Südafrika 2013 - Johannesburg/Pilanesberg/Madikwe + Kapstadt & Garden Route


Nachdem unser erstes Afrika-Abenteuer in Kenia 2012 in so schöner Erinnerung geblieben ist, beschlossen wir, uns in diesem Jahr einmal Südafrika anzuschauen. Gern wollten wir noch mal nach Kenia - und zwar in Verbindung mit einer Gorilla-Safari in Ruanda oder Uganda - aber leider müssen wir für dieses Abenteuer noch etwas länger sparen ;-) So hieß es vom 01.11.-18.11.2013: Goodbye kaltes Deutschland, hallo warmes Südafrika!

 

Die Flüge habe ich über ein Lufthansa Angebot von Frankfurt nach Johannesburg mit dem A380 mittels Direktflug gebucht. Von Johannesburg aus standen der Pilanesberg Nationalpark und das Madikwe Game Reserve auf dem Plan. Danach der Weiterflug nach Kapstadt, um von da aus die Garden Route anzuschauen. In 15 vollen Tagen ist diese Rundreise gut zu schaffen!

 

Übersichtskarte:

Südafrika 2013
StepMap Südafrika 2013



1. & 2. Tag - 01./02.11.2013

 

Am 01.11.2013 startete unsere Reise. Unser Flug mit dem A380 von Frankfurt nach Johannesburg ging um 21:50 Uhr. Es war unser erster Flug mit einem A380 - eine riesige Maschine und kaum zu spüren bei Start und Landung. Sehr beeindruckend! Nach ca. 9 Stunden Flugzeit kamen wir Ortszeit 9:40 Uhr am nächsten Tag in Johannesburg bei strahlendem Sonnenschein an. In Südafrika ist es zur deutschen Winterzeit eine Stunde später. Wir nahmen unser Gepäck in Empfang, kauften im Vodacom Shop eine Prepaid-Karte für das Handy (sehr zu empfehlen, wenn man unterwegs online sein möchte, preislich für 2 Wochen mit ca. 700 MB etwa 25€) und steuerten die Mietwagenstation an. Den Mietwagen hatte ich bereits in Deutschland gebucht, was grundsätzlich zu empfehlen ist: das ist günstiger, die wichtigsten Versicherungen in inklusive und es geht deutlich schneller. Nach wenigen Minuten hatten wir unseren kleinen Flitzer (im Pilanesberg und Madikwe muss es kein Geländewagen sein) und wir düsten zum ersten Bed & Breakfast, was ich auch schon in Deutschland für die erste Nacht gebucht hatte. Die Strecke durch Johannesburg und Pretoria "schockte" uns etwas: wir waren 2012 in Kenia - dem "echten" Afrika - aber das was wir hier sahen, kam uns eher vor wie die USA oder Europa. Modernste Gebäude, Straßen, Geschäfte etc. ließen wenige "Buschfeeling" aufkommen, aber das sollte sich ändern. Je mehr wir uns von der Stadt entfernten, umso ursprünglicher wurde es. Achtung: die Strecken sind hier teils mautpflichtig; es empfiehlt sich immer, passendes Kleingeld für die Mautstationen dabei zu haben. Das Gatz Guesthouse ist in Rustenburg, ca. 200 km von Johannesburg entfernt. Nach 2 Stunden kamen wir an und bezogen erst einmal unser Zimmer. In der Region um Pilanesberg gibt es nicht allzu viele Unterkunft und dieses B&B war noch die beste Alternative, was das Preis-Leistungs-Verhältnis anging. Die Bewertungen im Netz waren ok und wir waren zufrieden. Für ein oder zwei Nächte absolut in Ordnung und die Lage zum Pilanesberg Game Reserve ist perfekt - in wenigen Minuten ist man mit dem Auto am Parkeingang. In einem Supermarkt in der Nähe besorgten wir uns Essen und Getränke, denn der Nachmittag war für eine erste Selbstfahrersafari im Pilanesberg Game Reserve reserviert - schließlich wollen wir so schnell wie möglich unsere ersten Tiere sehen :-)

Vorher hatten wir noch Hunger und fanden einen Kentucky Fried Chicken. Dort nahmen wir uns etwas mit und fuhren weiter Richtung Nationalpark. In wenigen Minuten erreichten wir einen der Eingänge zum Pilanesberg Game Reserve. Der Park ist etwa 55.000 Hektar groß und wurde 1979 eröffnet. In der "Operation Genesis", der größten Wild-Umsiedlungsaktion in der Geschichte Südafrikas, wurden Anfang der 80er Jahre mehr als 6000 Tiere aus anderen Parks hier angesiedelt. Heute leben hier nahezu alle Tierarten des südlichen Afrika, darunter auch Elefanten, Nashörner, Leoparden, Zebras, Büffel, Hyänen, Giraffen, Flusspferde und Krokodile. Man kann den Park auf eigene Faust erkunden oder sich in eine der Lodges einquartieren und geführte Game Drives machen. Da wir dies im Madikwe NP vorhatten und auch in Kenia noch nie auf eigene Faust in den Parks unterwegs waren, wollten wir dies aber nun einmal ausprobieren.

 

Der Park ist landschaftlich sehr schön und mit einem normalen Kleinwagen gut zu bewältigen. Getränke, etwas Proviant (abgepackt, damit die Elefanten den Geruch nicht wahrnehmen) und eine Kamera gehören in die Grundausstattung. Eine Mappe vom Park bekommt man an einem der Gates. Der Eintritt kostet 170 Rand pro Auto.

 

Schon kurz nach dem Eingang sahen wir unsere ersten Elefanten :-) Zusammen mit der typischen Landschaft waren wir nun endlich in AFRIKA angekommen - unsere erste Pirschfahrt bereits am ersten Tag - juhuuu!

Es war ca. 15:00 Uhr und wir hatten bis zur Schließung noch ganze 3,5 Stunden Zeit. Es sollte ein tierreicher Nachmittag werden - leider ohne Raubtiere, aber man muss ja am ersten Tag noch nicht übertreiben ;-) Neben Zebras, Gnus, Elefanten, Antilopen, Paviane und Giraffen sahen wir auch schon bald das erste Breitmaulnashorn mit Baby. Unglaublich! In Kenia hatten wir das Glück, EINEM Spitzmaulnashorn zu begegnen und hier standen sie direkt vor unserem Auto. Insgesamt zählten wir ca. 15 auf unserer heutigen Route - perfekt!

 

Wir machten Stopp an diversen Wasserlöchern und suchten nach Löwen, die sich aber leider erfolgreich vor und versteckten. Zum Schluss hatten wir noch das Glück, die einzigen Flusspferde unserer gesamten Reise zu entdecken!

Wir kosteten die volle Zeit aus und genossen das Safari-Feeling, bevor wir zurück zum Hotel fuhren, um den lang ersehnten Schlaf zu bekommen...

Nach einem Begrüßungsdrink konnten wir gleich unser Zimmer beziehen. Das Zimmer war traumhaft: wundervoll eingerichtet - eine gelungene Mischung aus Natur und Luxus. Von der Badewanne aus hatte man einen tollen Blick auf das Buschland und die Außendusche auf der Terrasse war außerdem super! Kurz frisch gemacht erkundeten wir die Anlage. Auf der Sitzecke mit Blick zum Wasserloch chillten kleine Impalas, die sich von uns nicht sonderlich gestört fühlten. Am Wasserloch war gerade kein Betrieb. Jens sprang erst mal in den Pool und ich gönnte mir ein kühles Getränk - wir waren allein und genossen den Nachmittag. Ich bestellte mir ein paar Snacks, die ich mit einem Squirrel teilen musste :-) Ein paar andere Gäste, die später hinzukamen, erzählten und von Elefanten, Nashörnern und anderen Tieren, die in den letzten Tagen die Lodge "besuchten" - hoffentlich nicht zum letzten Mal!

3. Tag - 03.11.2013

 

Nach dem Frühstück fuhren wir heute Vormittag weiter zum Madikwe Game Reserve. Die Mitarbeiter des Hotels hatten netterweise unser Auto geputzt, was nach der Safari gestern von weiß auf rostrot gefärbt war. 150 km und 3 Stunden später kamen wir gegen Mittag in der Impodimo Game Lodge an. Auf der Strecke Richtung Nordwesten waren wir nun auch langsam in "Afrika" angekommen - was die Landschaften und Dörfer bestätigten: Kühe und Schafe auf der Straße, einfache (Wellblech)Häuser und kleine Marktstände prägen das Bild.

Am Parkeingang angekommen wurden wir an der Lodge angemeldet, zahlten unseren Eintritt von 300 Rand und fuhren ohne Umwege zum Hotel, da in diesen Park keine Selbstfahrersafaris erlaubt sind. Wer den Park besuchen möchte, muss also mind. eine Nacht hier buchen - kein billiges Vergnügen...

 

Das Madikwe Game Reserve wurde 1991 eröffnet und umfasst 75.000 Hektar Buschland, die sich bis zur Grenze Botswanas erstrecken. 1993 wurden mehr als 8000 Tiere im Park angesiedelt, unter anderem auch Raubtiere. Heute leben mehr als 12.000 Tiere im Madikwe Game Reserve - darunter auch die Big 5.

 

Ich hatte hier 2 Nächte vorab in Deutschland gebucht. Die Impodimo Game Lodge ist eine der wenigen Lodges im Madikwe Game Reserve, welche nicht umzäunt ist - ein wichtiges Kriterium bei der Auswahl unserer Safaricamps. Mit Zaun buchen wir nichts. Die Erfahrungen mit der Tierwelt, die wir in den Camps in Kenia gesammelt haben, ist einfach unbeschreiblich und das Gefühl, in der Wildnis zu schlafen, ob im Zelt oder in der Luxuslodge, ist mit Zaun einfach nicht dasselbe.

Nach ein paar Snacks fuhren wir um 17 Uhr auf unsere erste Pirsch - gemeinsam mit einem anderen netten Paar aus Botswana. Wir waren sehr gespannt, was in dem Park auf uns warten würde. 3 Stunden Pirsch standen vor uns - yay!

Wir sahen Giraffen, Elefanten, viele Zebras, Strauße, eine Babyschildkröte :-), Gnus, Büffel, Impalas, Antilopen, Kudus und - zu unserem großen Glück - die sehr seltenen Wildhunde. Sie lagen in einer Gruppe friedlich in der Abendsonne und dösten. Ein paar knabberten noch an einem Gnu, von dem aber nicht mehr viel übrig war. Unser Guide kam sehr nah an die Tiere heran (was manchen Elefanten nicht sehr gefiel...). Er erzählte sehr viel zu den Tieren und konnte alle Fragen super beantworten. Wir blieben nicht nur auf den befestigten Straßen, sondern fuhren auch querfeldein nach zu den Tieren heran - tolle Bilder  garantiert.

Zum Schluss, als es schon fast dunkel war, sahen wir unsern ersten Löwen. Er lag direkt auf der Straße und chillte. Wir fuhren bis auf ca. 3 Meter heran, aber er beachtete uns überhaupt nicht. Er brüllte nach seinem Bruder - ein Schauer lief uns über den Rücken. Ein beeindruckendes Tier! Danach hielten wir für Snacks und Getränke an und genossen die tolle Landschaft. Die letzte Stunde in der Dunkelheit brachte leider nicht mehr so viel Sichtungen, aber dennoch war es eine tolle erste Pirschfahrt in einem wirklich schönen Park, was wir so nicht erwartet hatten. Die Landschaft ist sehr schön, aber buschig, so dass man schon etwas nach den Tieren Ausschau halten muss. Es war gerade sehr trocken - also Betrieb an den Wasserlöchern garantiert :)

 

Danach wurden wir in der Lodge mit einem Cocktail begrüßt und saßen uns gemeinsam an den Tisch, um das 3-Gänge-Menü in Empfang zu nehmen und mit den anderen das Erlebte auszutauschen. Leckeres Essen, nette Gäste und eine tolle Atmosphäre machten den Abend perfekt! Zum Zimmer wurden wir vom Guide begleitet - mit einer Waffe versteht sich, denn die Lodge hat ja bekanntlich keine Zäune. Aber alles ist friedlich und wir fallen müde ins Bett. Ab und zu flitze ich zum Fenster, weil ich ein Geräusch höre, kann aber nichts sehen, aber ich weiß: wir sind nicht allein... :-)

 

4. Tag - 04.11.2013

Früh um 5 klingelt das Telefon - Aufstehen ist angesagt! Halb 6 geht es schließlich los auf die nächste Pirsch. Schnell etwas anziehen, warm selbstverständlich, denn am Morgen ist es ziemlich frisch hier in Afrika, eine Kaffee und ein paar Kekse einwerfen und ab gehts. Heute Morgen entdecken wir gleich den Löwen von gestern, aber an einer anderen Stelle. Es schläft friedlich und blickt ab und zu auf. Wie immer: die Raubtiere liegen faul da und langweilen sich, anstelle für uns mal etwas zu jagen ;-) Wir sehen wieder Elefanten, Zebras, Büffel und diverse Huftiere, bevor wir zwei Nashörner entdecken, denen wir uns querfeldein nähern. Noch einer fehlt uns nun zu den Big 5: der Leopard! In der Nähe entdecken wir eine Gruppe Löwendamen die mit Ihnen Kleinen unter einem Baum liegen. Sehr süß, wobei die "Kleinen" schon relativ groß sind. Wir blieben eine Weile und beobachteten die Tiere in Ruhe - ich könnte ewig hier bleiben... Dann fuhren wir wieder Richtung Lodge. Mittlerweile ist es fast 9 Uhr und das Frühstück wartet.

Am Pool waren die Tische schon gedeckt und wir hatten ein wunderbares Frühstück. Ich entschied mich, nochmal ein paar Stunden zu schlafen, bevor es am Nachmittag zu nächsten Pirsch ging und fiel nach dem Essen direkt ins Bett. Mein Mann war zu aufgeregt, denn er wollte Tiere im Camp beobachten, aber bei mir siegte die Müdigkeit. Sicherheitshalber ließ ich die Rezeption wissen, dass ich einen Anruf möchte, sollten sich Elefanten dem Camp nähern. Der Anruf kam bald und ich flitzte zum Pool - so viel zum Schaf ;-) Am Wasserloch in der Nähe waren auch tatsächlich ein paar Dickhäuter und erfrischten sich. Ich blieb eine Weile uns ging dann zurück zum Zimmer, um zu Duschen. Auf dem Weg dorthin sah ich eine Giraffe im Camp, die sich aber schnell verkrümelte, als sie mich sah - ziemlich viel Betrieb heute, aber das ist ja logisch, wenn ich mal schlafen möchte...

Zurück im Zimmer entschied ich mich für die Außendusche, aber selbst hier hat man keine Ruhe: eine Gruppe von Warzenschweinen kam vorbei, die ich natürlich fotografieren musste. Danach ging ich zum Pool für einen Snack, bevor es auf die Nachmittagspirsch ging. Heute sahen wir keine "neuen" Tiere, aber konnten schöne Aufnahmen von Elefanten, Giraffen etc. machen. Am Abend war eine BBQ draußen vorbereitet mit einem Lagerfeuer - absolute Safariromantik! Wir lernen neue Gäste kennen und tauschten uns über das Erlebte von heute aus. Auf einmal hörten wir ein lautes Brüllen - Löwen im Camp und zwar sehr nah! Wir durften leider nicht nachschauen, denn nachts sind Löwen nicht so gechillt wie tagsüber, erklärte uns unser Guide. Wir ließen den Abend ausklingen - die Löwen brüllten noch öfters und später begleitete uns wieder unser Guide zum Zimmer. Auf der Terrasse machte ich die Taschenlampe an, konnte aber nichts erkennen. Auf die Terrassse kommen die Tiere wohl nicht rauf, erklärte man uns, aber uns war trotzdem mulmig und wir gingen lieber wieder rein. Gute Nacht :)

5. Tag - 05.11.2013
Heute hieß es wieder sehr zeitig Aufstehen für´s Safariabenteuer. Es war unsere letzte Pirschfahrt in dieser Lodge, denn heute Mittag fahren wir weiter zum nächsten Camp. Wir genossen die letzten Stunden hier, sahen aber leider nicht den fehlenden Leoparden und auch keine Geparden, aber wir haben ja noch 2 Tage vor uns. Nach dem Frühstück am Pool ging ich packen. Auf einmal rannte ein Elefant aufgeregt am Zimmer vorbei und weitere folgten. Ab zu Pool, dachte ich, der sieht durstig aus. Auf dem Weg zum Pool versperrte mir eine Schlange den Weg. Ich sprang drüber, anders wusste ich mir auch nicht zu helfen ;-)

Und ich hatte Recht: der Elefant kam direkt zum Pool, um daraus zu trinken und weitere folgten. Es war eine ganze Herde, die sich abwechselnd am Pool erfrischte. Wahnsinn, wie nah sie waren! Wir setzen und hin und beobachteten das Schauspiel. Ca. 2 Stunden blieben wir noch hier, aber leider mussten wir auschecken und weiterfahren. Aber ein toller Abschied, wie er besser hätte nicht sein können. Impodimo Lodge - wir kommen wieder!

Ca. eine Autostunde von der Impodimo Lodge entfernt liegt das Mosetlha Bush Camp mitten im Park. Ich hatte es bereits in Deutschland gebucht. Das komplette Gegenteil der Luxuslodge Impodimo: kein Strom, kein fließend Wasser, Holzhütten ohne Fenster und ursprüngliches Essen - zurück zur Natur! Wir waren sehr gespannt, was in den nächsten beiden Tagen hier auf uns zukommt... Am Gate angekommen wurden wir bis ins Camp eskortiert. Man erwartete uns bereits und zeigte uns die Hütte, das Camp und die "Sanitäranlagen". Das Wasser musste man sich abpumpen, in einem befeuerten Tank erwärmen und in eine Einmer kippen, der als Dusche funktionierte - etwas mehr Arbeit als sonst, aber spannend und abenteuerlich, mitten im Busch, mal wieder ohne Zäune :-) Nur ein etwas höher gespannter Draht schützt das Camp vor Elefanten, die sonst alles zerstören würden. Der "Rest" hatte freien Eintritt.  

Die Toilette bestand aus einer normalen Kloschüssel; gespült wurde mit einem Wassereimer. Überall waren nachts Kerzen und Solarlampen aufgestellt - sehr romantisch! Die Zimmer waren Holzhütten auf Stelzen jeweils mit einem (Doppel)Bett und einem Regal und Tisch, mehr benötigt man nicht. Sie waren vorn und hinten offen, aber es war möglich, nachts eine Plane über das Fenster hängen zu lassen. Zudem gab es noch eine Lagerfeuerstelle, einen offenen Essplatz und eine "Chillecke". Dort gab es Getränke jeder Art - man traf die anderen Gäste und konnte sich austauschen.

Nach dem ersten Rundgang und der Einweisung bezogen wir erst mal unsere Hütte - in einer Stunde gab es Essen. Als ich auf dem Bett saß, lief auf einmal ein Tier an der Decke vorbei. Es sah aus wie eine Ratte, aber mit riesigen Augen. Ich stand auf, holte Jens und wir suchten es. Es war ein Bushbaby mit Mama, was sich hier eingenistet hat - ich hatte noch nie so ein süßes Tier gesehen. Mit diesen "Mitbewohnern" kann ich leben :-)
Zum Mittag gab es gegrillte Burger - lecker! Wir schlugen uns den Bauch voll, denn 16 Uhr heißt es: Pirsch für 4 Stunden.

Wir waren Kgomotso eingeteilt. Eine nette junge Dame mit viel Geduld und Adleraugen, wie sich später herausstellte. Bereits kurz nach dem Eingang sahen wir eine Giraffe am Wegesrand. Außerdem entdeckten wir Warzenschweine, jede Menge Huftiere, Elefanten und Rhinos. Relativ schnell fanden wir einen Löwen der - was auch sonst - in der Sonne relaxte. Auch hier machten wir einen Zwischenstopp für Getränke und Snacks bevor es dann im Dunkeln weiterging. Dabei sahen wir viele niedliche Springhasen, Rhinos, Giraffen und ein Chamäleon, was die Farbe unserer Taschenlampe - also weiß - annahm :-)

Zurück im Camp wartete das Abendessen auf uns. Gemeinsam an einer großen Tafel aßen wir zusammen mit dem Besitzer Chris - ein älterer und sehr sympathischer Herr, der jede Menge spannende Storys zu erzählen hat. Die Gäste waren bunt gemischt: 2 Holländer, eine sehr gläubige amerikanische Familie, ein weiteres deutsches Paar und ein schwules Paar aus New York. Wir fühlten uns pudelwohl. Das Essen war typisch afrikanisch und es gab, Gott sei Dank, sogar Nachtisch! Wir genossen den warmen Abend und tauschten Geschichten aus. Dann hieß es: duschen, denn 22 Uhr wird das Licht ausgemacht. Hier stehen wir nochmal früher auf: kurz nach 4 geht es auf Pirsch!!!

Das erste Mal Duschen war sehr spannend und leicht stressig, alles zu koordinieren und das Ganze mit wenig Licht. Aber schlussendlich haben wir es hinbekommen und genossen die schöne warme Dusche in der Holzkabine. Das Zähneputzen und Gesicht waschen ist aus Schüsseln etwas schwierig, aber man gewöhnt sich daran. Das einzige Problem was ich persönlich hatte war, dass ich mir nicht die Haare waschen konnte. Waschen schon, aber leider nicht föhnen und das bedeutet für mich im Umkehrschluss: nicht waschen, denn ohne Föhn trocknen meine Haare in 3 Tagen nicht von allein. Für die beiden Tage war das ok, aber für einen längeren Aufenthalt bräuchte ich eine Kurzhaarfrisur :-) Wer also kein Problem mit nassem Haar hat, kommt hier ohne Strom und fließend Wasser super klar. Dann gingen wir schlafen. Die Betten sind sehr bequem und meine Befürchtungen, Spinnen würden rein krabbeln, wurden nicht wahr. Auch sonst hatten wir - trotz fehlendem Fliegengitter - keinerlei Probleme mit Insekten jeder Art. Die Geräusche der Wildnis ließen uns sanft einschlummern, bis ich ein knurren hörte. Es war kein Löwe, eher eine Hyäne oder etwas in der Größe. Meine Neugier siegte und ich ging raus - mein Mann war weniger begeistert von dem Vorhaben, aber zu müde, mit mir zu streiten. Ich lief bis zur Toilette, das kam ganz gelegen, und wieder zurück, konnte aber nichts entdecken. Wieder im Bett war ich schnell eingeratzt, wir hatten ja nun einen "Wachhund" :-)

6. Tag - 06.11.2013
Kurz nach 4 Uhr werden wir geweckt - es ist noch dunkel. Wir putzen uns die Zähne, Kontaktlinsen rein, Hose und Shirt an, Decke und Kamera geschnappt und los geht´s. Wir trinken vorher mit den anderen noch einen Kaffee und es gibt Kekse und Müsli zur Stärkung. Dann gehen wir für 4 Stunden auf Pirsch. Als erstes sehen wir einen Löwen, der ein Gnu vor sich herschleppt, wovon eigentlich nur noch der Kopf da ist... 3 Löwendamen folgen Ihm hungrig - es sieht so aus, als hätten Sie nichts abbekommen. Er läuft zum Wasserloch und wir folgen ihm. Dann versucht eine der drei Löwendamen den Kadaver zu mopsen - ohne Erfolg. Der Löwe rennt wütend hinterher und holt ihn sich wieder, obwohl er mehr als vollgefressen ist, was man deutlich am Bauch sehen kann... Scheint ein Macho zu sein ;-)

Zurück im Camp wird ausgiebig gefrühstückt. Nach einem Nickerchen ab in die Dusche, Lunch und weiter zum nachmittaglichen Gamedrive. Kgomotso zeigt uns wieder jede Menge Tiere, u.a. Löwen, Elefanten, Giraffen, Rhinos, Huftiere etc., leider entdecken wir aber bisher keinen Leoparden. Sie sind schwer zu finden, da auch sehr scheu, aber wir geben die Hoffnung nicht auf! Dann der Anruf von einem anderen Guide: die Geparden wurden gesehen. Es gibt im Madikwe Game Reserve nur 4 Geparden insgesamt, denn leider töten die Löwen alle neuen Cheetahs :-( Es wäre wirklich super, diese zu sehen! Aber leider bleibt auch diese Suche - auch querfeldein - erfolglos. Sie sind mitten im Busch, unauffindbar. Schade. Wir wollen morgen die Suche wieder aufnehmen. Die Raubtiere machen es einem aber auch nicht leicht... Zurück im Camp lassen wir den Abend bei gemeinsamen Essen gemütlich ausklingen.

In dieser Nacht bekommen wir Besuch von einem Löwenrudel im Camp - die Fußspuren führen aus dem Camp hinaus. Bei der Pirsch am nächsten Morgen wollen wir sie finden, aber die sind schon über alle Berge... Aufregend!

7. Tag - 07.11.2013

So, heute beginnt unsere erst einmal letzte Pirschfahrt für eine Weile, natürlich wieder um 4 :-P

Nach ein paar Cornflakes und Kaffee machen wir uns auf den Weg und entdecken relativ schnell zwei Hyänen - super! Ich mag Hyänen und finde Sie - trotz vieler gegenteiliger Meinungen, sehr süß! Sie laufen direkt am Auto vorbei und schmusen miteinander - vielleicht ein Pärchen?! So fängt die Pirsch gut an!

Danach machen wir uns kurz auf die Suche nach den Cheetahs von gestern, aber leider erfolglos :-( Dabei wollte ich doch so gerne meine Lieblingskätzchen sehen... Aber das werde ich noch in diesem Urlaub ;-)
Und dann macht Kgomotso eine Entdeckung, die ein "normal sehender Mensch" eigentlich nicht machen kann: ein Leopard sitzt auf einem Hügel! Der letzte der Big 5! Wunderschön post er auf dem Felsen - mit der Kamera können wir gut ran zoomen und bekommen ganz nette Bilder. Leider will er nicht runter kommen und das, obwohl unten eine Gruppe Paviane sitzt, die eigentlich seine "Leibspeise" sind. Eventuell hat er gerade gegessen... Wir beobachten Ihn eine Weile, bevor wir uns auf zu einer Büffelherde machen, die in der Nähe grast.

Weiterhin sehen wir auf dieser Pirsch noch Rhinos, Giraffen, zwei junge Löwen, die leider die Zebraherde nebenan nicht sonderlich interessiert und ein paar riesige Adler. Zwei Giraffen ärgern sich gegenseitig, indem sie ihre Hälse aneinander schlagen - in diesem Fall kein Kampf, nur ein "necken" :-) Zurück im Camp genießen wir unser letztes Frühstück, bevor wir auschecken und zurück Richtung Johannesburg fahren. Der Abschied fällt schwer. Wir bekommen eine gute Wegbeschreibung und Tipps und machen uns gegen 11 Uhr auf den Weg. Ca. 4 - 5 Stunden sind es bin zum Flughafenhotel. Wir genießen die Landschaft und kommen mit dem Auto gut durch, wobei manch unbefestigte Straße dem Kleinwagen schon etwas zu schaffen macht. Einen Wolkenbruch und einen Sandsturm später kommen wir nachmittags im Hotel an. Ich habe die Aero Guest Lodge gebucht, da diese nur wenige Minuten vom Flughafen entfernt liegt. Unser Flug geht morgen frühzeitig. Das kleine Motel ist einfach, aber schön mit einem kleinen Pool. Es gibt auch ein Restaurant, wo wir zu Abend essen - wir wollen schnell ins Bett, um für morgen fit zu sein... Gute Nacht :)


Fazit Pilanesberg und Madikwe Game Reserve:

 

Unsere ersten 7 Tage in Südafrika begannen super! Wir haben die Zeit in den beiden Parks, besonders im Madikwe Game Reserve, sehr genossen. Die Big 5 zu sehen war großes Glück! Im Pilanesberg stehen die Chancen dafür deutlich schlechter als im Madikwe; außerdem ist der Pilanesberg aufgrund der Tagesgäste vom in der Nähe befindlichen Hotelkomplex "Sun City" oftmals sehr gut besucht. Im Madikwe Game Reserve kommt deutlich mehr Safari- und Afrika-Feeling auf, wobei dennoch keiner der Parks mit Kenia und der Masai Mara vergleichbar ist.

Die beiden Camps waren komplett unterschiedlich, aber beide perfekt! Der Luxus in der Impodimo Lodge und das Buschfeeling im Mosetlha Camp  sind unvergleichbar - ich könnte pauschal nicht sagen, was uns "besser" gefallen hat. Auf jeden Fall ist das Erlebnis im Mosetlha Bush Camp ohne Strom und fließend Wasser etwas, was man definitiv einmal gemacht haben sollte. Die Atmosphäre ist einfach Afrika pur - die Geräuschkulisse nachts gibt einem ein friedliches und ursprüngliches Gefühl - hier ist man "angekommen". Die Gäste waren in beiden Lodges angenehm und auch der Service und das Essen jeweils super. Alles sehr persönlich und nirgends mehr als 10 Zimmer. Die Game Drives haben uns im Mosetlha besser gefallen, nicht zuletzt wegen der Big 5, die wir hier gesehen haben. Wobei die Wildhunde in der Impodimo Lodge und die Elefantenbegegnung am Pool der Lodge auch unvergesslich waren. Wir möchten keine der beiden missen und ich bin der Meinung, eine perfekte Wahl getroffen zu haben. Es waren traumhafte Tage - das machen wir definitiv nochmal :-)

Gesichtete Tiere im Pilanesberg NP (ohne Vogelarten):

  • Elefanten
  • Gnus
  • Zebras
  • Giraffen
  • Nilpferde
  • Antilopen
  • Impalas
  • Spitzmaulnashörner
  • Strauße
  • Paviane

Gesichtete Tiere im Madikwe NP (ohne Vogelarten):

  • Zebras
  • Giraffen
  • Hyänen
  • Wildhunde
  • Strauße
  • Impalas
  • Antilopen
  • Kudus
  • Steinböcke
  • Paviane
  • Warzenschweine
  • Bushbabys
  • Mungos
  • Springhasen
  • Chamäleon

+ Big 5 :) :

  • Löwen
  • Elefanten
  • Leopard
  • Büffel
  • Nashörner


8. Tag - 08.11.2013

Unser Flug nach Kapstadt geht um 09:10 Uhr. Wir geben gegen 7:00 Uhr unseren Mietwagen problemlos ab, checken ein und warten auf den Flieger. Den Flug habe ich bereits in Deutschland über flugladen.de für ca. 165 Euro für 2 Personen gebucht - Fluglinie ist SAA (South African Airlines), da kann man nichts falsch machen. Je früher man bucht, desto günstiger die Preise. 11:20 Uhr kamen wir in Kapstadt an, holten unseren Mietwagen ab, was auch wieder problemlos klappte und versuchten, unsere Rucksäcke und Koffer unterzubekommen, denn der Kofferraum war doch ziemlich klein. Irgendwie klappte es dann doch und wir fuhren los Richtung Guesthouse. Vom Wetter her war es kühler als in Johannesburg - ca. 23 Grad, also sehr angenehm. Vorbei an ewig langen Townships bekamen wir bereits einen Eindruck von der Armut außerhalb der Stadt. Dem Tafelberg entgegen fuhren wir dann endlich in Kapstadt ein und staunten nicht schlecht, wie modern diese Stadt ist! Hochhäuser, moderne Architektur, schön angelegte Parks und Gärten und Einkaufszentren prägen das Stadtbild - natürlich immer allgegenwärtig: der wunderschöne Tafelberg mit den Lions Head. Nicht zu vergessen: das Meer! Eine wirkliche Traumstadt!

Wir fuhren schnell zum Hotel, um noch etwas vom Tag mitzunehmen. Ich buchte vorab zwei Nächte in Maartens Guesthouse im schönen Stadtteil Fresnaye, welcher sehr gut nahe Lions Head und Camps Bay liegt. Das Guesthouse ist sehr schön mit Balkon und Blick auf das Meer beim Frühstück. Den Pool haben wir nicht benutzt. Wlan ist verfügbar und Frühstück inbegriffen. Maarten, unser holländischer Gastgeber, gab uns sehr viele hilfreiche Tipps rund um Kapstadt und die Kaphalbinsel. Unser Zimmer war sehr klein, was uns aber vorher bewusst war. Wir halten uns ohnehin kaum hier auf. Schnell umgezogen fuhren wir erst einmal zur Waterfont um zu essen. Es gibt hier ein riesiges Einkaufszentrum - bereits weihnachtlich dekoriert - mit vielen Shops und Restaurants in der Nähe - alles direkt am Hafen. Wir entschieden uns für einen Italiener und genossen eine leckere Pizza.

Neben dem Einkaufszentrum gibt es ein Riesenrad, mit dem wir mitfuhren, um uns einen ersten Überblick zu verschaffen und - natürlich - ein wenig Romantik zu genießen :-) Jens vergaß sogar seine Höhenangst, was Ihm aber dann relativ schnell auffiel - ich denke, er hatte nicht so viel Spaß ;-) Dennoch war es eine schöne Fahrt mit Blick auf den Hafen, das Meer, die Stadt und den Tafelberg.

 

Danach fuhren wir weiter Richtung Clifton Beach und Campsbay. Die Küstenstrecke bis dahin ist traumhaft! Wir halten am Strand und laufen hinunter bis zum Meer. Der Sand ist weiß und das Meer wunderbar blau - aber als wir die Füße ins Wasser strecken, lassen wir das baden hier lieber bleiben. Wir treffen ein einheimisches Paar, welches uns erzählt, dass das Meer hier eigentlich nie mehr als 12-13 Grad warm/kalt ist. Ein paar trauen sich dennoch ins Wasser, aber wir lassen das mal schön sein für heute :-)

Vom Camps Bay hat man auch einen wunderschönen Blick auf das Panorama der Bergkette 12 Apostel. Wir genießen den späten Nachmittag am Strand und fahren - nach einem Zwischenstopp im Supermarkt - zurück ins Guesthouse. Ein langer Tag! Müde fallen wir ins Bett und freuen uns auf morgen :-D

9. Tag - 09.11.2013

Die Sonne scheint und das Wetter ist herrlich! Nach einem ausgiebigen Frühstück auf der Terrasse mit Meerblick machen wir uns auf den Weg zum Tafelberg - dem Wahrzeichen Kapstadts. Wir nehmen die Seilbahn nach oben; Eintritt kostet 430 Rand für 2 Personen. Man kann auch zu Fuß hoch wandern, aber wir haben leider keine Zeit dafür, da wir am Nachmittag die Kaphalbinsel besuchen wollen. Die Parkplatzsuche ist nicht ganz einfach - ein Samstag auch noch, aber mit etwas Glück finden wir einen in der Nähe vom Eingang. Die Schlange ist lang, aber es geht relativ schnell. Nach ca. 30 Minuten sind wir an der Gondel. Die ca. 1.200 Meter lange Auffahrt dauert ca. 7 Minuten; während dieser Zeit rotiert die Gondel um 360°, so dass jeder etwas sehen kann. Bald kommen wir oben an und blicken über Kapstadt und das Meer! Traumhaft! Wir wandern auf der ebenen Fläche umher und versuchen, den Menschenmassen zu entfliehen und die besten "einsamen" Aussichtspunkte zu finden.

Ca. 1,5 Stunden halten wir uns hier auf, bevor wir uns auf den Rückweg machen. Wer Hunger bekommt, findet hier auch Restaurants und Snacks, aber ein Picknick mit atemberaubender Aussicht ist deutlich romantischer, als kantinenartiges Gedränge :) Also Picknickkorb und Decke nicht vergessen, eine einsame Stelle weiter hinten suchen und den wunderbaren Ausblick auf sich wirken lassen - einmalig!

Mittlerweile ist es schon nach 13 Uhr. Wir machen uns auf den Weg zum Kap der guten Hoffnung - eine ca. 80 km lange teils mautpflichtige Strecke die - je nach Zwischenstopps - ca. 1,5 - 3,5 Stunden dauert. Wir fahren an der Westseite runter und an der Ostseite später wieder hoch. Ständig halten wir an, um den Ausblick zu genießen. Die Küstenstraße ist ein Traum! Steile Klippen, blaues Meer und endlose Strände.

Am Kap angekommen, zahlen wir 210 Rand Eintritt für uns beide und fahren direkt zum Kap der Guten Hoffnung. Unseren Weg kreuzen 2 Strauße und einige Paviane. Hier wurden wir auch gewarnt, niemals das Auto offen zu lassen, da die Paviane die Türen öffnen und alles klauen, was nicht niet- und nagelfest ist - immer auf der Suche nach Essen. Wir parken unser Auto und gehen in Richtung Kap. Das hohe und steile Kliff mit seinem vorgelagerten Felsstrand ist der südwestlichste - nicht der südlichste Punkt - Afrikas (das wäre das Kap Agulhas). Von hier aus kann man auch zum Cape Point laufen. Der Cape Point bildet die Spitze der Kap-Halbinsel und liegt etwa einen Kilometer östlich vom Kap der Guten Hoffnung, mit dem es oft verwechselt wird. Cape Point bildet das östliche Ende der Kap-Halbinsel, ist aber nicht der südlichste Punkt der Kap-Halbinsel; das ist das Kap der guten Hoffnung. Das Kap der Guten Hoffnung ist vollständig naturbelassen: außer der Straße, die dorthin führt, einem kleinen Parkplatz und einem Hinweisschild findet man dort nichts. Cape Point dagegen ist touristischer und hat auch ein Restaurant.

Wir fahren weiter zum Cape Point. Dort essen wir erst einmal gemütlich im Restaurant mit Blick auf das Meer, bevor wir uns auf den Weg Richtung Leuchtturm machen. Es gibt 2 Leuchttürme. Einer wurde im Jahr 1859 errichtet, steht aber zu weit entfernt von der Küste, so dass ein zweiter näher am Wasser gebaut wurde. Vom alten Leuchtturm aus hat man einen tollen Blick auf den neuen Leuchtturm und das Kap. Der Wanderweg zum alten Leuchtturm ist nicht allzu anstrengend, zum neuen Leuchtturm laufen wir aber nicht weiter, denn wir haben noch etwa vor heute :-)

Gegen 17 Uhr machen wir uns auf in Richtung Simons Town und am Boulders Beach die Pinguinkolonie anzuschauen. Diese liegt an der Ostseite der Kaphalbinsel. Der Eintritt kostet 110 Rand. Dort ist es mal wieder sehr touristisch: (unnötige) Parkplatzwächter, Souvenir- und Essensstände und ein vergitterter Eingang - da kann man fast auch in den Zoo gehen... Es wurde ein hoher Steg errichtet, von dem aus man die Pinguine am Strand beobachten kann. Wahrscheinlich fühlen sie sich sonst vom Touristenansturm gestört. Viel ist nicht mehr los, da es schon spät ist - umso besser :-) Wir beobachten die putzigen Frackträger einer Weile und machen uns dann auf den Weg Richtung Kapstadt.

Tipp: Boulders Beach kann man sich sparen, wenn man in Richtung Gansbaai einen Stopp am Stony Point in Bettys Bay einlegt: dort findet man eine riesige Pinguinkolonie. Kein Eintritt, kaum Menschen und keine Zäune. Die Pinguine kommen einem bereits entgegen gewatschelt :-D Viel angenehmer als am Boulders Beach!

Zurück in Kapstadt fahren wir an die Waterfront, um etwas zu essen. Wir gehen ins gemütliche Quay Four und genießen den letzten Abend in Kapstadt. Ein wunderbarer, warmer Sommerabend mit Cocktails am Hafen, was will man mehr...
Zurück im Hotel packen wir schon mal unsere Sachen, denn morgen Nachmittag geht es weiter in Richtung Gansbaai.

10. Tag - 10.11.2013

Ein weiterer sonniger Tag in Kapstadt! Nach dem Frühstück machen wir uns auf den Weg zum Lions Head, auf den wir heute wandern wollen. Laut Erfahrungsberichte im Internet ein Aufstieg von ca. 1 - 1,5 Stunden - die brauchen wir auch. Es ist warm und nach einer Weile sind die oftmals auch hohen Felsen nur mit Anstrengung zu überwinden. Ein paar Pausen mit Obst und Müsliriegeln und vor allem viel Wasser ist auf den Felsvorsprüngen mit der tollen Aussicht sehr angenehm, da es auch kaum Schattenplätze gibt. Oben angekommen werden wir aber mit einem atemberaubenden 360 Grad Blick über Kapstadt belohnt! Wir genießen das Panorama eine Weile, bevor wir uns auf den Rückweg machen. Der Abstieg ist nicht viel einfacher als der Aufstieg - unten angekommen besorgen wir uns erst einmal frisches Wasser, denn mittlerweile ist die Mittagshitze in der Sonne ziemlich brütend. Wichtig: genug Wasser mitnehmen, festes Schuhwerk, eine bequeme Hose zum Klettern und - sofern man den Sonnenuntergang sehen möchte - auch noch eine Taschenlampe. Für uns einer der schönsten Momente in Kapstadt und ein Muss für jeden, der genügend Zeit mitbringt, denn eine Seilbahn wie auf den Tafelberg gibt es hier nicht ;-)

Anschließend fahren wir zum Hotel, um unsere Sachen abzuholen. Wir fahren vorher noch einmal zum Camps Bay, um Mittag zu essen und am Strand zu chillen. Parkplätze sind sonntags schwierig zu finden, aber mit etwas Glück entdecken wir einen günstigen Platz direkt am Strand. Restaurants findet man hier unzählige. Die Auswahl fällt auf ein Burgerrestaurant - nach so einem Aufstieg hat man schließlich Hunger! Die Restaurants hier sind alle sehr modern und europäisch, mehr "loungeartig" mit Chilloutmusik im Hintergrund und "hippem" Publikum. Wir mögen es eher gemütlich und landestypisch, aber der Blick zum Meer überzeugt uns schlussendlich doch noch. Danach legen wir uns noch eine Weile an den Strand und machen uns am späten Nachmittag auf den Weg nach Gansbaai, ca. 2 Autostunden entfernt.

Auf dem Weg nach Gansbaai kommen wir an Betty´s Bay vorbei. Reisende, die wir im Madikwe Game Reserve getroffen haben, gaben uns den Tipp, am Stony Point die Pinguinkolonie anzuschauen. Vorher hatte ich bereits darüber berichtet. Der Parkplatz ist leer und schon vom Weiten kann man die niedlichen Frackträger watscheln sehen. Hier gibt es keinen Eintritt und auch keine Zäune - die Tiere kommen auf uns zu, wir halten aber höflicherweise Abstand :-)

Hier gibt es deutlich mehr Tiere als am Boulders Beach und auch weniger (bzw. momentan keine) Touristen. Ein echter "Geheimtipp" als Alternative zum Boulders Beach. Außerdem kann man hier auch Klippschliefer finden - absolut süße Tiere die sich in den Felsen verstecken.

Weiter geht es Richtung Gansbaai. Gegen halb 9 kommen wir im vorab gebuchten Bed and Breakfast Franskraal B&B an, etwas außerhalb gelegen, aber nah an Kleinbaai, wo auch unsere morgige Shark Cage Diving Tour startet. Aber es ist schon geschlossen und absolut dunkel! Ein Zettel hängt an der Tür mit einer Nummer, die wir gleich anrufen und 3 Minuten später schließ uns die nette ältere Dame auf. Ich hatte übersehen, dass Check In nur bis 18 Uhr möglich ist... Aber absolut kein Problem, die Dame war super nett und wohnte gleich nebenan. Wir bezogen unser Zimmer, bekamen noch eine kurze Einweisung und fühlen uns pudelwohl - fast wie bei den Großeltern. Das Zimmer war riesig mit einem wunderschönen Bad mit Eckbadewanne, die wir gleich mal ausprobieren. Leider können wir den Meerblick nicht genießen, den die riesige Fensterfront in unserem Zimmer bietet, aber morgen ist auch noch ein Tag! Müde gehen wir ins Bett - es heißt mal wieder zeitig aufstehen: um 7:00 Uhr startet unsere Shark Cage Diving Tour - wir sind schon total aufgeregt :-D Gute Nacht!

11. Tag - 11.11.2013

Shark Cage Diving - endlich ist der große Tag gekommen! Früh morgens machen wir uns auf den Weg zum Treffpunkt. Wir sind nicht die einzigen: um die 40 andere Abenteuerlustige wollen mit auf das Boot. Wir haben diesen Ausflug über Apex Shark Expeditions gebucht, die uns den Trip mit dem Anbieter Marine Dynamics bestätigten. Auf jeden Fall sehr zu empfehlen; unkompliziert und professionell. Der Preis pro Person liegt hier bei ca. 100 Euro.

Treffpunkt und Abfahrt war in Kleinbaai. Dort konnten wir im Marine Dynamics Gebäude erst einmal gemütlich frühstücken, bekamen eine Einweisung und ein Infovideo zu sehen sowie unsere Ausrüstung gestellt. Dann liefen wir alle gemeinsam zum Hafen und stiegen ins Boot. Das Boot war ausreichend groß für alle - 40 klingen viel, aber es war überhaupt nicht störend, wie erst gedacht. Ca. 20 Minuten fuhren wir Richtung Dyer Island in Gansbaai, wo die Chancen sehr hoch stehen, den Weißen Hai zu beobachten. Als wir stoppen, ziehen wir uns den Taucheranzug an und die Crew bereitet schon mal den "Fischcocktail" als Köder vor.

Es steigen immer 8 Leute in einem Stahlkäfig, der an der Oberfläche neben dem Boot schwimmt. Für Nichttaucher: Taucherfahrung ist hier nicht nötig, man bekommt nur eine Maske und taucht unter, sobald ein Hai zu sehen ist. Dann heißt es, Luft anhalten. Ich mache mir eigentlich die ganze Zeit nur Sorgen, dass 17 Grad Wassertemperatur zu kalt sind... Ca. 25 Minuten darf jede Gruppe im Wasser bleiben. Die anderen auf dem Boot haben aber auch einen super Blick auf die springenden Tiere und können in der Wartezeit Kaffee und Kakao sowie Sandwiches genießen und mit den anderen plaudern.

Dann ist der erste Hai in Sicht. Jetzt heißt es für die erste Gruppe: schnell in den Käfig und untertauchen. Jedes Mal, wenn ein Hai auftaucht, ruft jemand von der Crew die Richtung und alle gehen unter Wasser, um Face to Face mit dem Hai zu sein. Jede Gruppe kommt auf ihre Kosten uns bleibt so lang im Käfig, bis genug tolle Eindrücke da waren.

Dann sind wir dran. Zuerst Jens, dann ich, dann die anderen 6 - wir stehen am Rand. Das Wasser ist kalt, aber es lässt sich aushalten. Beim Anblick des ersten Riesen vergisst man aber die Kälte sehr schnell :-) Der erste Hai lässt nicht lange auf sich warten. Er rammt sogar unseren Käfig :D Wir bleiben ca. 25 Minuten drin und sehen mehrere Weiße Hai in nächster Nähe - wenn man so will, nur 20 cm entfernt - getrennt von ein paar Stahlstäben... Eine unglaublich tolle Erfahrung!

Danach ziehen wir uns um und schauen noch ein paar Exemplare von oben an. 11 Weiße Haie, der größte 4,10m, konnten wir auf dem Trip erleben. Klasse! Der Trip an sich dauert 3-4 Stunden. Gegen 13 Uhr sind wir wieder zurück und bekommen noch eine Suppe zum Mittagessen, bevor wir wieder in unser B&B fahren. Schnell die Fotos anschauen - hoffentlich sind ein paar gute Aufnahmen dabei!

Alles in allem war es ein super Ausflug. Der Anbieter ist sehr zu empfehlen und die Tiersichtungen unglaublich. Es werden 2 Ausfahrten pro Tag angeboten, einer früh, einer nachmittags. Ein Trip mit Vor- und Nachbereitung dauert ca. 6 Stunden. Auf jeden Fall rechtzeitig vorher buchen; die Plätze sind begehrt.

 

Ein Trip beinhaltet:

  • Frühstück
  • Snacks und Softdrinks + Kaffee an Bord
  • Handtücher
  • Wind- und wasserdichte Jacken
  • Tauchermaske, Taucheranzug und Gewichte

 Sollte man keine Haie sehen, bekommt man eine Voucher für einen weiteren Trip.

Es war seit langem mein Traum, einen Weißen Hai in freier Wildbahn zu sehen - nun ist er wahr geworden! Der nächste Schritt ist nun ein Tauchgang ohne Käfig.

Haie sind faszinierende Tiere, haben aber leider durch diverse Filme und Horrorgeschichten den Ruf des blutrünstigen Menschenfressers. Zum Vergleich: Im Schnitt gibt es im Jahr ungefähr 50-75 Haiunfälle, davon 10 tödlich, aber ca. 20 Menschen sterben jährlich durch Bienen-, Wespen- oder Hornissenstiche... Diese Statistiken kann man endlos fortsetzen. Wenn man sich dies vor Augen hält, ist die Gefahr nur noch minimal.

 

Zurück im B&B wird erst einmal ein Nickerchen gemacht. Danach fahren wir nach Hermanus zum Abendessen. Vorher stoppen wir noch am Küstenort De Kelders - dort soll es oftmals Wale zu sehen geben. Und tatsächlich: nah an der Küste können wir einen Buckelwal entdecken! 

Wir haben von der Dame des Hauses eine Empfehlung für ein Restaurant in Hermanus bekommen, die wir testen wollen: The Burgundy Restaurant direkt am Hafen - tatsächlich sehr zu empfehlen und die Preise sind auch in Ordnung. Der Schokokuchen (Luxury chocolate mousse tart with vanilla ice cream) zum Dessert ist unglaublich!

 

Zurück im Hotel geben wir noch unsere Bestellung für das Frühstück auf (was das Beste der ganzen Reise werden sollte) und fallen müde ins Bett. Natürlich schauen wir uns noch gespannt unsere Haifotografien an - was für ein erlebnisreicher Tag! :-)

12. Tag - 12.11.2013

Um 9 gibt es Frühstück. Wir sitzen gemeinsam am Tisch mit einem französischen Paar, was ebenfalls heute abreist. Das Frühstück ist das Beste und liebevoll zubereitetste der ganzen Reise - der Meerblick nur noch das I-Tüpfelchen. Wir unterhalten uns mit den netten Besitzern über das Erlebte und was wir noch vorhaben und bekommen mal wieder hilfreiche Tipps. Dann müssen wir uns losreißen - gestern Abend noch haben wir für heute Mittag eine Kanufahrt auf dem Meer in Hermanus gebucht. Mit Walker Bay Adventures geht es gegen halb 12 los. Wir sind die einzigen mit dem Guide, der in einem eigenen Kanu sitzt und uns auf´s Meer hinaus führt. Schnell treffen wir auf eine Gruppe von Seelöwen, die im Seegras herumtollen - total niedlich.

In einiger Entfernung entdecken wir einen Buckelwal, der mehrmals in die Luft springt - leider zu weit weg, um hin zu paddeln. Man darf sich auch nur auf max. 300 m nähern. Die Tour dauert ca. 1,5 Std. und macht total Spaß (wenn der Mann allein paddelt ;-) ). Zurück am Hafen bekommen wir ein paar Fotos von einem Mitarbeiter, der vom Strand aus fotografierte, angeboten, die sehr schön geworden sind. Wir nehmen die Bilder mit, schließlich kann man sich schlecht selbst im Kanu fotografieren. Wir genehmigen uns noch einen leckeren Burger und machen uns dann auf den Weg nach Oudtshoorn. Dort haben wir für morgen eine Erdmännchen-Safari gebucht :-D

Als Strecke entschieden wir uns für die landschaftlich sehr reizvolle R62/Scenic Route. Das sind ca. 360 km. Vorbei an Weingütern, kleinen beschaulichen Dörfern, kurvigen Pässen und den kargen Landschaften der Kleinen Karoo. Wir stoppen an mehreren schönen Aussichtspunkten, bevor wir am späten Nachmittag in unserer gebuchten Pension ankommen. Das Earthbound B&B ist mit Abstand das am schönsten gestaltete Gästehaus unserer Garden Route. Wir haben das letzte Zimmer im Erdgeschoss mit eigener Veranda und Blick auf den Pool im wunderschön angelegten Palmengarten. Die Einrichtung ist super gemütlich - schade, dass wir nur eine Nacht hier sind...

Die Besitzerin ist sehr nett und empfiehlt uns ein landestypisches Restaurant für das Abendessen, was wir auch gleich ansteuern. Zurück im B&B entspanne ich mich erst mal in der schicken Badewanne mit Kerzen und Duftöl - wunderbar! Aber dann müssen wir auch - mal wieder - zeitig ins Bett, diesmal klingelt der Wecker bereits um 4 Uhr! Na dann gute und vor allem kurze Nacht...

13. Tag - 13.11.2013

Heute ist einer der Tage, auf den ich mich wieder besonders freute, wie so viele auf unserer Reise. Bereits in Deutschland hatte ich eine Erdmännchen-Safari über Meerkat-Adventures gebucht. Ich liebe diese süßen Tiere! Bereits vor Sonnenaufgang müssen wir am Treffpunkt sein. Ca. 12 andere Teilnehmer sind weiterhin dabei. Wir fahren ein paar Kilometer in die Halbwüste hinein und laufen dann mit den Guides, Klappstühlen und Kameras "bewaffnet" zu den Höhlen der Erdmännchen. Die Erdmännchen sind öfters in anderen Höhlen unterwegs, aber die Guides suchen sie bereits am Vortag. So kann man sicher sein, dass man nicht umsonst vor den Löchern wartet...

Die Sonne geht auf. Wir platzieren die Stühle in ein paar Metern Abstand vor den Höhlen und warten, dass die Erdmännchen aufwachen. Es ist frisch so früh am Morgen in der Halbwüste. Aber als die Sonne dann endgültig da ist, wird es schnell wärmer.

Dann ist es soweit. Nach ca. 20 Minuten entdecken wir das erste Erdmännchen, welches gleich mal die Lage checkt. Die Menschen sind ihnen bekannt und die Erdmännchen wissen, dass wir keine Gefahr sind. Leise sind wir natürlich trotzdem, um sie nicht zu stören. Dann kommt das nächste aus der Höhle; und ein weiteres.

Ca. 12 Erdmännchen leben in dieser Kolonie, die langsam alle zum Vorschein kommen, um zu frühstücken. Der Guide berichtet über die Verhaltensweisen der Tiere und Zusammensetzung dieser Gruppe im speziellen. Ca. 5 Meter sind wir entfernt. Die Tiere nehmen keine Notiz von uns. Das ist sehr beruhigend, denn in Ihrer natürlichen Umgebung möchte man sie natürlich nicht stören. Ca. eine Stunde beobachten wir diese niedlichen Tiere und ihre Verhaltensweise, bevor sie sich auf den Weg in die Wüste auf die Futtersuche machen. Ein toller Ausflug und mit dem Anbieter auch zu empfehlen, wobei es keinen Kaffee gab, wie eigentlich angekündigt. Aber die possierlichen Tiere entschädigen für den ausstehenden Koffeinkick am frühen Morgen.

Zurück im B&B ist es erst 7:30 Uhr. Wir entscheiden uns noch für 1,5 Stunden Schlaf und bestellen unser Frühstück auf die Terrasse zu um 9. Eine nette Dame bringt uns einen Picknickkorb mit allem, was das Herz begehrt. Die Sonne scheint und das Frühstück ist sehr lecker. Gern würden wir noch bleiben...

Gegen Mittags machen wir uns auf in Richtung Plettenberg Bay. Wir nehmen die N12 und N2 und sind nach ca. 2,5 Stunden da. Unser Zimmer im Panoramic Blue B&B ist schon fertig und wir werden nett vom älteren Gastgeber begrüßt. Wir bekommen ausführliche Infos über Plettenberg Bay und was man hier machen kann.

Dieses B&B ist bisher von der Ausstattung das kärgste, aber die Gastgeber - mal wieder ein älteres Ehepaar - sind sehr nett, aber auch neugierig. Die Frau ist leicht vergesslich, aber absolut liebenswürdig - sie gibt mir Tipps für die Schwangerschaft und freut sich so sehr mit uns, dass wir bald Eltern werden (ich bin im 3. Monat schwanger). Wieder mal fühlen wir uns wie die Enkel, die zu Besuch sind :-)

Wir fahren noch nach Knysna, aber der Ort gefällt uns nicht wirklich, also bleiben wir nicht lange. Am Strand von Plettenberg Bay wollen wir nach Walen Ausschau halten. Wir fahren zur Hotelanlage "Beacon Island" und parken dort. Da haben wir auch schon Glück - direkt vom Strand aus kann man eine Buckelwalmutter mit Ihrem Jungen sehen. Die beiden haben wohl "Unterrichtsstunde": die Mama macht vor und das Kleine macht nach. So geht das ewig lang - Sprünge in die Luft, Flossen raus aus dem Wasser, eine Drehung nach der anderen - toll :-) Wir setzen uns an den Strand uns genießen das Schauspiel.

Danach besuchen wir ein Restaurant direkt am Strand mit Terrasse, um zu Abend zu essen - ins Lookout Deck - allemal zu empfehlen. Zurück im Hotel berichten wir von den Walen und die Gastgeberin ist hin und weg. Dann fallen wir müde ins Bett - es war mal wieder ein laaaaanger Tag...  

14. Tag - 14.11.2013

Um 9 heißt es Frühstück auf der Terrasse mit Meerblick. Leider ist es der erste Tag unserer Reise, der verregnet ist. Hoffentlich bessert sich das Wetter noch, denn wir haben heute etwas ganz tolles vor :-)

Die Gastgeber tun alles, um uns glücklich zu machen. Es gibt frischen Toast und Marmelade, Flakes, Eier, Speck uvm. Das Ehepaar erzählt uns etwas über Ihre Familie - Ihr Tochter kommt zum Heiraten heute aus England hier her - dann muss das Wetter am Wochenende aber wirklich mit spielen! Nach dem Frühstück klart es auch auf und wir nehmen die Gelegenheit wahr und fahren an einen schönen Standabschnitt, um die Zeit bis zum großen Ereignis zu überbrücken: für heute Nachmittag haben wir einen "Catwalk" gebucht - einen Spaziergang mit einem Geparden - mein Lieblingsraubtier! Ich bin schon total aufgeregt!

So langsam machen wir und auf den Weg zum Tenikwa Wildlife Awareness Center, einem Zentrum für Zucht und Pflege von erkrankten Tieren und die Wiedereingliederung in die Wildnis. Kein Zoo, das war uns sehr wichtig. Die Menschen sollen mit Führungen durch die Anlage und Erklärungen zu den Tieren deren Lebensweise erläutert bekommen und somit ein besseres Verständnis entwickeln. Hier sieht man unter anderem einen Leoparden, Wildkatzen, Servale, Caracale sowie Erdmännchen, Pinguine, Paviane und Marabus.  Mit den Geparden, die dort schon seit Geburt leben, kann man dann einen Cheetah-Walk buchen, was wir auch gemacht haben. Wir haben ja bisher keine auf unseren Safaris in freier Wildbahn gesehen, aber dies hier ist ein wirklich adäquater Ersatz! Nach einer Rundführung, die wir mitgebucht hatten, dürfen wir zu unserem Geparden. Zeus und Duma, zwei Brüder, waren heute an der Reihe. Wir hatten Zeus. Unser Guide leinte ihn an und da wurde er auch schon wild und fauchte. Ups! Aber wird schon schief gehen... Wir nahmen ihn beide an der Leine und nach ein paar Instruktionen ging es los. Ein unglaubliches Gefühl, mit dieser majestätischen Katze zusammen zu laufen. Wir mussten immer hinter seinen Schultern bleiben, durften ihm nicht in die Augen schauen und nicht in die Knie gehen oder uns sonst klein machen. Wenn er zu stark zog und losrannte, sollten wir loslassen und unser Guide rannte ihm dann hinterher - dem schnellsten Tier der Welt. Witzig!

Ca. eine Stunde liefen wir mit Ihm durch ein Waldstück; leider fing es an, immer mehr zu regnen, aber das störte nicht weiter - dieses wundervolle Erlebnis konnte nix kaputt machen. Wir konnten ihn streicheln und berühren - unglaublich. Der Guide war sehr nett und aufmerksam, schoss immer wieder Fotos von uns mit dem Tier, aber er möchte ja auch sein Trinkgeld ;-) Zurück an seinem Gehege bekam er etwas zu fressen (ich dachte eigentlich, er hätte vorher schon gefuttert, was ja vielleicht sinnvoll gewesen wäre ;-) ) und wir verabschiedeten uns glücklich und zufrieden von den Mitarbeitern. Was für ein tolles Erlebnis :-D

Glücklich fuhren wir zurück zum B&B, machten uns frisch und fuhren zu einem Restaurant, was uns der Besitzer empfohlen hatte - dem Ristaurante Enrico - wo wir Pizza und Pasta genossen. Sehr gemütlich direkt am Meer, wo man auch frischen Fisch und Meeresfrüchte bestellen kann, aber ich bin lieber vorsichtig mit meiner Schwangerschaft und nehme eine "sichere" Pizza - sehr schade, aber beim nächsten Mal Südafrika heißt es Schlemmen und Wein, was das Zeug hält, sofern ich nicht wieder schwanger bin ;-)

Zurück im B&B fallen wir mal wieder gleich ins Bett - morgen geht es weiter Richtung Addo...

15. Tag - 15.11.2013

Bei einem gemeinsamen Frühstück mit ein paar weiteren Gästen, die ebenfalls alle aus Deutschland waren und eine Rundreise machten, tauschten wird das bisher Erlebte aus und gaben den ein oder anderen Tipp bzw. erhielten noch ein paar nützliche Infos für die letzten Tage. Das Gastgeberpaar war wieder super nett und beteiligte sich gern an den Gesprächen. Das Wetter war wieder etwas besser und wir machten uns auf den Weg Richtung Addo.

Nach ein paar Kilometern kamen wir an der Bloukrans Bridge vorbei, wo wir anhielten. Die Bloukrans Bridge ist eine Bogenbrücke mit einer Spannweite von 272 Metern. Sie liegt an der N2 entlang der Garden Route und führt über den Bloukrans River. Unterhalb der Fahrbahn gibt es in 216 Metern über Grund eine Bungee-Jumping-Anlage. Ich wollte sooooo gern springen, durfte aber nicht, aufgrund der Schwangerschaft und mein Mann hatte Fracksausen :-) Sehr schade, denn mit umgerechnet 50 Euro recht günstig. Wir schauten ein paar mutigen Springern zu und fuhren dann (traurig) weiter. Beim nächsten Mal aber!

Bis zu unserer Lodge waren es 2,5 Stunden Fahrt. Langsam fing es an, wieder etwas zu nieseln. Wir kamen gegen Nachmittag in der Dungbeetle River Lodge an, die direkt am südlichen Eingang des Addo Elephant Park liegt. Die Lodge ist empfehlenswert, große Zimmer tolles Frühstück und nette Besitzer, aber mit 74 Euro leider nicht ganz billig für eine Nacht. Nach Bezug des Zimmers ließen wir uns von den Besitzern Tipps für den Addo Park geben und machten uns auf den Weg, denn wir hatten bis Parkschließung um 19:00 Uhr noch ca. 4 Stunden Zeit.
Der Park ist mit 1640 km² der größte Nationalpark im Ostkap. Neben - wie der Name schon sagt - jeder Menge Elefanten leben hier außerdem Kudus, Büffel, Antilopen, Buschböcke, Warzenschweine, Zebras, Spitzmaulnashörner, Flusspferde, Löwen, Hyänen, Schakale und Leoparden. Er ist mit dem eigenen Fahrzeug sehr gut befahrbar und in diversen Raststätten kann man picknicken oder sich auch in einem der dort befindlichen Restaurants verpflegen. Es gibt auch Camps und Lodges, in denen man direkt im Park übernachten kann. Am Eingang bekommt man eine Karte mit den Wegbeschreibungen. Der Parkeintritt kostet pro Auto 400 Rand, also umgerechnet 30 Euro. 16 Uhr fuhren wir ein und trafen auch gleich hautnah auf ein Warzenschwein, die ich persönlich ziemlich putzig finde. Es graste am Wegesrand und wir konnten super Fotos schießen. Das Wetter war durchwachsen, aber ein bisschen Nieselregen im Auto machte uns nix aus.

Wir trafen weiterhin auf Strauße, Büffel, Antilopen und Kudus sowie Zebras, bevor wir dann die ersten Elefantenbegegnungen hatten. Die Elefanten kommen hier sehr nah an die Autos heran, was einem schon mal Angst einjagen kann. Die meisten laufen allein oder in einer Herde vorbei, aber eine riesiger Elefantenbulle war sich nicht so sicher, ob er neben oder über unser Auto laufen sollte. Er kam direkt auf uns zu uns stoppte kurz vor der Motorhaube und sah uns gefühlte 3 Minuten an, bevor er schlussendlich doch links am Auto vorbei lief. Uns ging echt die Muffe - wie oft sieht man Bilder von Elefanten, die Autos zertrümmern - wie hätten wir das Hertz erklären sollen ;-)

Im Addo Park gibt es viele gute Gelegenheiten, die Tiere ganz von Nahem zu betrachten und tolle Fotos zu schießen. Wir sahen an diesem Nachmittag noch größere Elefantenherden mit jungen Tieren, weitere Warzenschweine, Kudus und Büffel, aber leider keine Raubtiere. Vielleicht morgen... Wir genossen die Zeit hier bis zum Parkschluss und fuhren dann zum Essen zurück Richtung Lodge. Direkt nebenan gab es einen kleinen Pub mit leckeren Burgern, wo wir den Abend gemütlich ausklingen ließen. 

16. Tag - 16.11.2013

Heute wollen wir den ganzen Tag im Addo Park verbringen. Genug Essen und Getränke sind eingepackt und das Gepäck ist auch schon im Auto verstaut, denn direkt im Anschluss geht es weiter nach Port Elizabeth. Das Wetter war heute etwas besser, ab und zu kam sogar die Sonne durch. Generell hatten wir sehr viel Glück auf unserer Rundreise - bis auf die letzten 2 Tage hatten wir super Wetter! Gleich nach dem Eingang sahen wir heute eine Schildkröte, die in aller Ruhe die Straße überquerte. Sie hatte es nicht eilig. Weiterhin sahen wir jede Menge Warzenschweine, bei denen wir in den bisherigen Parks nicht so viel Glück hatten, Elefanten(herden) und Huftiere.

Im Addo Elephant Main Restcamp gibt es auch für Tagesgäste ein Restaurant, in dem wir uns auch etwas zum Mittag bestellten - leider gleicht es eher einer Kantine und die Kellner sind auch alles andere als motiviert. Aber viel Wahl hatten wir leider nicht. Wir hielten uns nicht lang auf und fuhren weiter. 

Auf einer Wiese schlich ein süßer Mungo umher, von denen wir bisher auch eher selten welche gesehen hatten. Besonders viel Glück hatten wir mit 2 Schakalen, die wir erst ein Stück verfolgen mussten, bevor wir sie im hohen Gras gut auf die Linse bekamen. Die hatten wir noch gar nicht auf unserer Reise! Super :-) Leider hatten wir mit den Löwen auch heute kein Glück, aber als Selbstfahrer ist dies auch nahezu unmöglich, da man auf den vorgeschriebenen Wegen bleiben muss und die Löwen meist unter Bäumen und Büschen chillen, wo sie leider schlecht zu sehen sind. Aber zum Glück hatten wir anfangs der Reise im Madikwe NP Löwen im Überfluss - nur auf eigene Faust welche zu entdecken wäre toll gewesen...

Nach einem tollen und ausgiebig langem Tag im Addo Park machten, der aber gefühlt leider extrem schnell verging, wir uns am späten Nachmittag auf den Weg nach Port Elizabeth - dort stand unsere letzte Nacht an. Nach ca. 1,5 Stunden Fahrt kamen wir am B&B "Abalone Place" an. Dieses hatten wir am Tag zuvor erst gebucht und alles hat wunderbar geklappt. Die Besitzerin mittleren Alters führt das Guesthouse allein und hat es sehr modern, liebevoll und detailgetreu eingerichtet. Wir fühlten uns hier sehr wohl uns können es auf jeden Fall weiterempfehlen - mit 54 Euro pro Nacht ist es preislich auch akzeptabel. Die Dame schlug uns vor, in ein Vergnügungscenter in der Nähe zu Abend zu essen, was wir auch direkt in die Tat umsetzten. Als Tipp gab sie uns, auf der Hauptstraße unter Menschen zu bleiben, das wäre sicherer! Bisher hatten wir nie ein mulmiges Gefühl in Südafrika, aber das war schon seltsam. Wir befolgten ihren Rat aber verliefen uns dann doch in eine dunklere Seitenstraße von der aus wir schnell zurück flitzten... Die Gegend direkt am Strand kam uns eigentlich nicht fragwürdig vor, weshalb wir auch so verwundert waren, aber wir störten uns nicht daran. Wir entdeckten eine netten Italiener, wo wir aßen, hielten uns aber nicht lange auf - zum Einen waren wir müde und zum Anderen mussten wir auch für den Flug noch alles packen... Also liefen wir zurück und traten unsere letzte Nacht in Südafrika an :-(

17. /18. Tag - 17./18.11.2013

Nach einem leckeren und frisch zubereiteten Frühstück mussten wir uns auch schon verabschieden - 11 Uhr gaben wir den Mietwagen ab. Unser Flug mit South African Airlines nach Johannesburg ging um 12:25 Uhr. Am Flughafen hatten wir dann bis 19:40 Uhr noch eine Weile Zeit, die wir mit Schlafen und Essen verbrachten. Dann ging es ab in den A380 Richtung Frankfurt am Main. Der Flug war diesmal der erste in meinem Leben, der nicht so angenehm war. Ich konnte leider schlecht schlafen und hatte Schmerzen in den Beinen, was sicherlich mit meiner Schwangerschaft zusammenhing. Nach 9 Stunden kamen wir um 5:30 Uhr morgens in Frankfurt an. Unser Zug nach Stuttgart ging gleich im Anschluss und wir waren schließlich einen Tag später - am 18.11. - um 9 Uhr daheim. Was für ein Trip! Erst mal ins Bett und schlafen und dann den Sonntagabend auf der Couch genießen mit den ersten Fotos des Erlebten - und das war Einiges... :-)


Übersicht Reiseroute und Sehenswürdigkeiten:

 

Nordteil unserer Reise: Safaris im Pilanesberg & Madikwe NP

  • 1 Tag Anreise
  • 1 Tag im Pilanesberg Nationalpark auf eigene Faust
  • 4 Tage im Madikwe Nationalpark - geführte Touren
  • 1 Tag Ab- und Weiterreise

Das Westkap & die Garden Route:

  • 2,5 Tage Kapstadt und Kaphalbinsel:
    • V&A Waterfront
    • Tafelberg
    • Lion´s Head
    • Clifton Beach
    • Camps Bay
    • Kap der Guten Hoffnung und Cape Point
    • Pinguin-Kolonie am Boulders Beach
    • Bei einem Tag mehr Zeit ggf. noch Botanischer Garten von Kirstenbosch und Besuch eines Weinguts: z.B. Stellenbosch (Weingut Spiers)
  • 8 Tage Garden Route:
    • 1 Tag Gansbaai: Shark Cage Diving
    • 1 Tag Hermanus: Whale Watching, Kanufahrt auf den Meer
    • 1 Tag Oudtshoorn: Erdmännchen-Safari (bei Interesse & Zeit: Cango Caves, Straußenfarm, Swartberg Pass)
    • Über Knysna nach Plettenberg
    • 2 Tage Plettenberg Bay: Whale Watching, Tenikwa Wildlife Awareness Centre, Bloukrans Brücke (ggf. bei Interesse & Zeit: Tsitsikama Nationalpark (Otter Trail)
    • 2 Tage Addo Elephant Park: Safaris auf eigene Faust
    • Port Elizabeth: Abflug Richtung Joburg, von dort aus weiter nach FFM

Übersicht Eintrittspreise:

Sehenswürdigkeit     Eintrittspreis in € (R=Rand)
Pilanesberg Game Reserve   12,50 € pro Auto (R170)
Madikwe Game Reserve  22 € pro Auto (R300)
Tafelberg Kapstadt  16 € pro Person (R215)
Boulders Beach (Pinguine)  4€ pro Person (R55)
Kap der guten Hoffnung & Cape Point    8 € pro Person (R105)
Tenikwa Wildlife Awareness Center  110 € für Cheetah Walk
Addo Elephant Park  30 € pro Auto (R400)
Stand: 11/2013

Übersicht Übernachtungsmöglichkeiten:

Ort Hotel Preis pro ÜN FS   Wlan  Sonstiges Unsere Bewertung
Pilanesberg Gatz Guesthouse 60€ ja nein Nähe zum Pilanesberg

Madikwe Game Reserve  Impodimo Game Lodge 595€ AI nein traumhaft, Elefanten & andere Tiere im Camp, Luxus
Madikwe Game Reserve  Mosethla Bush Camp 268€ AI nein kein Strom & fließend Wasser, tolle Erfahrung
Johannesburg Aero Guest Lodge 47€  ja ja Nähe Flughafen, schöner Pool
Kapstadt Maartens Guesthouse 58€ ja ja Frühstück auf Terasse mit Meerblick, Lage  
Hermanus/Gansbaai Franskraal B&B 74€ ja ja Meerblick, tolles Frühstück, super nette Gastgeber  
Oudtshoorn Earthbound B&B 44€ ja ja traumhafter Ambiente, Frühstück = Picknick auf Terasse  
Plettenberg Bay Panoramic Blue B&B 74€ ja ja Sehr nettes älteres Gastgeberpaar  
Addo Elephant NP Dungbeetle River Lodge 74€ ja nein Lage zum Parkeingang, gemütlich   
Port Elizabeth Abalone Place 54€  ja ja tolles Ambiente, Pool  
Stand 11/2013
 
Legende:
Der Preis bezieht sich jeweils auf eine Übernachtung. Es handelt sich um Zimmerpreise, nicht pro Person.
FS = Frühstück inbegriffen
AI = all inclusive
 
Tipp: wir haben - bis auf 2 Nächte - alle Hotels/B&B bereits in Deutschland gebucht. Wenn die Route klar ist, ist dies auf jeden Fall eine unkomplizierte Variante, denn oftmals sind viele bereits ausgebucht, speziell in den Nationalparks.
Der Service in Südafrika ist perfekt! Wir haben uns super wohl gefühlt, teils wie bei den Großeltern zu Besuch :-) Die meisten B&B haben nur wenige Zimmer und Gäste und man frühstückt in einigen mit den Eigentümern, was nicht selten nette ältere Damen oder Ehepaare sind, die sich intensiv um einen bemühen. Dort hat man auch die Möglichkeit, andere Reisende kennen zu lernen und sich auszutauschen - alles sehr familiär und nicht so "steril" wie in den Hotelketten. Absolut empfehlenswert sind also Übernachtungen in den B&B´s, da zudem auch noch günstiger, zudem ist in 95% das Frühstück und Wlan im Preis inbegriffen. Mit (kostenfreien) Parkplätzen hatten wir nirgends ein Problem. 
 
Infos zur Sternebewertung:
Es handelt sich hierbei um unsere persönliche Bewertung bezogen auf das "Gesamtpaket" (Preis-Leistung, Service, Lage, Zimmer, Ausstattung)

Fazit Südafrika: 

 

Südafrika ist mit Abstand das abwechslungsreichste Land, was wir bisher bereist haben. Eine atem- beraubende Natur und spektakuläre Landschaften, eine unglaubliche Tierwelt mit tollen Safaris, moderne Städte und Kultur, Erholung und Traumstrände sowie jede Menge Abenteuer und Freizeitaktivitäten, die man hier unternehmen kann - es ist von allem etwas dabei.

 

Beste Reisezeit: Die allgemein beste Reisezeit für Südafrika sind der Frühling und der Herbst. Die Temperaturen sind dann sehr angenehm.

Jahreszeiten:

Frühling: September, Oktober, November
Sommer: Dezember, Januar, Februar
Herbst: März, April, Mai
Winter: Juni, Juli, August

Aber es kommt ganz darauf an, in welcher Region man unterwegs ist:

Kapstadt und die Gardenroute sind immer einen Besuch wert, vor allem aber im Frühling vom September bis November, dann blüht auch alles sehr schön.

Die beste Reisezeit für eine Safari, z. B. im Krüger oder Madikwe NP, ist von etwa September bis Oktober. Dann ist es in dieser Region sehr trocken, so dass man die Tiere sehr gut versammelt an den Wasserstellen antreffen kann.

Wir waren Anfang November mit unsere Route und dem Wetter sehr zufrieden.

 

Apartheid heute: Auffällig ist, dass die meisten B&B´s von Weißen geleitet werden, die dann Schwarze Bedienstete haben. Zwar ist die Apartheid seit Jahren abgeschafft, zu spüren ist sie dennoch. Man vergleiche das mit Ost- und Westdeutschland. Diese Trennung existiert oftmals noch immer in einigen (vielen) Köpfen der Deutschen. So haben in Südafrika zwar alle die gleichen Rechte, dennoch ist die "Rassentrennung" auch heute noch allgegenwärtig: Bauarbeiter, Parkwächter, Putzkräfte - das sind die Jobs der Farbigen während die Weißen meist in schicken Büros arbeiten. Auch die riesigen Townships sind ein Extrembeispiel für die teils geografische Trennung. Die Weißen leben in gut bewachten Häusern in Strandnähe. Dies sind die krassen Gegensätze, die einen gerade in den Städten stets vor Augen geführt werden und auch uns aufgefallen sind. Dennoch entgegneten uns alle - egal ob schwarz oder weiß, reich oder arm - stets mit Gastfreundschaft!

 

Die Gastfreundschaft der Menschen hier ist überhaupt sehr herzlich, man fühlt sich stets gut aufgehoben. Überall erhält man viele Tipps und Vorschläge und jeder ist ausgesprochen nett und interessiert sich für den anderen.

 

Sicherheit: Wir haben uns auch zu jeder Zeit sicher gefühlt, obwohl alle Gästehäuser bis auf das Schärfste mit Alarmanlagen, hohen Zäunen mit Stacheldraht o. ä. sowie Wachpersonal gesichert und überwacht wurden. Auch nachts waren wir unterwegs, hauptsächlich in Kapstadt und der Garden Route. Wir möchten hier keinen ermutigen, jegliches Sicherheitsdenken über Bord zu werfen, aber mit ein wenig gesundem Menschenverstand (keinen teuren Schmuck oder Uhren offen tragen, nichts im Auto liegen lassen etc.) lässt es sich hier gut "überleben". In Johannesburg haben wir dazu keine Erfahrung gesammelt, da wir dort nur in Flughafennähe eine Übernachtung hatten.

Man hört viele Horrorgeschichten, auch von Einheimischen, welche man sicher nicht außer Acht lassen sollte. Verbrechen gibt es überall auf der Welt, aber die Brutalität, in der man in Südafrika vorgeht, ist wohl ausgesprochen hoch - Schusswaffen und Messer werden fast immer benutzt, oft gibt es Verletzte oder sogar Tote bei einem Überfall (Carjacking z. B.). Selbst einer unser Gastgeber wurde im eigenen Haus überfallen und angeschossen. Er lebt in Johannesburg. Darüber sollte man sich bei einer Reise immer im Klaren sein - Vorsicht ist stets geboten!

 

Vergleich Kenia - Südafrika: ist keiner. Bis auf den Kontinent haben die Länder eigentlich nicht viel gemeinsam, außer eventuell einen Teil der Tierwelt. Kenia ist ursprünglich, das ist Afrika pur! Südafrika ist moderner, zivilisierter. Gerade in den Städten oder der Kapregion kommt es einem vor, als sei man in Europa, dessen sollte man sich bewusst sein. Wer das pure Afrika-Feeling sucht, ist in Kenia besser aufgehoben - für Einsteiger ist Südafrika hingegen sicher eine gute Alternative, denn hier ist man auch sicher mit dem Mietwagen auf befestigten Straßen unterwegs. Kenia hat für unseren Geschmack deutlich bessere Tierbeobachtungsmöglichkeiten, gerade zur Zeit der großen Migration. Die Landschaften (Masai Mara) sind dort unbeschreiblich schön und tierreich. Auch der Strand (Diani Beach) lädt mit warmen Wasser zum Baden ein. Südafrika besucht man nicht, wenn man Strand und Badeurlaub möchte, dafür ist das Meer in der Kapregion zu kühl (Wassertemperatur um Kapstadt beträgt fast ganzjährig max. 12-13 Grad). Auch für einen reinen Safariurlaub ist Kenia die bessere Wahl. Südafrika hat viel mehr zu bieten. Es ist mit seinem Inland (Halbwüste, Gebirge, Steppe), den modernen und europäischen Städten, den Weingütern, Nationalparks und der Kapregion sowie Küste deutlich abwechslungsreicher als Kenia und landschaftlich auch wunderschön. Der Erlebnis- und Abwechslungsfaktor ist hier höher.

Kenia und Südafrika sind nicht vergleichbar, aber zusammenfassen lässt sich aus unserer Sicht sagen: wer Traumsafaris mit den Big 5 und das ursprüngliche Afrika sucht, eventuell noch in Verbindung mit einem Badeurlaub, ist in Kenia goldrichtig. Wer jedoch die Safaris nicht ganz missen möchte und zudem beeindruckende Landschaften und moderne Städte sehen möchte, der sollte Südafrika bevorzugen. Uns haben beide Länder sehr gut gefallen, wenn sie auch komplett verschieden sind. Für Safaris fahren wir auf jeden Fall noch mal nach Kenia, da uns dort auch das Gefühl, in Afrika zu sein, deutlich mehr in den Bann gezogen hat. Südafrika hat noch so viele Facetten, die wir sehen möchten, also werden wir dort sicher auch nicht das letzte Mal gewesen sein...

 

Uns hat diese Rundreise zusammenfassend ausgesprochen viel Spaß gemacht und wir würden jederzeit wieder herkommen, sogar über das Auswandern haben wir gesprochen. Jeden Tag haben wir etwas anderes spannendes erlebt - wir hätten gut noch 2 Wochen dran hängen können, oder mehr :-) Ein tolles Land und definitiv ein oder mehrere Reisen wert - wir kommen wieder!

 

Mehr Aufnahmen dieser Reise findet ihr in der Bildergalerie. Bei Fragen erreicht ihr uns gern über das Kontaktformular.