps vorn dran ;-) 

Aber wir bereuen es nicht und werden mit einem spektakulären Ausblick auf die Vleis und die wunderbar leuchtende Dünenlandschaft belohnt! Und wir sind allein - mitten in der Namib-Wüste - traumhaft! Nora hat ihren Spaß im größten Sandkasten der Welt - Eimer und Förmchen sind natürlich dabei ^^ Großen Spaß macht auch das Runterflitzen von den Dünen - am besten barfuß! Auch für Kinder ein Riesen Vergnügen! Ein toller Nachmittag und auch bzw. gerade mit Kind ein perfektes Ausflugsziel!

Zurück am Auto müssen wir erst mal den Sand aus den Hosentaschen und Schuhen entfernen. Es wird Zeit für den Rückweg, denn die Tore schließen aktuell gegen 19 Uhr und für den 65 km langen Rückweg sollte man ca. 1,5 Stunden einplanen, wenn man nicht im Sand stecken bleibt ;-) Erschöpft, aber glücklich machen wir uns auf den Weg - noch ein Stopp an der Düne 45 - und weiter geht es Richtung Ausgang. Jeder wird bei Ein- und Ausfahrt kontrolliert, so kann niemand "verloren" gehen. 

Wir haben heute Abend noch einen Tisch in der Sossusvlei Lodge zum Dinner reserviert. Schnell frisch gemacht und ab zum Essen - der Magen knurrt! Das Dinner findet draußen statt und das Klima ist jetzt sehr angenehm! Es gibt alles, was das Herz begehrt, auch ein BBQ mit Fleisch, Fisch oder vegetarischen Sachen. Ich probiere diesmal Kudu und Warzenschwein, sehr lecker! Auch der Fisch ist super! ...Ich bin kein Vegetarier ;-) Wir buchen gleich für morgen früh ein Lunchpaket, da wir in den Park wollen und reservieren wieder einen Tisch für das Abendessen. Die Atmosphäre in der Lodge ist toll und Nora hat gleich eine Freundin in unserer Bedienung gefunden :) 

Zurück im Camp legen wir unseren kleinen Abenteurer ins Bett und genießen die Ruhe bei einem Bier und Wein auf der Veranda.

Freitag, 11.09.2015:

Heute Nacht ist ein ziemlich lauter Sandsturm über das Camp gefegt. Dementsprechend war auch das Wetter an diesen Morgen - bewölkt, windig und diesig. Eine schlechte Ausgangslage, um eine Düne zu besteigen ;-) Wir fahren dennoch zur Sossusvlei Lodge, um unseren Picknickkorb abzuholen und kaufen uns ein Permit für den heutigen Tag. 

Zuerst schauen wir uns den Sesriem Canyon an, ein Canyon des Trockenflusses Tsauchab. Diesen kann man über einen kleinen Pfad hinab steigen und darin wandern, das Flussbett ist trocken. Danach entschieden wir uns, zurück ins Camp zu düsen und den Nachmittag abzuwarten, denn das Wetter ist nicht sehr einladend, um in der Wüste herum zu spazieren. Für gute Fotos und einen entspannten Ausflug macht das hier keinen Sinn mehr. Zurück im Camp holten wir unseren Picknickkorb aus dem Kofferraum und  frühstücken gemütliches im Bungalow - der Sturm auf der Veranda war leider zu ungemütlich. Nach einem kurzen Nickerchen - Nora war auch schon wieder müde - verbrachten wir die Mittagszeit am Pool - und wir hatten Glück: der Himmel klarte immer mehr auf und der Sturm verzog sich. Der Nachmittag war gerettet :) 

Wir fuhren direkt zum Sossusvlei, da wir heute von dort aus ins Deadvlei laufen wollen. Auf dem Weg dahin können wir mit Freude entdecken, dass die Düne 45 menschenleer ist und halten an, um diese zu besteigen. Jens macht sich mit Nora auf den Weg und kämpft sich durch den Sand nach oben - ich bleibe erst mal unten, um ein Foto zu schießen. Der Himmel ist mittlerweile wunderbar blau und die Düne erstrahlt in einem leuchtenden orange ! Leichte Windverwehungen tun ihren Rest - ich bin begeistert!! Auf dem Weg ins Deadvlei machen wir immer wieder Halt, um diese beeindruckende Landschaft einzufangen - und wieder mal sind heute kaum Tourist unterwegs :)

Die letzten 5 km fahren wir wieder mit dem eigenen Auto, aber diesmal machen wir unsere Sache korrekt und kommen - ohne Stecken zu bleiben - am Parkplatz an ;-) 

Von dort aus sind es noch ca. 45 Minuten Fußweg bis zum Deadvlei. Wichtig: genug Wasser mitnehmen, es ist dort auch Nachmittags noch sehr heiß! 

Das Deadvlei ist bereits seit langer Zeit durch eine Düne vom Wasser des Tsauchab-Flusses abgeschlossen. Durch die extreme Trockenheit wurden tote Kameldornbäume konserviert und vom Verwesungsprozess abgehalten. Dies macht das Deadvlei zu einem der beliebtesten Fotospots für Hobby- und auch Berufsfotografen. Der Himmel war wolkenlos und ich war sehr gespannt, was uns dort erwartete. Die Wanderung war anstrengend, denn es war sehr heiß und Nora und ich schwitzten und gegenseitig in der Manduca voll. Es gab keinen Schatten und der Marsch über die kleineren Dünen war beschwerlich. Aber wir wurden fürstlich belohnt - die Kulisse war grandios - besser hatte ich es mir kaum vorstellen können :-D Jens schoss unzählige Fotos; Nora und ich machten es uns unter einem kleinen Busch gemütlich, der tatsächlich etwas Schatten spendete. 

Am Rand des Dead Vlei befindet sich der „Big Daddy“, die wohl die höchste Sanddüne der Welt. Wir entscheiden uns aber gegen eine Besteigung der Düne, denn dies dauert bis zu 2 Stunden und ist sehr anstrengend. "Big Mama" gestern war für uns absolut ausreichend und Nora wollen wir auch nicht allzu viel zumuten. Sie soll lieber noch mit ihren Förmchen im "großen Sandkasten" spielen, bevor wir morgen Richtung Küste fahren :) Sie macht alles so toll mit und ist ein absolut liebes und zufriedenes Baby - unser kleiner, süßer Weltenbummler :)

Der Rückweg ist weniger anstrengend, denn mittlerweile ist es bereits später Nachmittag und nicht mehr so heiß. Kurz vor dem Ausgang werden wir noch mit einem farbenprächtigen Sonnenuntergang verabschiedet - so wünscht man sich das :) Goodbye Namib -  wir sehen uns sicher irgendwann wieder...

Wir fahren gar nicht erst zurück ins Camp, sondern gleich zur Sossusvlei Lodge, um zu Abend zu essen - es ist wieder genau so lecker wie gestern. Für morgen reservieren wir einen Tisch für´s Frühstück, um ordentlich gestärkt in Richtung Walvis Bay zu düsen...

Karte Sossusvlei:

Hier noch eine Übersichtskarte über die wichtigsten Sehenswürdigkeiten im Sossusvlei. Das Hidden Vlei haben wir nicht besucht und können darüber nichts berichten. Unsere persönlichen Highlights waren das Deadvlei, das Sossusvlei mit Big Mama und die Düne 45. 

Quelle: http://namibia-forum.ch/forum/11-diverses/184444-sossusvlei.html?limitstart=0
Quelle: http://namibia-forum.ch/forum/11-diverses/184444-sossusvlei.html?limitstart=0

Samstag, 12.09.2015:

Aufstehen, Sachen packen, frühstücken und weiter geht es an die Küste - nach Walvis Bay. Nochmal volltanken und den Reifendruck anpassen - es geht wieder über die Schotterpiste. Wir haben eine ordentliche Strecke vor uns und planen für die 320 km mal lieber 5 Stunden ein, die wir auch in etwa benötigen, da wir zum Zwischenstopp im Rostock Ritz anhalten, um dort Mittag zu essen. Denn bis Walvis Bay gibt es auf der Strecke nicht mehr viel bzw. gar nichts - außer natürlich die wunderschöne und einsame Landschaft Namibias. Es ist eine der längsten Streckenabschnitte, die wir auf unserer Rundreise fahren. Das Thermometer am Auto zeigt an, dass wir uns der Küste nähern - es wird kühler. Die Landschaft ist karg und auch in Küstennähe von Dünen geprägt. Wo die Dünen auf der Meer treffen - auch ein typisches Landschaftsbild von Namibia. Bevor wir die Unterkunft ansteuern, kaufen wir noch Getränke und Lebensmittel für die nächsten 2 Tage im Supermarkt ein.

In Walvis Bay haben wir über Airbnb eine Privatunterkunft direkt an der Waterfront gebucht. Für zwei Nächte zahlen wir hier nur 90 Euro, Meerblick und Flamingos vor der Haustüre inklusive - besser geht es nicht. Katja und John waren sehr herzliche und nette Gastgeber, die Unterkunft hatte alles, was das Herz begehrt, auch eine kleine "Hollywoodschaukel" auf der Veranda und die Möglichkeit, draußen mit Meerblick auf die Lagune zu frühstücken - traumhaft. Katja erklärte uns alles, aber es gab auch einen ausführlichen Info-Hefter zum Nachlesen im Appartement. Den Pool im Garten durften wir mit benutzen und unser Auto konnten wir in die verschlossene Einfahrt stellen.

Wir tauschen uns noch kurz mit unseren Gastgebern aus - diese müssen gleich noch weg - bekommen Tipps für nette Restaurants heute zum Abendessen und werden für morgen zu einem Sundowner auf Ihren Balkon eingeladen. Es ist mittlerweile 16 Uhr. Wir packen unsere Sachen aus und richten uns ein. Dann wollen wir uns die Lagune ansehen. Man muss nur kurz die Straße überqueren und kann an der Uferpromenade entlang spazieren und die vielen Flamingos beobachten - ein kleines Highlight, nicht nur für Nora :) 

Die Sonne steht bereits tief und das Meer ist wunderbar ruhig - traumhaft. Die Temperatur ist angenehm warm, aber man merkt, dass die Nächte hier an der Küste kühl werden. Im Meer Baden kann man in Namibia übrigens zu keiner Jahreszeit, es sei denn, man ist abgehärtet, denn die Temperaturen des Atlantiks schwanken zwischen 12° C und 16° C. Wir folgen den Tipps von Katja und John und gehen in Anchors @ the Jetty zu Abend essen. Das Anchors können wir wärmstens weiterempfehlen, es ist hier sehr gemütlich und das Essen schmeckt hervorragend. Es gibt hauptsächlich Fisch und Meeresfrüchte, aber auch Steak. Das Preis-Leistung-Verhältnis ist sehr gut. Direkt am Meer bietet es zudem einen tollen Ausblick :) 

Sonntag, 13.09.2016:

Die Nacht war kühl, aber wir hatten eine schöne warme Bettdecke :) Wir schlafen aus und bereiten dann gemütlich das Frühstück auf der Terrasse vor - der Meerblick ist traumhaft!

Heute machen wir einen Ausflug nach Swakopmund. Swakopmund liegt ca. 30km nördlich von Walvis Bay. Die Strecke dort hin führt an einer tollen Küstenstraße entlang - links der raue Atlantik, rechts die Dünen. Wir sehen einige Kamele und auch Quadfahrer in den Dünen. 

Wir fahren mit dem Auto durch die Swakopmund, um uns einen Überblick zu verschaffen. Laut Internet und diverser Reiseführer soll die Kleinstadt mit seinen rund 44.000 Einwohnern durch seine koloniale Vergangenheit sehr deutsch geprägt sein. Ohne Zweifel erkennen wir das an einigen Gebäuden und Straßenschildern, wie zum Beispiel am "Alten Amtsgericht". Weiterhin ist der Leuchtturm ein Wahrzeichen der kleinen Küstenstadt. Viel los ist aktuell nicht, die Straßen sind wie leer gefegt. Wir beschließen, zum alten Landungssteg - dem Jetty - zu fahren, ebenfalls ein Wahrzeichen Swakopmunds.

Bevor wir zum Jetty gehen, machen wir einen Spaziergang am Strand entlang - ganz zu Noras Vergnügen. Der Sand und das Meer sind ja auch zu verlockend zum Toben :) In der Nähe gibt es auch eine tolle Beachbar: die "Tiger Reef Beach Bar & Grill" in erster Reihe zum Meer. Abends lässt sich hier der Sundowner sicher hervorragend genießen. Wir machen das aber heute lieber bei unseren Gastgebern auf der Terrasse - auch in erster Reihe :) Nun machen wir uns erstmal auf den Weg zum Jetty...

Der Jetty ist ein ca. 300m langer Landungssteg und beherbergt ein Restaurant am Ende des Steges: "The Jetty 1905", wo wir auch zu Mittag essen. Abends empfiehlt es sich, einen Tisch zu buchen, das geht auch online. Das Essen ist sehr gut, es gibt auch Sushi. Der Nachtisch ist ebenso zu empfehlen :) Das Preis-Leistungs-Verhältnis ist auf dem europäischem Niveau. Nach dem leckeren, aber späten Mittagessen machen wir uns nun auf den Rückweg nach Walvis Bay. Vorher habe ich aber noch vor, einen Fallschirmsprung über dem Meer und den Dünen für morgen zu buchen. Dies war sogar noch möglich, aber leider hat mein fürsorglicher Ehemann da zu viele Bedenken... Nach langem Hin und Her melde ich mich schweren Herzens wieder ab, was mich auch noch Tage danach sehr ärgert - wann hat man schon mal die Chance über den Dünen und dem Meer gleichzeitig zu schweben... :( 

 Zurück in Walvis Bay entspannen wir auf unserer Terrasse mit Meerblick und packen schon mal ein paar Sachen zusammen - morgen geht es weiter nach Usakos, ins Landesinnere. Die Einladung unseres Gastgebers, einen Sundowner auf Ihrem Balkon zu trinken, nehmen wir gern an und verbringen den restlichen Abend mit Bier, Wein und leckeren, selbstgemachten Snacks bei Katja und John. Wir erfahren viele spannende Dinge über die beiden und auch über Namibia. Ein toller Ausklang und 100 mal besser, als sich in einem Hotel um das Buffet zu streiten. Ich verstehe ohnehin nicht, warum sich so viele Reisende diesen Stress antun, aber jedem das seine. Es gibt für uns nichts Besseres, als bei netten Gastgebern daheim zu schlafen und etwas über sie und das Land zu erfahren. Das bekommt man hier schließlich aus erster Hand. Große Hotelketten sind für uns zum Alptraum geworden. In Namibia ist das aber eher die Ausnahme. Bei Airbnb findet man nur in den großen Städten (Windhoek, Swakop, Walvis Bay) eine Unterkunft, auf dem Land muss man meist auf Hotels, Lodges oder B&B´s zurück greifen, wobei die B&B´s auch sehr nett und privat sind. Ich glaube, darüber schreibe ich mal in einem Blogbericht etwas ausführlicher... :)

 

Zusammenfassung Sightseeing und To Do´s in Walvis Bay:

  • Lagune Walvis Bay - eines der wichtigsten Feuchtgebiete im südlichen Afrika, viele Flamingos, tolle Sonnenuntergänge
  • Boots- oder Kajaktour in der Lagune (Robben, Delfine, Pelikane, mit Glück Wale)
  • Besuch Swakopmund (Strand, The Jetty, Leuchtturm, Altes Amtsgericht)
  • Düne Nr. 7 - mit über 100 Metern die höchste Düne in der Gegend
  • Sandwich Harbour (-Tour) - Süßwasser Lagune umgeben von Dünen. Allradfahrzeug nötig, das letzte Stück zu Fuß (haben wir nicht gemacht)

Montag, 14.09.2016:

Heute machen wir uns wieder auf den Weg ins Innere des Landes - nach Usakos. 180 km liegen vor uns und wir planen 2 Stunden ein. Vorher frühstücken wir noch ein letztes mal mit Meerblick, verabschieden uns von Katja und John, gehen noch ein paar Sachen einkaufen und fahren los. Die Strecke ist - wie die meisten in Namibia - Schotterpiste, aber sehr gut befahrbar. Ich habe zwei Nächte in einem Ferienbungalow in Okambishi´s Rest gebucht. Es gibt dort einen frei lebenden Geparden, was der Hauptgrund meiner Buchung war - ich liebe Geparden!! :) 

Gegen 14:30 Uhr kommen wir bei unseren Gastgebern Brigitte und Jürgen an. Usakos ist ein sehr kleiner Ort mit nur 3500 Einwohnern. Er dient den meisten Touristen als Zwischenstopp zwischen der Küste und dem Etosha Nationalpark. Aber es gibt auch hier in der Umgebung vieles zu sehen, wie zum Beispiel die berühmte Spitzkoppe oder das Erongo Gebirge. 

Brigitte empfängt uns auf Ihrem 1 ha großem Gelände und zeigt uns den Bungalow, in dem wir die nächsten zwei Nächte verbringen. Es ist wirklich groß und hat alles was man benötigt. Auf der Terrasse kann man gut entspannen und es gibt auch einen großen Grill - das Abendessen ist gesichert :) Es gibt einen großen Ferienbungalow mit zwei separaten Wohnungen, wir sind aber aktuell die einzigen Gäste. Ihr Haus steht auf einem separaten Gelände auf dem auch der Gepard Kambishi lebt. Es ist zur Sicherheit für die Gäste eingezäunt. Kambishi steht aber schon neugierig am Zaun und beobachtet uns :) Es gibt weiterhin Schafe, Zebramangusten und die Hündin Thaddea, die sehr lieb ist.  Nora hat Spaß mit den Ziegen :)

Heute machen wir keinen Ausflug mehr. Jens fährt zu dem kleinen Supermarkt und besorgt frisches Game-Meat, ich glaube Kudu, zum Grillen. Brigitte lädt uns ein, Kambishi beim Abendessen zuzusehen, was wir sehr gerne annehmen. Nur Nora darf nicht mit, da sie zu klein und unberechenbar ist. Schließlich ist Kambishi immer noch ein wildes Tier und Nora potenziell Beuteschema... Aber sie beschließt ohnehin gerade ein Nickerchen zu machen und das Babyphone reicht zum Glück auch bis zu Brigitte und Jürgens Haus. Kambishi hat auf dem Gelände noch einen eigens umzäunten Käfig, in dem er ab und zu ist. Ansonsten darf er sich auf dem riesigen Gelände frei bewegen. Als wir kommen ist er zur Sicherheit im Käfig. Brigitte holt das Fleisch und wir dürfen uns auf die Veranda setzen. Die Käfigtür geht auf und Kambishi sprintet sofort zum Fleisch, was er in wenigen Sekunden verputzt. Danach kommt er zu uns auf die Veranda und schnuppert neugierig an uns herum - wie aufregend! Wir dürfen uns nicht kleiner machen, als er ist, sonst könnte er uns angreifen, also bleibe ich schön brav in meiner Position. Es gibt noch Leberwurst zum Nachtisch - den darf ich geben. Seine raue Zunge schleckt an meiner Hand - wie toll! Ich bin begeistert von diesem wunderschönen Tier, habe aber auch großen Respekt. Er lebt schon seit er ein kleines Baby ist hier, aber dennoch ist er ein Wildtier und unberechenbar. Es gab auch schon den ein oder anderen Machtkampf zwischen Ihm und Jürgen - und somit auch ein paar Kratzer... Aber meist verhält er sich wie eine brave Katze, meint Brigitte ;-) Nach diesem kleinen Abendteuer genießen wir den restlichen warmen Abend (es ist hier im Inland ziemlich heiß...) auf unserer Terrasse. Ein Pool fehlt hier, dann wäre es perfekt, aber der Gartenschlauch tut er erstmal auch :)

Dienstag, 15.09.2016:

Heute wollen wir uns am Vormittag die Spitzkoppe und am Nachmittag das Erogne Gebirge ansehen. Die Spitzkopf ist ca. 50 km von unserer Unterkunft entfernt und man sieht sie bereits auf der Anfahrt aus der kargen Landschaft hervorstechen. Sie ist ca. 1720m hoch und der bekannteste und meistfotografierteste Berg in Namibia und schwer zu besteigen. Hier findet man auch jahrtausende alte Felsmalereien. Wer mag, kann hier campen, was ich mir sehr toll vorstelle, da man den Sonnenuntergang und die Stille so voll genießen kann. Beim nächsten Mal werden wir das auch tun. Wir zahlen 20N$ pro Person und 10N$ für das Auto und erkunden die Gegend. Die Felsformationen sind beeindruckend und wir toben uns fototechnisch aus :) Die Rock Bridge und Rock Pools sind dabei die bekanntesten Motive. Nora ist in der Manduca stets mit dabei und genießt es, umher getragen zu werden :) Die Stimmung hier ist magisch und wir genießen die Ruhe, da wir aktuell die einzigen Besucher sind. Als die Mittagshitze kommt, machen wir uns auf den Rückweg, da es ziemlich heiß wird. 

Ein kleines Mädchen kommt zum Auto und will uns etwas verkaufen. Wir nehmen etwas mit und geben ihr 100N$, die sie sofort zu Ihrer Mutter bringt, die in der Nähe wartet. Natürlich viel zu viel, aber es sieht nicht so aus, als würden hier viele "Käufer" vorbei kommen und es schadet uns ja nicht. 

Bevor wir zum Bungalow fahren, halten wir zum Essen am "Tree House Bar & Restaurant" an. Es gibt in Usakos nicht viele Möglichkeiten, essen zu gehen und hier sieht es ganz nett aus. Wir nehmen Hühnchen und Pommes - es schmeckt gut und ein kühles Bier tut den Rest :) Danach fahren wir zur Unterkunft und entspannen eine Weile, bis wir uns auf zum nächsten Ausflug machen. Kambishi beobachtet uns vom Zaun aus.

Am Nachmittag besuchen wir das Erongo Gebirge, eines der ältesten Vulkangebiete der Welt. Es ist nur 20 Autominuten von unserem Bungalow entfernt und wir fahren gegen 14:30 los, um dort das beste Licht und die schönsten Farben am späten Nachmittag zu erwischen. Die Felsformationen sind atemberaubend! Besonders spektakulär ist die "Bull´s Party" und der "Elefant Head" - sehr sehenswert und ein Muss, wenn man in diese Gegend fährt. Es gibt auch eine Höhle, die "Phillips Cave" mit Felszeichnungen, die wir aber nicht besucht haben. Wir klettern auf die Felsen und bestaunen diese surreale Landschaft. Unglaublich, wie diese riesigen Feldbrocken in so manche Position gekommen sind und auch so liegen bleiben ;-) 

Auf der Rückfahrt sehen wir auch einige Giraffen, Warzenschweine und Antilopen, die hier "wohnen". Auf jeden Fall ist das Erongo-Gebirge sehr sehenswert und es war heute ein gelungener Ausflug. Zurück im Bungalow bekommen wir von Brigitte frische Eier für das morgige Frühstück und dürfen uns Mangold aus dem Garten pflücken. Das Abendessen ist gesichert! Natürlich füttern wir heute wieder Kambishi, der sich sein T-Bone-Steak schmecken lässt :) Den restlichen Abend chillen wir bei sehr angenehmen Temperaturen auf der Terrasse - ein rundum perfekter Tag :)

Mittwoch, 16.09.2016:

Heute geht es weiter zum Etosha Nationalpark - darauf freue ich mich schon die ganze Reise über! Endlich Safari - endlich Raubtiere (hoffentlich...) :-) Wir haben 350 km vor uns und sind ca. 5 Stunden unterwegs. Gegen 10:30 Uhr fahren wir los. Wir nehmen die B1 über Karibik und Otjiwarongo und machen Halt in Outjo zum Mittagessen. Die B1 ist eine Teerstraße und die Strecke fährt sich super. Nach Outjo geht es mit Schottenpiste bis zur Lodge weiter. Wir haben zwei Nächte in der Okutala Etosha Lodge gebucht. Die Lodge liegt 40 km vor dem Anderson Gate zum Etosha Park. Nach der Hauptstraße müssen wir noch ein ganzes Stück landeinwärts auf einer staubigen Strecke durch die Steppe. Gegen 15 Uhr kommen wir an. Wir werden herzlich begrüßt und bekommen erstmal einen kühlen Fruchtcocktail. Unsere Koffer werden auf´s Zimmer gebracht - wir haben das Luxus-Familienzimmer mit einem Einzelbett in einem separaten Raum - hier dürfen wir mal kinderfrei schlafen :) 

Das Highlight ist der Blick auf das Wasserloch vom Zimmer aus. Wir entdecken gleich Nashörner und Elands sowie Strauße und Giraffen. Perfekt! Noch bevor wir uns das Gelände ansehen können, kommt eine Giraffe Richtung Zimmer auf uns zu und bedient sich direkt neben unserem Fenster am Baum. Die Lodge war die richtige Wahl, keine Frage. Der Pool mit Terrasse und Blick auf das Wasserloch tun den Rest :) Es gibt insgesamt 11 Zimmer. Es sind noch ein paar weitere Gäste anwesend, die auf der Terrasse die Tiere beobachten und Kaffee + Kuchen essen. Wir schließen uns an und genießen zudem ein kühles Bier mit Blick auf die Tiere am Wasserloch - was für eine traumhafte, kleine Lodge. 

Die Lodge beherbergt nicht nur Urlauber, sondern ist weiterhin auch eine Aufnahmestation für kranke und von den Müttern verlassene (oder durch Wilderung getötete) Tiere. Volunteers sind hier regelmäßig vor Ort, um zu helfen. Zu den weitgehend zahmen "Mitbewohnern", denen wir begegnet sind, gehören Klippspringer, Giraffen, Erdmännchen, Nashörner und Strauße. Nora hatte definitiv Spaß an Rocky, einem der Klippspringer :) Wir verbringen den restlichen Nachmittag auf dem Gelände der Lodge, springen in den Pool und beobachten die Nashörner am Wasserloch. Die Atmosphäre ist wunderbar und der weite Blick in die Landschaft verschafft das perfekte Afrika-Feeling.

Durch einen unterirdischen Tunnel kann man direkt bis vor das Wasserloch gehen und die Tiere in unmittelbarer Nähe beobachten, ohne sie zu stören. Die Nashörner sind zum Greifen nah. Und auch die Spinnen, die hier wohnen - ich bleibe hier nicht allzu lang und bevorzuge die Terrasse ;-) Es dämmert bereits und gegen 20 Uhr gibt es Abendessen - ein 3-Gänge-Menü. Das gibt es bei romantischer Atmosphäre mit Blick auf das beleuchtete Wasserloch sowie vielen Lichtern und Kerzen - und das Essen schmeckt auch hervorragend - ich liebe diese Lodge! So ein toller Tag und morgen früh geht es in den Etosha Park. Süße Träume... :)

Donnerstag, 17.09.2016:

Die Nacht war ruhig und durch das offene Fenster konnten wir die Geräuschkulisse Afrikas genießen. So schläft es sich am besten! Das Frühstück auf der Terrasse war sehr lecker und die Tiere am Wasserloch waren auch schon wach. Heute verbringen wir den ganzen Tag im Etosha Nationalpark. Juchuuu!! Ich hoffe auf viele Tiere und tolle Landschaften und bin so gespannt... Wie wird wohl Nora auf die Tiere reagieren? Sie ist nun bald 1,5 Jahre alt und ein sehr aufmerksames kleines Mädchen mit hohem Interesse an neuen Sachen. Ihre erste Safari - wie toll :) Wir packen alles ins Auto und düsen los. Nach ca. 40 Minuten kommen wir am Anderson Tor, dem südlichen Eingang des Parks an. Ich hole schon mal die Kamera raus...

Infos zum Etosha-Park:

Der Etosha Park ist bekannt für seine Salzpfanne, die mit einer Länge von 130 km und einer Breite von 50 km ist die größte in Afrika ist. Sie ist sogar aus dem Weltall sichtbar. Die Salzpfanne nimmt ca. ein Viertel des gesamten Parks ein. Man nimmt an, dass die Pfanne vor ca. 100 Millionen Jahren entstanden ist. Vor etwa 16.000 Jahren floss der Kunene-Fluss in Angola bis nach Etosha und so entstand ein riesiger See, der langsam auftrocknete und eine Salzpfanne zurück lies. Dennoch gibt es hier sehr viele Tiere, die sich um die zahlreichen Wasserlöcher sammeln. 

Die beste Reisezeit ist die Trockenzeit von Mai bis Oktober, da sich die Tiere in diesen Monaten aufgrund des Wassermangels um die Wasserlöcher sammeln. Außerdem ist das Gras kurz und man sieht so auch besser die Raubtiere. Die staubtrockene und weite Ebene bietet eine traumhafte Kulisse für einzigartige Tierfotos. Wichtig: Unterkunft frühzeitig buchen, da die Camps zu dieser Zeit meist ausgebucht sind. Wir haben uns erst 2,5 Monate vor Reiseantritt für Namibia entschieden und waren damit sehr spät dran, so dass wir bei unseren Unterkünften oft auf die 2. oder 3. Wahl zurückgreifen mussten. Viele unserer präferierten Lodges waren bereits ausgebucht.

Ein großer Vorteil des Parks ist zudem, dass er malariafrei ist und mit dem eigenen Fahrzeug befahrbar - perfekt für die Reise mit unserer kleinen Tochter. Die staatlich angesiedelten Camps innerhalb des Parks bieten Übernachtungsmöglichkeiten, Restaurants, Aussichtspunkte, Geschäfte und Tankstellen. Das ist bequem, hat aber leider ein wenig "Zoo"-Atmosphäre. Nicht zu vergleichen mit der Masai Mara in Kenia, aber dennoch ein einzigartiger und  sehr sehenswerter Park. Weiterhin haben sich außerhalb des Parks jede zahlreiche privat geführte Unterkünfte angesiedelt. Man hat - wenn man zeitnah bucht - die Qual der Wahl. Von B&B´s bis hin zu Luxuslodges ist für jeden etwas dabei. Auch Campen ist möglich. Im Etosha gibt es 6 staatlich Gefühle Camps: Dolomite, Halali, Namutoni, Okaukuejo, Olifantsrus und Onkoshi. Das Dolomite und Okaukuejo sind empfehlenswert. Leider war das Dolomite zu unserem Zeitpunkt ausgebucht, aber laut Erfahrungsberichten soll es sich lohnen, da gerade auch der westliche Teil des Parks nicht so befahren ist und Tiersichtungen dadurch besser möglich sind. Das Okaukuejo, wo wir eine Nacht waren (dazu später mehr), hat eines der besten Wasserlöcher für nächtliche Tiersichtungen.

Die Eintrittspreise (Stand 2015) betragen 80 NAD pro Tag und 10 NAD pro Fahrzeug. Der Park öffnet bei Sonnenauf- und schließt bei Sonnenuntergang. Die aktuellen Zeiten kann man im Internet nachlesen. Man erreicht den Etosha-Park durch 4 Tore: Anderson Tor: Süden, Von Lindequist Tor: Osten, Galton Tor: Südwesten, King Nehale Lya Mpingana Tor: Norden. Und nun das Wichtigste: die Tierwelt: Es gibt hier vier der Big 5 zu sehen: Löwen und Elefanten gibt es jede Menge. Spitzmaulnashörner gibt es auch genug, aber den Leoparden muss man suchen. Wir haben leider keinen entdeckt :( Büffel gibt es hier keine zu sehen. Dazu muss man weiter in den Nordosten Namibias, nach Caprivi, fahren. Weiterhin gibt es zahlreiche Giraffen, Gnus, Hyänen, Zebras, Springböcke, Kudus und Antilopen sowie Geparden. Schakale, Warzenschweine, Löffelfüchse und Honigdachse sind weitere (kleine) Bewohner im Etosha. 

Lohnenswerte Wasserlöcher:

Okaukuejo: direkt neben dem Rest Camp, Flutlicht, nachts oft Spitzmaulnashörner & Elefanten

Okondeka: eines der besten zur Löwenbeobachtung 

Halali und Goas: Chance auf Leoparden, weiterhin Impalas und Elefanten, Gnus und Zebras 

Sueda & Salvadora: schöne Aussicht über die Pfanne

Rietfontein: beliebt bei Löwen

Tolle Aussicht auf die Pfanne: nördlich von Halali

 

Übersichtskarte:

Uns bleiben nun 4 volle Tage, um den Park anzuschauen und nach Tieren Ausschau zu halten. Heute wollen wir vom Anderson Gate bis zum Halali Camp fahren und wieder zurück mit Stopps an den verschiedenen Wasserlöchern. Es macht nun aber keinen Sinn, unsere Tiersichtungen an jedem Wasserloch zu beschreiben, da diese natürlich nicht immer am selben zu finden sind. Es kann sein, dass man 11 Uhr kein Tier an einem bestimmten Wasserloch hat, 13 Uhr aber da die Hölle los ist... Ein bisschen Glück gehört natürlich zu jeder Safari, sonst kann man auch in den heimischen Zoo gehen ;-)

Nachdem wir im Camp Okaukuejo aufgetankt, den Eintritt bezahlt und uns eine Karte besorgt haben, erkunden wir die Region östlich des Camps. Dort entdecken wir jede Menge Elefanten, die ein Bad nehmen - Nora ist begeistert :-) Ich freue mich, dass sie das so interessiert! Wir schauen uns das Spektakel eine ganze Weile an und irgendwann wollen sie Elefanten weiter ziehen und kommen aus dem Wasserloch heraus - mehr oder weniger elegant ;-) Sie laufen direkt vor und hinter unserem Auto vorbei - wie aufregend, auch für Nora. Neben Springböcken, Giraffen, Zebras, Elands und Kudus entdecken wir auch ein paar Gnus, aber natürlich nicht zu vergleichen mit den riesigen Herden in der Masai Mara. Hier stehen sie vereinzelt in der Landschaft herum. Auch Strauße und Schakale entdecken wir, siehe der kleine Kerl auf dem obigen Bild - er hat es sich am Straßenrand gemütlich gemacht und für uns posiert :-)

Zum Mittag machen wir Halt im Halali Camp. Ich habe noch nie so etwas ekeliges gegessen! Das "Fleisch" bestand wohl aus Fleischabfällen, wir blieben lieber bei laschen Nudeln mit Ketchup und dabei muss man sagen, dass wir beim Essen nicht übermäßig anspruchsvoll sind. Das Camp an sich macht einen furchtbaren Eindruck. Gut, dass wir für morgen im Okaukuejo Camp gebucht haben, das sah deutlich besser aus. Wir machen uns nach dem Essen gleich auf den Rückweg und halten nochmal an den Wasserlöchern an. Wir haben Glück und sehen einige Löwen. Sie dösen im Schatten, wie immer ;-) Einer beobachtet ein paar Impalas, aber denkt gar nicht daran, sie zu jagen. Das wäre ja auch zu schön gewesen. Nora ist sich nicht so sicher, ob sie die Löwen gut finden soll... 

Der Park schließt bei Sonnenuntergang. Gegen 18 Uhr machen wir uns auf den Rückweg. Das Fazit nach dem ersten Tag im heiß ersehnten Etosha: einfach klasse! Elefanten beim Baden, Löwen, Giraffen, Strauße, Schakale, Zebras und große Antilopenherden konnten wir beobachten. Nora war die ganze Zeit über total lieb und entspannt und hat neugierig die Tiere beobachtet - ihre erste Safari also erfolgreich gemeistert :-)

Zurück im Camp wollen wir nochmal die Giraffe suchen. Wir finden sie etwas abgelegen bei den Wohnungen der Angestellten und gehen zu ihr. Sie scheint zahm zu sein und kommt neugierig auf uns zu. Nora scheint sie besonders zu interessieren denn da wird sich regelrecht beschnuppert - wie zuckersüß! :) Wir bleiben noch eine Weile hier und bewundern dieses majestätische Tier - ich liebe Giraffen! Langsam dämmert es und wir wollen uns zum Essen noch frisch machen, also gehen wir auf unser Zimmer.

Auf dem Weg ins Zimmer biegen wir um die Ecke und auf einmal kommen uns drei riesige Nashörner entgegen! Normalerweise würde ich stehenbleiben und auf die Seite gehen, um möglichst nah dran zu sein und Fotos zu machen. Aber da siegt der Mutterinstinkt - ich packe mein Baby und flitze weg... Wir treffen einen der Angestellten und der sagte uns, dass wir gar nicht hier sein dürften. Ups! Wir warten, bis die Nashörner vorbei gezogen sind und gehen vorsichtig auf unser Zimmer. Sehr abenteuerlich :)

Nach einem, erneut sehr leckeren, 3-Gänge-Menü gehen wir auf die Terrasse an die Bar, etwas trinken. Wir treffen einen netten Angestellten, Caleb, der für die Lodge Filme und Fotoaufnahmen sowie die Homepage macht, das Marketing also. Wir erfahren spannende Dinge über Land und Leute und lassen den wunderschönen Afrika-Abend bei Wein und Bier ausklingen. Morgen wollen wir wieder in den Etosha, und auschecken müssen wir auch noch - wie schade :(

Freitag, 18.09.2015:

Nach einem ausgiebigen Frühstück müssen wir uns heute leider von der Okutala Lodge verabschieden. Es war ein rundum traumhafter Aufenthalt und wir können diese Lodge ohne Abstriche weiter empfehlen! Die Übernachtung ist nicht ganz billig, aber Preis-Leistung ist angemessen. Es geht weiter ins Okaukuejo Camp. Leider war hier nur noch eine Nacht frei. Das Camp liegt ca. 17 km vom Anderson Tor entfernt. Es gibt verschiedene Unterkunftsarten, vom Camping bis hin zum Chalet mit Blick auf das Wasserloch. Es gibt außerdem eine Tankstelle, ein Restaurant (was hoffentlich besser ist als das im Halali), einen Pool (den wir aber nicht nutzten), verschiedene Geschäfte und ein beleuchtetes Wasserloch. Wir können erst gegen 13 Uhr einchecken und so fahren wir in der Zwischenzeit die Wasserlöcher nördliche und nordwestlich des Camps ab. Als erstes können wir entdecken, wie ein Elefantenbulle sich mit einem Nashorn anlegt (oder umgekehrt). Leider bleibt es nur beim fies angucken. Das Nashorn zieht irgendwann vorbei und geht zum Wasserloch. Mist!

Wir sehen weiterhin große Zebraherden sowie viele Gnus und Antilopen in der staubigen Landschaft. Man hat von hier aus auch einen guten Blick über die Salzpfanne. Auch Giraffen sind hier häufig zwischen den Bäumen versteckt. Gegen 14 Uhr fahren wir zurück ins Camp und wollen einchecken. Ich bin sehr gespannt auf das Zimmer, wir haben ein Chalet gebucht. Man hört nicht nur Gutes von den staatlichen Camps und im Gegensatz zu den privat geführten Camps und Lodges sind diese auch nicht so gut gepflegt und liebevoll gestaltet - man gibt sich eben nicht sonderlich viel Mühe, auch nicht beim Service. Uns das für 180 Euro pro Nacht... Aber vom Chalet sind wir positiv überrascht: es ist relativ modern und auch sauber und alles funktioniert, vom Wasser übers Licht bis hin zur Küche. Eine tolle "Überraschung" ;-) Wir schaffen unsere Koffer aufs Zimmer und machen uns noch mal auf den Weg zu den nahe gelegenen Wasserlöchern östlich des Camps. Neben den üblichen Verdächtigen haben wir heute kein Glück was Raubtiere angeht. Kurz vor Torschluss fahren wir zurück ins Camp, das Abendessen wartet...

Wir sind auch positiv überrascht vom Abendessen. Nach der Katastrophe im Halali sind wir mit keinen Erwartungen ran gegangen, aber es war völlig in Ordnung. Es gab Buffet und eine vernünftige Auswahl, sogar Eis zum Nachtisch. Aber mit 150 N$ pro Person ohne Getränke auch nicht ganz günstig. Dann bringen wir Nora und Bett und wollen noch zum Wasserloch, das soll je sehr "berühmt" sein - wir sind gespannt, was uns erwartet. Das Babyphone reicht leider nicht bis dahin und so müssen wir uns abwechseln. Auf dem Gelände flitzen überall Schakale herum und wollen die Mülleimer plündern - sie halten sich aber von den Menschen fern. Am Wasserloch kommen Elefanten und Spitzmaulnashörner zum Trinken. Die Stühle und Bänke sind voll besetzt, viele Gäste wollen sich das Spektakel ansehen. Es kommt eine Nashornmutter mit Baby und später ein weiteres Nashorn hinzu. Es wird sich begrüßt - alle beschnuppern sich gegenseitig an der Nase bzw. am Horn - wie toll :) Dann auf einmal höre ich Löwengebrüll ganz in der Nähe. Ich warte. Ziemlich lange. Aber keiner kommt. Dann gehe ich aufs Zimmer, kann aber schlecht schlafen, da das Löwengebrüll  durch die offenen Fenster ständig zu hören ist und ich immer wieder zum Wasserloch gehe, um zu schauen, ob die Löwen nun zu sehen sind - erfolglos. Irgendwann gebe ich auf uns genieße die "Musik Afrikas" nur noch vom Bett aus :) 

Samstag, 19.09.2015:

Wir sind heute recht zeitig wach, um den Sonnenaufgang zu sehen und fahren noch vor dem Frühstück los. Wir werden nicht enttäuscht. Der Sonnenaufgang ist traumhaft! Viele Tiere sind aber  noch nicht unterwegs. Nach diesem tollen Anblick fahren wir erst einmal zurück ins Camp um zu frühstücken. Das Frühstück ist ok, aber auch nicht mehr. Wir packen unsere Sachen ins Auto und verabschieden uns vom Okaukuejo Camp, denn heute fahren wir weiter in den Osten. Wir haben zwei Nächte in der Emanya Lodge außerhalb des Etosha gebucht. Die gesamte Strecke beträgt 177 km und wir rechnen damit, dass wir den gesamten Nachmittag unterwegs sein werden, da wir auf der Strecke an vielen Wasserlöchern halten wollen, denn die Fahrt geht mitten durch den Etosha Park. Das Fazit zum Okaukuejo Camp: nach den vielen negativen Bewertungen sind wir quasi mit keinen großen Erwartungen hin gefahren - wurden dafür aber positiv überrascht. Alles in allem war es ok, nichts Besonders und auch das Preis-Leistungs-Verhältnis stimmt hier nicht ganz, aber wir konnten im Park übernachten, nachts die Löwen brüllen hören und die Sonne über der Salzpfanne aufgehen sehen - das war es wert!

Heute wird der beste Tag im Etosha, das kann ich an der Stelle schon mal verraten. Wir fahren erstmal bis zum Halali durch und steuern dann die verschiedenen Wasserlöcher in Richtung Namutoni an. Und wir haben gleich am Anfang Glück und entdecken eine Geparden mit ihren zwei Jungen. Sie fressen ganz in Ruhe an ihrer Beute direkt am Straßenrand. Die beiden Knirpse sind so niedlich :) Ich liebe diese wundervollen Tiere und könnte ewig zuschauen. 

Irgendwann machen sie sich aber auf den Weg und ein paar gierige Schakale warten schon auf den Rest der erlegten Antilope. Sie streiten sich um die Beute und knurren und jaulen wie verrückt - ein wildes Spektakel. Das schauen wir uns noch eine Weile an und können dabei einige tolle Bilder schießen. Wir machen uns wieder auf den Weg zu einem der vielen Wasserlöcher, die wir noch vor uns haben, aber die Geparden haben wir direkt am Straßenrand entdeckt - was für ein Glück :)

Weiter Richtung Osten kommen wir an einen Aussichtspunkt der einen tollen Blick über die riesige Salzpfanne bietet. Es ist sehr heiß hier und weit und breit kein Mensch oder Tier zu sehen - eine magische Atmosphäre. Der Kontrast der weißen Ebene zum strahlend blauen Himmel ist fast schon unwirklich. Wir schießen einige Bilder und machen uns zeitnah wieder auf den Weg ins Auto - die Klimaanlage wartet :) Es ist wirklich sehr heiß hier draußen... Und weiter geht es ostwärts.

Wir haben Glück und können unterwegs zwei sich zoffende Zebras entdecken. Ich tobe mich mit unserer Kamera aus und es gelingen einige spannende Aufnahmen. Nora findet das Spektakel auch recht amüsant :) 

Je weiter wir ostwärts fahren, umso mehr erleben wir an den Wasserlöchern. Wir sehen Löwen, Elefanten, Giraffen und jede Menge Antilopen. Und nicht zu vergessen die Geparden. Aber das kann auch Zufall sein. Mal sehen, was bzw. wen wir heute noch alles entdecken...

Es ist später Nachmittag und wir sind am Namutoni Camp am östlichen Tor angekommen. Bevor wir den Etosha verlassen und in unsere Lodge fahren, schauen wir uns noch die Wasserlöcher rund um das Camp an. Hier soll es öfters Leopardensichtungen geben. Leoparden entdecken wir leider keine, aber dafür jede Menge Geier und Hyänen, die sich um einen Elefantenkadaver streiten. Es handelt sich, laut der Ranger, um ein Elefantenjunges, das seit gestern hier liegt. Wie es gestorben ist, konnte man uns nicht sagen. Am selben Wasserloch sehen wir noch jede Menge Giraffen und ein Nashorn. 

Der Tag im Etosha und die lange Strecke haben sich heute auf jeden Fall gelohnt! Wir machen uns langsam auf den Weg in unsere Lodge für die nächsten zwei Nächte. Wir haben die Emanya Game Lodge gebucht. Die Lodge ist eher modern eingerichtet. Alles in Allem ist das Preis-Leistung-Verhältnis sehr gut, aber wir bevorzugen eher private Lodges mit mehr Afrika-Flair, aber leider waren wir zu spät dran und es war kaum noch ein  freies Zimmer woanders verfügbar. In der Lodge gibt es auch ein Wasserloch, was man vom Pool und einem Loungebereich aus beobachten kann. Es gibt Strauße, Warzenschweine, Giraffen und Kudus zu sehen. Den restlichen Spätnachmittag verbringen wir im Pool - zu Noras Vergnügen. Es gibt auch noch Kaffee und Kuchen - ein  mega leckerer Schokokuchen :)

Das Abendessen gibt es auf der Terrasse und kostet 205 N$ pro Person ohne Getränke. Es wird ein 3-Gänge-Menü serviert, was auch sehr lecker ist. Unser Kellner war nur etwas unerfahren, aber das war kein Problem :) Wir lernten auch die Besitzerin kennen, eine ältere und sehr nette Dame. Jeder gibt sich hier sehr viel Mühe, das muss man schon zugeben. Wir lassen den Abend gemütlich enden und freuen uns auf morgen, den leider schon letzten Tag im Etosha...

Sonntag, 20.09.2014:

Heute nehmen wir uns die Wasserlöcher rund ums Namutoni Camp vor - diese waren ja bereits gestern sehr vielversprechend. Vielleicht haben wir Glück und sehen noch einen Leoparden! Aber erstmal frühstücken wir ausgiebig. Das Frühstück ist sehr lecker und vielfältig. Man kann sich frische Omeletts und Speck braten lassen und danach gibt es Pancakes - meine Leibspeise :) Wir ordern ein Lunchpaket für das Mittagessen im Park und machen uns auf den Weg. Zuerst sehen wir nach, wie viel von dem Elefantenkadaver noch übrig ist. Nicht mehr viel... Über die Reste machen sich nach wie von die Geier, Hyänen und Schakale her. Am Wasserloch stillen jede Menge Giraffen ihren Durst und beobachten leicht nervös die Hyänen.

Wir drehen unsere Runden an den verschiedenen Wasserlöchern und entdecken auch endlich den hübschen Gelbschnabeltoko, der hier auch "Flying Banana" genannt wird. Er sitzt und posiert perfekt für uns, der Schöne :) Neben den üblichen Verdächtigen, wie Zebras, Giraffen und Antilopen, sehen wir auch Gnus und Warzenschweine, die sich bisher eher rar gemacht haben. Es ist immer jede Menge los an den östlichen Wasserlöchern. Wir fahren nochmal zum Wasserloch, an den der Elefantenkadaver liegt. Dort sollen oft Leoparden gesichtet werden. Wir fahren langsam die Strecken ab, schauen auf den Bäumen nach, aber entdecken die große Katze leider nicht :(

Was wir aber sehen, sind die süßen und flinken Dik Dik´s. Sie sind kaum größer als ein Hase - leider kommt das auf den Bildern nie so rüber. Ich könnte die süßen Mini-Antilopen stundenlang beobachten. Aber eine falsche Bewegung, und sie flitzen in den Busch.

Wir geben die Leopardensuche irgendwann auf und machen uns auf den Rückweg in die Lodge. Wir wollen den späten Nachmittag wieder nutzen, um im Pool zu plantschen, denn Nora ist eine kleine Wasserratte :) Auf dem Weg vom Wasserloch zur Hauptstraße kommt und ein riesiger Elefantenbulle entgegen. Wir haben damit schon in Südafrika Erfahrung gemacht und wissen: Auto stehen lassen, Motor aus und ruhig verhalten. Leider weiß das der Autofahrer vor uns nicht und versucht, rückwärts zu fahren. Sein Motor heult auf und er kommt nicht weiter, da wir hinter ihm stehen.

Der Bulle geht auf sein Auto zu - es ist leider ein ziemlich kleiner PKW. Für den Elefanten wäre es kein Problem, das Auto "auseinander zu nehmen". Kurz vor dem Auto geht er dann doch vorbei und läuft direkt vor unserem Jeep in den Busch. So ein riesiger Bulle - Wahnsinn. Herzklopfen inklusive. Es kommen noch weitere Elefanten und marschieren auf der Straße entlang. Ein Bus, der gerade ankommt, bleibt lieber stehen. Es bildet sich auf beiden Seiten ein Stau - die Elefanten stört es nicht und sie gehen gemütlich und friedlich ihrer Wege. 

Wir verabschieden den Etosha Nationalpark. Es waren 5 wunderbare Tage und wir haben - bis auf den Leoparden - alle hier vertretenen Tiere gesehen. Wehmütig fahren wir zurück in die Lodge und verbringen die restlichen Stunden am Pool, bevor es wieder ein leckeres 3-Gänge-Menü zum Abendessen gibt. Morgen müssen wir eine größere Strecke zurück legen, also bleiben wir nicht allzu lang wach. Mit einem Gläschen Wein gehe ich noch zum beleuchteten Wasserloch und vermisse die Afrika-Atmosphäre jetzt schon... :(

Montag, 21.09.2015:

Auf zur letzten Unterkunft, der Mount Etjo Safari Lodge. Es geht 350 km Richtung Süden und wir planen ca. 5 Stunden ein. Nach dem Frühstück düsen wir los. Wir fahren ein Stück auf der Schotterpiste, dann geht es weiter auf einer asphaltierten Straße. Mein Mann fährt. Auf einmal werden wir raus gewinkt - die Polizei! Wir waren zu schnell unterwegs und wurden geblitzt... Es bleibt aber bei einer Verwarnung, da wir ansonsten nochmal hätten umdrehen müssen, um bei der Polizeistation direkt zu zahlen. Aber da wir ein Baby dabei hatten, wurde ein Auge zugedrückt. Glück gehabt! 

Aktuell ist Trockenzeit. Während der Regenzeit (Dez.-März) sind die Sandstraßen in Richtung der Mount Etjo Safari Lodge oft überschwemmt & in weniger guten Zustand. Am besten an der Rezeption vor der Abfahrt über die Straßenbedingungen informieren: +264 67290176. Die Sandstraße von Kalkfeld nach Mount Etjo ist oft in besserem Zustand als die Sandstraße, die von der B1 nach Mount Etjo führt. Wir kommen gegen 15 Uhr an. An der Rezeption fragen wir, ob wir ein Zimmer in der Nähe des Restaurants bekommen könnten, da wir dann auch abends mit Babyphone mal "Ausgang" zu zweit hätten :) Das einzig freie "Zimmer" ist die Suite, ein riesiges Appartement mit Schlaf- & Wohnzimmer, Kamin, Bad, Toilette und Flur. Nehmen wir! Die Einrichtung ist rustikal, typisch afrikanisch und sehr gemütlich. Es gibt einen Pool und an dem Fluss oder See, der nebenan ist, kann man einige Tiere beobachten. Es soll hier auch Nilpferde geben, das wäre ja klasse! Wir chillen den restlichen Nachmittag am Pool, es gibt auch noch Kaffee und Kuchen - es gefällt uns hier :)

Das Abendessen wird in einer traditionell gemütlichen Lapa mit Lagerfeuer serviert (250N$ pro Person). Super gemütlich! Nora schläft bereits friedlich und hatte schon ihr Abendessen. Wir lernen zwei Honeymooner aus Italien kennen, Francesco und Tanja. Sie haben eine ähnliche Rundreise wie wir hinter sich und reisen morgen ab. Wir setzen uns gemeinsam an einen Tisch und tauschen das erlebte aus. Das ist der Nachteil an Rundreise, man lernt nette Menschen kennen und muss sich nach ein oder zwei Tagen bereits wieder verabschieden. Aber wozu gibt es WhatsApp, Facebook und Instagram sowie die gute alte E-Mail-Adresse :) Die beiden wollen die Löwenfütterung nach dem Abendessen mitmachen. Ich bin skeptisch. Es sind zwar Löwen aus dem benachbarten Okonjati Wildreservat, die wohl auch selbst jagen können, aber ich bin kein Fan von solchen Touristen-Shows. Der Gruppenzwang siegt und ich schaue mit das Spektakel einfach mal mit an. Es war ok, aber man verpasst auch nichts. Einen Löwen in der freien Wildbahn jagen zu sehen, wäre mit deutlich lieber, aber die liegen ja - wenn wir kommen - nur faul im Schatten herum ;-) Jens musste auf Nora aufpassen, wird dafür aber morgen früh die Nashorn-Wanderung mit machen. Den Abend lassen wir mit Francesco und Tanja bei 1-2 guten Flaschen Rotwein unter dem Himmel Afrikas ausklingen. 

Dienstag, 22.09.2015:

Die Betten sind urgemütlich, wir haben super geschlafen. Frühstück gibt es nur bis 9 Uhr; Jens ist noch auf der Nashornwanderung. Ich frühstücke also mit Nora allein. Irgendwann kommt er wieder - er fand es super. Die Gruppe kam wohl ziemlich nah an ein Spitzmaulnashorn heran. Es war eine Mutter mit Baby, nicht ganz ungefährlich. Schade, dass ich nicht mit konnte, aber Kinder sind nicht erlaubt und einer muss ja auf unsere Süße aufpassen.

Heute ist unser letzter voller Tag in Namibia. Wir wollen heute einfach nur Chillen und die letzten Stunden in Afrika genießen - wer weiß, wann wir wieder kommen... Wer mag, kann hier einige Aktivitäten erleben: es werden Wildrundfahrten angeboten (auch für kleine Kinder), man kann unbegleitet zu Dino Spuren in der Nähe wandern, eine Schule nebenan besichtigen (Spenden, wie Kleidung, Spielzeug und Süßigkeiten sind sehr willkommen), oder Hyänen, Geparden und Löwen füttern. 

Wir haben heute auch Glück mir den Nilpferden. Drei große Exemplare und ein Baby können wir bis in die Abendstunden hinein direkt nebenan beobachten - super! Was machen wir heute noch? Mittagessen, ein Mittagsschläfchen, ab in den Pool, Kaffee und Kuchen, erneut ein leckeres Dinner am Lagerfeuer sowie mit Wein & Bier auf der Veranda die Nilpferde beobachten und den letzten Abend in Namibia ausklingen lassen - ein entspannter Tag. Morgen müssen wir zeitig los, um pünktlich am Flughafen zu sein...

Mittwoch, 23.09.2015:

Heute geht es wieder zurück nach Windhoek - 260 km, also gute 3 Stunden - haben wir vor uns. Der Flieger hebt 16:10 Uhr ab. Nach dem Frühstück packen wir die restlichen Sachen ein - so viel Kram! Dann heißt es Good Bye Mount Etjo Lodge, wir werden dich vermissen :(

Jens fährt und ich genieße die letzten Augenblicke in Afrika. Mir steigen die Tränen in die Augen. Was für eine tolle Reise mit unserer süßen kleinen Tochter, die alles wirklich super mit gemacht hat! Gegen 13:30 Uhr kommen wir an und geben den - doch ziemlich staubigen und mit Kekskrümel vollen - Mietwagen ab. Alles verläuft unkompliziert - die Waschanlage wartet schon :)  

Und los geht es - wieder mit South African Airways (SAA). Gegen 18 Uhr kommen wir in Johannesburg zum Zwischenstopp an. Wir haben wieder 2,5h Aufenthalt. Nora ist müde, ich versuche Sie in der Manduca zum schlafen zu bringen; Sie war auf dem Flug die ganze Zeit wach und hat sich mit einer netten Asiatin, die neben uns saß, beschäftigt :) Der Abflug nach München ist 20:35 Uhr - zum Glück bekomme ich Nora noch mal dazu, ein kleines Nickerchen zu machen, denn so ist sie nach dem Boarding noch gut drauf, bis das Abendessen vorbei ist und der Flieger in den "Schlafmodus" stellt. Es läuft perfekt und wie geplant: Nora schläft direkt dem Essen auf Papas Schoß ein - und die ganze Zeit durch, bis wir schließlich, nach 15 Stunden Reisezeit (20 Stunden, wenn man von der Abfahrt aus der Lodge rechnet), um 7:20 Uhr am nächsten Morgen in München landen. Und wir haben noch die Fahrt nach Stuttgart vor uns... Aber es war ok, wir konnten beide immer mal wieder etwas schlafen, aber mit dem Knirps auf dem Schoß ist dies natürlich nicht allzu bequem ;-) Die letzten 2 Stunden Fahrzeit bringen wir auch noch schnell hinter uns und schließlich sind wir gegen Mittag wieder zu Hause. Super, denn so können wir alle drei gleich ein gemütliches Mittagsschläfchen machen und von Afrika träumen...


Übersicht Reiseroute und Sehenswürdigkeiten:

 

Windhoek: 1 Nacht - Windhoek Game Lodge

Windhoek / Gamedrives in der Lodge

Namib Wüste: 1 Nacht - Rostock Ritz Desert Lodge

Chillen im Pool mit Blick auf die Wüste

Sossusvlei: 2 Nächte - Desert Quiver Camp

1. Tag: Dune 45 / Sossusvlei (Big Daddy, Big Mama)

2. Tag: Sesriem Canyon / Elim Dune / Dead Vlei

Walvis Bay: 2 Nächte - Privatunterkunft über Airbnb: Lagune Walvis Bay / Besuch Swakopmund (Strand, The Jetty, Leuchtturm, Altes Amtsgericht)

Usakos: 2 Nächte - Ferienbungalow: Besuch Spitzkoppe & Erogo Gebirge mit Elephants Head, Bull´s Party und Buschmannzeichnungen

Etosha: 5 Nächte (Okutala Lodge, Okaukuejo Camp, Emanya Lodge) - Game Drives im Etosha 

Mount Etjo: 2 Nächte - Mt. Etjo Lodge: Chillen in der Lodge / Löwenfütterung / Nashornwanderung 

 

Kostenübersicht:

 

Flug: ca. 1500 € für 2 Personen

Mietwagen: 600 € für 14 Tage (Geländewagen von großem Vorteil, oft auch kostenloses Upgrade)

Benzin für 14 Tage: ca. 300 €

Unterkünfte: zwischen 50 € für B&B´s und 200 € für sehr gute Lodges (pro Nacht & Zimmer)

Verpflegung: ca. 500 - 650€ für 14 Tage

Eintrittsgelder: ca. 100 € 

Sonstige Ausgaben/Souvenirs: ca. 100 €

 

Unterkünfte:

  Windhoek Game Lodge Rostock Ritz Desert Lodge Desert Quiver Camp Walvis Bay privat Okam-bishis Rest Okutala Lodge Okaukuejo Camp Emanya Lodge Mount Etjo Lodge
°max / min Sept. 28/10 29/12 29/12 17/11 30/13 33/16 33/16 35/17 29/13
Frühstück inkl. nein ja nein nein nein ja ja ja ja
Wlan frei frei  frei frei frei nein nein frei
Preis 100 € 158 € 111 € 46 € 48 € 160 € 180 € 157 € 142 €
Bewertung  ++++
+++++ +++ ++++ ++++ +++++ +++ +++ ++++
Stand: 9/2015
Infos zur Bewertung:
+++       = gut, aber verbesserungswürdig
++++     = sehr gut
+++++   = ausgezeichnet

Namibia mit Baby:

Eins vorweg: Namibia ist das perfekte Reiseland für Reisen mit einem Baby oder Kindern im Allgemeinen. Die Namibier sind sehr kinderfreundlich und die Unterkünfte vorbereitet auf die Kleinen; am besten, man gibt bereits vor der Reise Bescheid, dann steht schon alles bereit. Es gibt Kinderbetten, Kinderstühle und man bekommt in den Supermärkten Windeln, Feuchttücher und alles was man sonst so benötigt. Wir hatten aber ein eigenes Bett dabei, das kennt sie und da fühlt sie sich wohl. Die Rundreisen sind sehr abwechslungsreich und man kann fast alles mit den Knirpsen unternehmen: Dünen besteigen, Tiere beobachten, im Pool plantschen, wandern, am Strand spazieren gehen uvm. Man sollte bei der Streckenplanung darauf achten, dass die Fahrten zwischen den Zielen nicht allzu lang sind und genügend Pausen beinhalten. Je kleiner sie sind, desto mehr schlafen sie - Nora hat fast alle Strecken verpennt :) In zwei Wochen hatten wir 9 unterschiedliche Unterkünfte, das war auch ausreichend. Mehr sollte man nicht einplanen. Am besten bleibt man immer 2 oder 3 Nächte an einem Ort, das ist entspannter. Eine Reise mit Kind hat ohnehin den Vorteil, dass man sich mehr Zeit lässt und auch mal einen Gang runter schaltet, einfach, weil man es muss. Und das ist auch gut so. So erlebt man eine Rundreise ganz anders und nicht so gehetzt. 

Zum Thema Sicherheit: wir haben uns in Namibia zu keiner Zeit unsicher gefühlt. Aktuelle Hinweise zur Sicherheit gibt es wie immer beim Auswärtigem Amt.

Auf Safari haben wir Nora am Wasserloch immer abgeschnallt. So konnte sie sich im Auto frei bewegen und die Tiere beobachten. Ich saß immer mit hinten. Wir hatten auf jeder Fahrt genügend Snacks und Getränke dabei, falls sich mal kein Restaurant auf die Schnelle findet. Und natürlich ihr Lieblingsspielzeug sowie Bücher, falls es dann doch mal langweilig wird. Es gibt von Playmobil eine Safari mit Elefanten, Giraffen und Löwen, das passt natürlich sehr gut :)

Einen Buggy benötigt man nicht, wir hatten das Tragetuch und die Manduca dabei und das reicht völlig aus. In den Dünen benötigt man keinen, auf Safari nicht und auch im Erongo ist ein Buggy unnötig. Eventuell in Walvis Bay, Swakopmund und Windhoek, aber für die paar Stunden haben wir uns die Mitnahme erspart. Ein Tragetuch ist hier auf jeden Fall handlicher und praktischer. 

Der Flug: meist haben die Kleinen auch 1 Gepäckstück a 23 kg frei und man kann theoretisch zusätzlich einen Buggy kostenfrei mitnehmen. Im Handgepäck darf zusätzlich eine Tragetasche mit Bettwäsche, Windeln, Milchflaschen und Essen (Babynahrung) mitgenommen werden. Medikamente und Babynahrung könne auch außerhalb des Plastikbeutels transportiert werden. Es gibt auch spezielle Babymeals, die man vorab bestellen kann. Nora mochte die damals nicht. Auf Langstreckenflügen & besonders auf Flügen, die Abends starten, können Kinder essen, bevor anderen Passagieren das Essen serviert wird. Die Bestimmungen sind aber von Fluggesellschaft zu Fluggesellschaft unterschiedlich. An Bord versuchen die Stewardessen meist eine Reihe mit 3 oder 4 Plätzen freizumachen, wo man sich dann als Familie ausbreiten und das Kind in der Mitte schlafen kann. Das hat bei uns nur auf dem Hinflug geklappt, die Rückflüge waren komplett ausgebucht. 

Was sollte man mit nehmen? Grundsätzlich gibt es in den Orten meist einen kleinen Markt, wo man Windeln usw. findet. Nur im Umfeld Sossusvlei ist man etwas aufgeschmissen. Anbei habe ich eine Packliste zum Download, was wir für unsere 15 Monate alte Tochter mitgenommen haben. Abends kann es in manchen Orten ziemlich kühl werden, so dass man auch wärmere Sachen und Schlafsäcke mitnehmen muss. Für den ein oder andern ist die Liste vl. eine Hilfe.

Wichtig: für Einreise nach Namibia über Südafrika benötigt man seit dem 01. Juli 2015 eine internationalen Geburtsurkunde für die Kinder. 


Fazit Namibia:

In einem Wort: TRAUMHAFT! Wieder mal ein super tolles und abwechslungsreiches Land auf unserem Lieblingskontinent! Wenn ich an Namibia denke, dann an rote Dünenlandschaften und eine reiche Tierwelt und damit wurden wir auch ausreichend belohnt! Aber auch hier gilt (wie schon in Südafrika): der Etosha ist nicht mit der Masai Mara in Kenia zu vergleichen! Er ist landschaftlich mit seiner Weite und der riesigen Salzpfanne natürlich unvergleichlich und auch die Tierwelt ist nicht zu verachten, aber die Mara bleibt immer noch unser Favorit für Safaris, gerade im Zeitraum der großen Tierwanderung. Zudem gibt es im Etosha nicht alle der Big 5 - der Büffel fehlt hier leider, diesen findet man erst weiter nordöstlich. Der Etosha ist anders, aber anders schön und auf jeden Fall einen oder mehrere Besuche wert, keine Frage! Aber es kommt, wie auch die Parks in Südafrika, eher einem riesigen Zoo nahe... 

Wir werden definitiv noch einmal nach Namibia kommen, dann aber die Route etwas abändern: die Dünen in Sossusvlei nehmen wir auf jeden Fall noch mal mit, die sind ein absolutes Muss! Die Küste mit Walvis Bay und Swakopmund waren schön, müssen aber nicht noch mal sein. Dafür würden wir gern einen der Himba-Stämme in Umfeld Kaokoveld besuchen. Der Etosha ist natürlich wieder am Start und dann soll es weiter in Richtung Nordosten gehen - zum Caprivi-Streifen. Diesen konnten wir leider dieses Mal nicht besuchen, da wir dafür eine Malaria-Prophylaxe benötigen würden und das wollten wir unserer kleinen Tochter noch nicht zumuten.

Eine wundervolle Reise mit unserem kleinen Schatz ist vorbei und es bleiben traumhafte Erinnerungen und viele viele schöne Bilder. Es wird nicht unser letzter Besuch sein und beim nächsten mal sind wir eventuell schon zu viert... ;-)